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März 2018

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20 graz www.grazer.at 7. MÄRZ 2018 Die zwei „Amoah-Buam“ TALENT. Winfred Amoah will Profi beim SK Sturm werden. Auch für seinen Vater Charles wäre das „ein Traum“. LUEF Von Philipp Braunegger redaktion@grazer.at Es klingt wie ein modernes Fußballmärchen: Der Vater, vor 17 Jahren um viel Geld (damals 54 Millionen Schilling, heute wären das 3.924.334 Euro) vom FC St. Gallen zu Sturm Graz transferiert, schaffte es – nachdem er in der Schweiz der absolute Top- Goalgetter war – nie, den hohen Erwartungen der hiesigen Fans gerecht zu werden. Sein Sohn startete dafür beim selben Verein als Nachwuchskicker durch, spielte sich Jahresklasse für Jahresklasse nach oben und steht vor dem

7. MÄRZ 2018 www.grazer.at graz 21 und ihr Fußball-Märchen Sprung in die Kampfmannschaft! Wie gesagt, klingt wie ein modernes Fußballmärchen, ist aber in Graz beim SK Sturm genau so passiert! Die „Hauptrollen“ in dieser spannenden Geschichte spielen Charles und Winfred Amoah. Papa Charles wollte beim SK Sturm seine Karriere fortsetzen – die Schwarzweißen spielten im Frühjahr 2001 in der Champions League, als Amoah aus St. Gallen kam –, wurde aber eher zum „Rohrkrepierer“: Nur 22 Tore schoss Amoah in 88 Spielen. Die Fans waren daher nicht wirklich auf seiner Seite und enttäuscht ob des vielen Geldes, das in den Ghanaer investiert worden war, der nun so selten seine Leistung aufblitzen ließ. Heute arbeitet er in der Brauerei Puntigam. Bester in der Siedlung Charles’ Sohn Winfred kam 2001 in Graz zur Welt. „Und weil Winfred in der Siedlung beim Kicken immer der Beste war, hab ich ihn beim SK Sturm angemeldet“, erzählt „Charlie“. Dort überzeugte er seine Trainer, spielte sich Klasse für Klasse hoch und steht jetzt in der Akademie-Mannschaft und kommt als sogenannter „Perspektivspieler“ bei den Amateuren in der Regionalliga zum Einsatz. Sein Trainer Thomas Hösele über „Winnie“: „Er ist kein reiner Stürmer, wie sein Vater war, kommt mehr über die rechte Seite und macht Tempo mit tollen Dribblings.“ Torjäger ist Winfred (noch) keiner, aber das kann ja noch werden. Immerhin ist sein Vorbild auch einer: „Neymar von Paris Saint-German taugt mir!“, sagt Winfred. Feld und Werkstatt Sein Lieblingsklub ist aber der FC Barcelona. „Und Sturm natürlich!“ Ist Papa Charles auch ein Idol? „Auf alle Fälle! Ich schau mir oft alte Youtube-Videos von ihm an und schau, ob wir einen ähnlichen Stil haben. Aber er ist nicht nur als Kicker ein Vorbild, sondern auch als Mensch. Er ist ein toller Vater und ich bin stolz auf ihn.“ Die Amoahs kommen aus Ghana, Charles spielte dort im Nationalteam, ist heute noch ein Star dort und hin und wieder auf Heimatbesuch. „Ich hab wenig Bezug zu Ghana“, sagt Winfred. „Meine Heimat ist Graz.“ Hört man: Der 17-jährige Steirerbua spricht original Grazer Dialekt. Und außer die Gegner am Feld auszutanzen muss er als aufstrebender Nachwuchskicker ja auch noch die Ausbildung meistern: „Ich arbeite als Tischler in Andritz. Die Arbeit macht mir Spaß und ich kann die Trainings-, Match- und Arbeitszeiten gut koordinieren.“ So was ist auch Sturms Jugendleiter und Sturm-Legende Gilbert Prilasnig wichtig: „Der Beruf ist immer die Basis, man weiß ja nie, ob es mit der Fußballer-Karriere klappt. Winfred macht das gut so. Am Feld begeistert mich an ihm seine Technik und Laufstärke.“ Natürlich ist es Winnies Traum, Profi zu werden. In Testspielen kam er unter Sturms Ex-Trainer und aktuellem Teamchef Franco Foda schon zum Einsatz. Neo- Coach Heiko Vogel will er auch von sich überzeugen. „Die Trainer der Kampfmannschaft haben immer im Blick, was sich bei den Amateur- und Akademie-Spielern tut – daher will ich auf mich aufmerksam machen!“ Wäre auch im Sinne von Papa Charles. „Es ist ein Traum, dass mein Sohn die Chance hat, das bei Sturm zu schaffen, was bei mir nicht klappte.“ Falsch, Herr Papa! Es ist eben kein Traum! Klingt es auch wie ein Märchen, ist Winfred Amoah trotzdem am besten Weg, es wahr werden zu lassen.

2021