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9. September 2018

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- Jahr der Gesundheit: Graz wird zur „Vitalstadt“ - Millionenstrafen wegen schlechter Luft stehen im Raum - Gesundheitsstadtrat kann sich Cannabis-Freigabe vorstellen - Kunstprojekt in Graz: Geschichte der Conrad-von-Hötzendorf-Straße - Gastro: Aus „Einstein“ wird „So/So“

graz 4

graz 4 redaktion@grazer.at & 0316 / 23 21 10 www.grazer.at 9. SEPTEMBER 2018 Wir sind Weltmeister im Heilen, aber wir sind schlecht in der Prävention.“ „Stadtidee“-Chef Karlheinz Kornhäusl über das Gesundheitssystem, das zu wenig auf Vorbeugung baut. ÄK/SCHIFFER Jahr der Gesundheit: Landesrat A. Lang setzt sich für Tempo 30 vor Schulen ein.LAND STEIERMARK Tempo-Limits schützen Kinder ■■ Nach den Sommerferien beginnt für tausende junge Steirer wieder die Schule. Doch damit steigt für die Kinder auch das Risiko, am Schulweg einen Unfall zu erleiden. In der Steiermark wurden in den letzten fünf Jahren bei 329 Unfällen auf dem Schulweg insgesamt 340 Kinder verletzt – alleine im Vorjahr waren es 78 Kinder. Verkehrslandesrat Anton Lang und das Kuratorium für Verkehrssicherheit treten daher für ein lückenloses 30-km/h-Limit vor allen steirischen Schulen ein. Die Stadt wurde aus der Perspektive von Haltestellen gezeigt. F. SCHURIG „Schau Graz“ geht zu Ende ■■ Die Ausstellung im GrazMuseum „Schau Graz! 426 Standpunkte zur Situation der Stadt“ neigt sich ihrem Ende zu. Zur Finissage morgen, am 10. September, findet ab 18 Uhr ein Offenes Forum statt, bei dem Bürger und Bezirksvertreter eingeladen werden, mit Experten zu diskutieren. Dabei werden auch die am häufigsten aufgekommenen Themen aus den Bezirks-Derbys wie Verkehr oder fehlende Ortszentren aufgegriffen. Die Teilnahme am Offenen Forum ist kostenlos. Geht es nach dem Bürgermeister, sollen die Grazer künftig wieder mehr zu Fuß gehen. derGrazer Welches Jahr braucht Graz noch? „Ein Jahr der Schokolade! Die sollte meiner Meinung nach wirklich mehr gefeiert werden.“ Nina Konrad, 21, Bankangestellte „Jahr des Weines! Und dazu sollte es hin und wieder Weinverkostungen geben.“ Christian Opalka, 49, Service- Manager „Ein Jahr der Achtsamkeit im Hinblick auf Menschen, Tiere und die Umwelt.“ Andrea Fürböck- Rossmann, 53, Sozialarbeiterin Blitzumfrage „Graz braucht definitiv ein Jahr der exotischen Früchte. Das wäre doch einmal was Tolles.“ Fabio Tilli, 20, Student STEIERMARK TOURISMUS/IKARUS.CC ? ALLE FOTOS: DER GRAZER „Jahr des Essens! Graz braucht noch mehr Streetfood- Märkte und Spezialitäten aus aller Welt.“ Jana Platzer, 19, Studentin

