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Oktober 2020

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16 graz www.grazer.at 1. OKTOBER 2020 Zukunftsangst? So findest Wenn es um ihre berufliche Zukunft geht, steht bei vielen Schülern nur ein großes gedankliches Fragezeichen da. Aber es gibt auch Hilfsangebote. GETTY, KK, WKO, FOTO FISCHER So sieht die Berufsorientierungslandkarte des WKO-Talentcenters aus. WKO-TALENTCENTER ZUKUNFT. Viele Schüler wissen noch nicht, was sie später machen wollen. Wir haben Tipps, wie die Suche beginnen kann. Von Fabian Kleindienst fabian.kleindienst@grazer.at Was soll aus mir werden? Was tu ich wirklich gerne? Was kann ich mir vorstellen, mein Leben lang zu machen? Wo krieg ich sicher einen Job? Fragen über Fragen, die sich viele junge Menschen schon in ihrer Schulzeit stellen. Fragen, die gerade momentan – mit den Auswirkungen der Corona-Krise – viele Schüler beschäftigen. Aber wie kommt man zu Antworten? Wie löst man das Dilemma? Darüber reden Einer der wichtigsten Bausteine ist für Thomas Doppelreiter, Berater beim LOGO-Jugendmanagement, die Kommunikati- on: „Vor schwierigen Entscheidungen sollte man sich mit seinem Umfeld, also Familie und Freunden, beratschlagen.“ Der gemeinsame Austausch über Möglichkeiten und Unsicherheit kann in sorgenvollen Momenten oft Wunder wirken – und dann gibt es natürlich noch die Möglichkeit professioneller Beratung. Aber auch vorweg gibt es ein paar Dinge, die man tun kann, um sich zurechtzufinden und sicherer zu werden: „Auch junge Menschen sollten sich überlegen, wo sie sich in ein paar Jahren (drei, fünf oder zehn) sehen möchten, und überlegen: Was braucht es, damit ich dort sein kann?“, erklärt Doppelreiter. Auch Bettina Gangl berger vom Talentcenter der Wirtschaftskammer empfiehlt, sich selbst die richtigen Fragen zu stellen: „Berufsorientieren ist ein lebenslanger Prozess, der grob in die vier Phasen Einstimmen, Erkunden, Entscheiden und Erreichen geteilt werden kann.“ Gerade in der ersten Phase ist es wichtig, die eigenen Stärken wahrzunehmen. „Durch Entdecken, Erforschen

1. OKTOBER 2020 www.grazer.at graz 17 du, was du machen willst und Hinterfragen lernt man, Begabungen und Fähigkeiten wahrzunehmen.“ Beim „Erkunden“ geht es dann darum, die eigenen Interessen und Talente mit dem Berufsmarkt in der Umgebung abzugleichen – auch mithilfe von Beratern wie im Talentcenter oder bei der LOGO-Jobbörse. In der Phase des „Entscheidens“ geht es dann darum, sich genauer mit Jobs zu befassen und eine Entscheidung zu treffen. Danach heißt es: am Ball bleiben. Angebote gibt es viele Sind die ersten Schritte getan, geht es auch darum, sich einen detaillierteren Überblick über die Möglichkeiten am Bildungs- und Arbeitsmarkt zu verschaffen. „Wir stehen natürlich gerne persönlich für inhaltliche Beratung bereit. Zusätzlich empfehlen wir Online- Interessenstests, beispielsweise von der Arbeiterkammer oder dem AMS“, so Doppelreiter. Auch am Talentcenter der Wirtschaftskammer werden Tests angeboten: „Durch den Talentcheck bekommen die Jugendlichen eine Rückmeldung zu ihren Fähigkeiten, Fertigkeiten und Interessen. Durch unser Thomas Doppelreiter Pilotprojekt ,Beratende Gespräche zum Talentreport‘ können die Jugendlichen hier gleich den Talentreport im beratenden Gespräch mit Berufsfindungsbegleitern besprechen und das Ergebnis mit den regionalen Möglichkeiten in Verbindung bringen.“ Das heißt: Das Ergebnis liegt nicht einfach nur da, sondern es wird darüber und über berufliche Möglichkeiten in der Umgebung gesprochen. Lehre nicht vergessen Damit dieser Weg hin zur Entscheidung etwas verständlicher wird, hat das WKO-Talentcenter eine Berufsorientierungslandkarte geschaffen. Das Ziel der Tests und Beratungen ist klar: „Die Jugendlichen sollen sich selbst ihrer Talente und Stärken bewusst sein und durch diese Information über sich selbst eine bessere Entscheidungsgrundlage haben. Dadurch hoffen wir natürlich, den Jugendlichen ein Werkzeug zu bieten, mit dem sie sich mit verschiedensten Berufen einmal auseinandersetzen und dadurch auch ihr Blickfeld erweitern können. Sehr oft kennt man halt leider nur die Berufe, die direkt im Umfeld ausgeübt werden“, erklärt Ganglberger. Gerade im schulischen Kon- Bettina Ganglberger text wird dabei oft auf die Möglichkeit einer Lehre vergessen. Dabei besteht am Arbeitsmarkt gerade hier ein großer Bedarf, immer wieder wird ein künftiger Fachkräftemangel angekündigt. Das zeigt sich auch in der Corona-Zeit: Im August gab es in der Steiermark 1894 offene Lehrstellen – hier gibt es also eindeutig gute Chancen für einen Berufseinstieg. Natürlich gilt aber auch bei der Lehre: Stellt euch die richtigen Fragen. „Kann ich mir vorstellen, den Beruf auch in zehn Jahren noch auszuüben? Welche Auswirkungen hat er auf mein Privatleben?“, nennt Doppelreiter als Beispiele. Fest steht: Nur die wenigsten wissen schon in der Schule, was sie später werden wollen. Zum Nachdenken darüber ist es aber nie zu früh.

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