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Oktober 2019

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30 graz www.grazer.at 2. OKTOBER 2019 Ob Spielfeld oder Schule: STARS VON MORGEN. Die Sturm-Graz-Amateure trumpfen in der Regionalliga auf – auch dank Kickern, die noch die Schulbank drücken. Von Philipp Braunegger philipp.braunegger@grazer.at Schule und Sport unter einen Hut zu bringen, ist für junge Sportler in jeder Sportart immer wieder eine Herausforderung. Im Tennis war Tennis- Star Dominic Thiem das beste Beispiel: Ihm blieb vor seiner Profikarriere in all dem Stress zwischen Training, Match, Schule und Prüfungen oft nicht mal Zeit zum Essen, wie sein Vater Wolfgang einst verriet: „Domi hat öfters zwischen Schule und Training im Auto sein Essen aus der Tupperdose essen müssen, weil für geregeltes Mittagessen keine Zeit blieb.“ Auf Top- Niveau hat es Thiem trotzdem geschafft. Auf dem besten Weg, das Profi-Level im Fußball zu erreichen, sind die Kicker der Sturm-Graz-Amateure! In der Regionalliga spielen sie einmal mehr um die Spitzenplätze bzw. die Tabellenspitze. In einer Liga mit ausgefuchsten Halbprofis bzw. ehemaligen Profis ist das aller Ehren wert, immerhin ist die Sturm-Truppe einmal mehr eine sehr junge Mannschaft – in der auch Schüler kicken bzw. Spieler, die die Schullaufbahn letzten Sommer beendet haben, wie Trainer Thomas Hösele erklärt, der selbst als Betreuer/ Erzieher an der HIB Liebenau angestellt ist, wo auch die Fußballakademie Sturm/Steiermark untergebracht ist. „Dass bei uns Schüler zu den Leistungsträgern gehören, ist fast schon Tradition. Heuer haben wir das Glück, dass einige von ihnen im Sommer maturiert haben und bei ihnen die Doppelbelastung wegfällt. Dafür steht ihnen jetzt das Bundesheer ins Haus, was auch eine organisatorische Herausforderung wird. Einrückungstermin ist der 2. Dezember.“ Schule geht vor Grundsätzlich achtet man bei Sturm immer mit Argusaugen darauf, dass die schulischen Leistungen unter dem Sport nicht leiden. „Ausbildung geht immer vor! Die Chancen, Profi zu werden, sind oftmals sehr gering, auch eine Verletzung kann dich zurückwerfen. Unsere Jungs sind da sehr professionell, sie händeln die schulischen Aufga- ben in Balance mit dem Fußball sehr gut.“ Bester Beweis: die aktuelle Form. Die ersten vier Meisterschaftsspiele wurden allesamt gewonnen, nach einem kleinen Hänger ist man erneut voll dabei im „G’schäft“ um die Tabellenspitze. Hösele: „Manche Spieler waren schon in den letzten Jahren in der Regionalliga aktiv und haben sich schnell eine gewisse Routine erarbeitet. Dazu kommt das Thema Kraft. Die ist unerlässlich bei Zweikämpfen mit älteren, reiferen Spielern.“ Am Weg zum Profi Zwei Spieler, die nach wie vor die Schulbank drücken, sind jene, die bei Sturms „Zweier“ den Kasten sauberhalten. Die Tormänner Gabriel Suprun und Luka Maric meistern sowohl Prüfungsbögen als auch gegnerische Angriffe erfolgreich. Maric weist dabei eine ganz besonders „kitschige“ Biografie auf, wie Hösele erklärt: „Luka wohnt als Sohn von Sturms Zeugwart Simo mit seiner Familie direkt im Trainingszentrum Messendorf, ist mit all den verschiedenen Bundesliga-Spielern Sturms der letzten Jahre quasi als so was wie ein Maskottchen, das immer irgendwie dabei war, aufgewachsen. Er hat sich von klein auf Jahrgangsstufe für Jahrgangsstufe raufgearbeitet und weiterentwickelt und besticht, so wie Gabriel Suprun, mit seinem Ehrgeiz, Fleiß und seiner top Einstellung.“ Bei einem Show-Event durfte Luka schon einmal im Stadion Liebenau in der Pause zwischen den Pfosten vor der „Nordkurve“ das Tor sauberhalten. Geht Maric seinen Weg weiter, dürfte dieser über kurz oder lang Richtung Bundesligamannschaft führen. Und damit würde er den gleichen Weg einschlagen wie seine Kollegen Tobias Koch, Christopher Giuliani, Florian Ferk oder Vincent Trummer, die in Trainings und Testspielen schon bei den „Großen“ mitmischen konnten. Aber auch wer eine Lehre angeht, kann zu einer der Erfolgssäulen der Sturm- Amateure werden, wie im Fall von Vincent Amoah, Sohn von Ex-Kicker Charles. „Er macht eine Lehre als Tischler und bringt beides wunderbar miteinander in Einklang. Es tut den Jungs in Sachen Pesönlichkeitsreifung unendlich gut, wenn sie Herausforderungen wie die Doppelbelastung Ausbildung-Sport schaffen und so viel fürs weitere Leben mitnehmen“, resümiert Trainer und Lehrer Hösele. Und wenn dann neben dem Einser in Mathe auch noch die Tabellenführung in der Regionalliga rausschaut, umso schöner! Tormann-Talent Luka Maric konnte seine Leistungsfähigkeit schon bei einem Show-Event im Liebenauer Stadion beweisen. Direkt vor der „Nord“. GEPA

2. OKTOBER 2019 www.grazer.at graz 31 Die Leistung stimmt! Ein Bild, an das man sich als Beobachter der Regionalliga gewöhnt hat: jubelnde Sturm-Amateure. Trainer Hösele (kl. B.) ist stolz auf „seine“ Jungs. GEPA (2)

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