9. SEPTEMBER 2018 www.grazer.at graz 5 ➜ TOP HOLDING GRAZ/KERNASENKO, THINKSTOCK Straßganger Bad hat länger offen Dank des Spätsommers bleibt das Bad eine Woche länger offen als geplant – und dazu gibt’s freien Eintritt! Illegale Drohnenflüge der Stadt Die Stadt Graz ließ zu Werbezwecken Drohnen fliegen, verstieß dabei aber gegen Flugsicherheitsauflagen. FLOP ➜ Graz wird zur „Vitalstadt“ FIT. Stadtchef Nagl will Graz zur „Vitalstadt“ machen. Ziel: Durch mehr Bewegung und bessere Ernährung sollen die Grazer gesünder werden. Von Daniel Windisch daniel.windisch@grazer.at Das Jahr 2020 wird in Graz zum „Kulturjahr“. 2021 folgt dann eine „Sportoffensive“, in dem die Stadt Graz übers Jahr verteilt verschiedenste (Breiten-) Sportarten in den Fokus rücken will. Doch Bürgermeister Siegfried Nagl will noch mehr: In Verbindung mit der Sportoffensive soll es ein „Jahr der Gesundheit“ geben, in dem den Grazern niederschwellig Themen wie gesunde Ernährung, Bewegung und Vorbeugung nähergebracht werden. Langfristig will Nagl Graz zur „Vitalstadt“ mit gesünderen Bürgern machen. Alarmierende Zahlen Seinen Plan präsentierte der Stadtchef erstmals am Dienstag bei der Neuauflage der traditionsreichen Denkfabrik „Grazer Stadtidee“. Bei der Veranstaltung, zu der der „Stadtidee“-Obmann und Arzt Karlheinz Kornhäusl geladen hatte, wartete etwa der Grazer Diabetes-Spezialist Hermann Toplak mit alarmierenden Zahlen auf: „Vor 30 Jahren lag der Anteil der Fettleibigen in Österreich bei 6,5 Prozent, bei den Diabetikern 3,5 Prozent. Heute gibt es mehr als zehn Prozent Diabetiker, bei den Fettleibigen sind es zwischen 15 und 20 Prozent.“ Das liege nicht nur an falscher Ernährung, sondern auch an mangelnder Bewegung. „Empfohlen Bürgermeister S. Nagl wünscht sich gesündere Grazer Bürger. STADT GRAZ/FISCHER sind sieben bis acht Kilometer bzw. 10.000 Schritte am Tag“, so Toplak. Doch viele Menschen würden nicht einmal 800 Meter am Tag gehen. „Ernährung und Bewegung muss man immer kombiniert sehen. Wer mit Bewegung aufhört, verliert die Kontrolle über das Sättigungsgefühl.“ Städte-Netzwerk Im Bürgermeisteramt will man diesen Trends entgegensteuern. Nagl-Sprecher Thomas Rajakovics bestätigt, dass es in Graz ein „Gesundheitsjahr“ geben wird – die Murstadt will sich zudem dem Städte-Netzwerk „Active Cities“ anschließen, in dem auch Mediziner H. Toplak warnt vor den Folgen von Bewegungsmangel. MEDIENDIENST Buenos Aires, Ljubljana und Liverpool vertreten sind. Diese Städte wollen alles daran setzen, ihre Bürger gesünder zu machen. „Wir wollen eine Vitalstadt werden, wir werden das Thema Gesundheit aktiv angehen“, kündigt Rajakovics an. Bürger sollen im Alltag zu mehr Bewegung animiert, das Zu-Fuß-Gehen soll attraktiver werden. Auch die Stadtplanung soll diesen Aspekt künftig stärker berücksichtigen. Öffentliche Sport- und Workout- Anlagen werden weiter forciert. Und die Stadt will ein größeres Bewusstsein für (Krankheits-) Vorbeugung schaffen und dabei auch die Ernährung berücksichtigen. Laut Rajakovics wird die Stadt demnächst einen Plan ausarbeiten und sich dafür auch Know-how von außen holen. Gesundheitsexperte Christoph Pammer macht den Stadtverantwortlichen jedenfalls Mut: „Die Stadt kann extrem viel tun, um die Gesundheitsbedingungen ihrer Bürger zu fördern.“ Allein schon der Ausbau des Radwegenetzes sei ebenso gesundheitsfördernd wie verkehrsberuhigende Maßnahmen.

2021