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März 2019

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10 graz www.grazer.at 6. MÄRZ 2019 Schüler lernen Benehmen BENIMM IST IN. An steirischen Schulen können Jugendliche jetzt richtige Umgangsformen für Geschäfts- und Privatleben erlernen. Zum Abschluss gibt’s ein „Gesellschaftszertifikat“. Der Verband der steirischen Tanzlehrer, die Bildungsdirektion Steiermark und die steirische Wirtschaftskammer haben mit Unterstützung der Hypo Steiermark mit diesem Schuljahr ein neues Pilotprojekt in den mittleren und höheren kaufmännischen Schulen im Steirerland gestartet. Unter dem Motto „Benimm ist in“ werden Schüler in aktuellen und interaktiven Workshops in verschiedenen Modulen zusätzlich zum Unterricht fit für den persönlichen, beruflichen und sozialen Alltag gemacht. Den Jugendlichen werden zeitgemäße Verhaltensund Benimmregeln (siehe unten) vermittelt, die helfen sollen, den Berufseinstieg, aber auch das Miteinander im Berufs- und Privatleben zu erleichtern. Ziel: den Schülern Sicherheit und Stil im Umgang zu vermitteln – egal ob auf der Tanzfläche bei trendigen Salsa-Rhythmen oder auf dem gesellschaftlichen und beruflichen Parkett. Die einzelnen Module sind: „Basics - Worauf kommt’s an?“, „Das 1x1 der Kommunikation“, „Dresscode – das richtige Styling für jeden Anlass“, „Mahlzeit – vom Fastfood zum Galadinner“, „Events – aktiv und passiv, damit Mann/ Frau nicht am Gesellschaftsparkett ausrutscht“. Der zeitliche Aufwand für die Absolvierung aller Module liegt bei zwölf bis 18 Stunden. Nach Absolvierung der Module wird das „Gesellschaftszertifikat“ der steirischen Tanzschulen verliehen. Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner, Wirtschaftskammer- Direktor Karl-Heinz Dernoscheg, Tanzlehrer-Obmann Pierre Gide und HAK-Schüler Nikko Sidorczuk sind sich einig: Es ist heute notwendiger denn je, die Benimmregeln zu beherrschen. Die steirischen Tanzschulen setzen dies mit dem Gesellschaftszertifikat nun auch in den kaufmännischen Schulen um. Die Bildungsdirektion und die WK unterstützen diese Initiative. Umgangsformen einst und heute Herren stehen zur Begrüßung auf, während Damen sitzen bleiben: Diese Regel ist überholt, heute gilt es als unhöflich, während der Begrüßung sitzen zu bleiben – für Damen ebenso wie für Herren. Also, aufstehen, Augenkontakt suchen und dann begrüßen, per Handschlag, Geste oder rein verbal. Vor dem Essen wünscht man sich „guten Appetit“: Bei offiziellen Anlässen ist es heute nicht mehr üblich, sich gegenseitig einen guten Appetit zu wünschen. Im Freundeskreis oder am Familientisch ist es natürlich weiter möglich. Einen schwarzen Anzug trägt man nur zu Beerdigungen: Schwarz galt lange Zeit als No-Go bei Businessanzügen, doch mittlerweile hat sich auch diese Farbe durchgesetzt und kann im Büro getragen werden. Der Herr lässt der Dame immer den Vortritt: Auch diese Höflichkeitsgeste hat sich überholt. Heute gilt: Vortritt hat der ranghöchste oder älteste Anwesende, unabhängig vom Geschlecht. Auch Damen dürfen ihrem Chef die Tür aufhalten. Man stößt nur mit alkoholischen Getränken an: Heutzutage darf auch mit nichtalkoholischen Getränken angestoßen werden. Wenn ein Anwesender niesen muss, sagt man „Gesundheit“: Bei offiziellen Anlässen oder in Besprechungen wirkt es störend, wenn nach einem Nieser „Gesundheit“ gewünscht wird. In weniger offiziellen Situationen ist es erlaubt. Umgang mit Vorgesetzten: Das Angebot des „Du“ geht vom hierarchisch Höherstehenden aus – anders als im Privatleben, wo es der Ältere anbietet. Richtige Handy-Nutzung: Das Handy bei wichtigen Gesprächen völlig ausschalten, einen seriösen Klingelton wählen, der niemanden nervt. Telefonate nie nach 22 Uhr abends und nie vor 9 Uhr früh führen, bei Telefonaten ins Ausland an die Zeitdifferenz denken. WK-Direktor Karl-Heinz Dernoscheg, HAK-Schüler Nikko Sidorczuk, Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner, Tanzlehrer-Obmann Pierre Gide (v. l.) FISCHER

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