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9. Mai 2021

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- Grünraum-Leiter warnt nach Umsturz: Drittel der Grazer Bäume massiv geschädigt - Experte über Blackout in GU: Ich schließe das Horror-Szenario eigentlich aus - Lärm in Gösting bleibt - 1,7 Millionen Euro für Sozialpaket - Ärger in der Kuwasseggasse

2 graz www.grazer.at

2 graz www.grazer.at 9. MAI 2021 E D I T O R I A L von Tobit Schweighofer ✏ tobit.schweighofer@grazer.at Spontane Explosionen live erleben W er sich schon einmal gefragt hat, wie es sein kann, dass aus einer Lappalie innerhalb kürzester Zeit ein riesiger Eklat entsteht, in dem sogar die Grundwerte unseres Zusammenlebens hinterfragt werden, sollte einen Blick auf den Kaiser-Josef-Platz werfen. Denn dort kann man derzeit bei genau so einer spontanen Explosion live dabei sein. Angefangen hat alles mit Skatern und Anrainern. Die einen wollten skaten, die anderen wollten ihre Ruhe. Ein Problem, zu dem es in einer Stadt wie Graz wohl täglich dutzendfach kommt. Normalerweise wird in solchen Fällen ein Kompromiss gefunden und die Sache aus der Welt geschafft. Aber in diesem Fall eskalierte die Situation komplett und gipfelte bekanntlich im Trickverbot für die Skater. Bis dahin kam es zu Handgreiflichkeiten, es wurden Anzeigen erstattet, eigene Webseiten eingerichtet und bundesweite Solidaritätsaktionen gestartet. Inhaltlich ist man längst bei der archaischen Diktion angelangt. Von „Personengefährdung und Verwüstung“ sprechen die einen, während die anderen ihre „Grundrechte beschnitten“ sehen und vor den Obersten Gerichtshof ziehen wollen. Man darf gespannt sein, wo das endet, und darauf hoffen, dass noch jemandem auffällt, dass Justamentstandpunkte noch nie zu einer friedlichen Lösung geführt haben. Tobit Schweighofer, Chefredakteur SONNTAGSFRÜHSTÜCK MIT ... Auf zu neuen Ufern. Markus „Gonzo“ Renger hat auf Ibiza zu sich gefunden. Zum Frühstück gibt es ein Spiegelei – wie man sieht, durchaus auf der Schulter gebraten. Wer Musik von Gonzo hören will, gibt Gis4Us und Soundcloud in den Browser ein und los geht’s. KK ... Markus „Gonzo“ Renger Der Grazer Tausendsassa, Medien-Guru, Alltime-Moderator „Gonzo“ hat auf Ibiza ein Paradies aus Sonne, Meer und Electronic-Tracks gefunden. Frühstück auf Ibiza: eine späte Sache, oder? Genau. Für mich gibt’s jeden Tag ein Sonntagsfrühstück, denn auf Ibiza ist jeder Tag ein Sonntag für mich. Ich stehe so zwischen 1 und 2 Uhr mittags auf, nehme dann vielleicht ein Spiegelei, Speck und Zwieberl. Dann beginnt für mich der Tag mit Chillen. Sind Sie vor dem Lockdown geflohen? Es war nicht so geplant. Ich hatte meinen Bus, einen Mercedes Sprinter, auf 7,5 Metern Länge ausgebaut und arbeitete seit 2010 an dem Busumbau. Eigentlich wollte ich zum Windsurfen nach Marokko. Aber Marokko war coronabedingt zu, und so bin ich nach Spanien über Valencia und auf der Insel Ibiza gestrandet. Das war im August 2020 und bei uns war klar, dass ein Lockdown kommen wird. Allerdings dachte ich zuerst, ich bin vom Regen in die Traufe gekommen, denn die Bestimmungen waren auf Ibiza strenger als in Graz. Aber ich habe mich schnell daran gewöhnt. Was machen Sie da den ganzen Tag lang? Ich habe den Mercedes zu einem Traumbus umgestaltet. Daher habe ich jetzt genügend Platz für Anlage und Mischpult. Jetzt kann ich bequem Musik im Bus produzieren oder für andere Leute vom Bus aus Musik spielen und ich kann auch die Anlage rausnehmen und kurzzeitig vermieten für Feste und so. Ich bin auf der Insel angekommen und habe schon sehr viele Freunde gefunden. Da werden Sie sicher öfter eingeladen? Gerade bin ich Gast bei einem ziemlich reichen Typen. Der hat eine DJ-Anlage, wie ich sie gerne hätte und wie es sie nicht mal im Dom im Berg gibt. Meine Anlage ist das Vorgängermodell. Bei den Leuten kann ich duschen, werde zum Essen eingeladen, mache Musik, schlafe im Haus oder doch lieber im Bus und chille viel am Tag. Sitze am Pool mit meinem Einhorn. Aber es war nicht immer eitel Wonne? Nein, bis ich hier in diese Love-Schwingungen kam, die das Leben wesentlich reicher machen, musste ich eineinhalb Jahre leiden, extrem leiden. Es war die Trennung von meiner Freundin KGeli. Es tat sehr, sehr weh. Wir sind dann doch gemeinsam nach Ibiza gefahren. Keine gute Idee, und es ging auch nicht mehr. Jetzt ist alles vergeben und vergessen, sie blieb auch auf Ibiza, aber wir begegnen uns nie und es tut auch nicht mehr weh. Ich bin dankbar für die Schmerzen. Wovon lebt man so auf Ibiza? Ich gebe nahezu nichts aus. Von 22. August 2020 bis heute habe ich 4000 Euro ausgegeben, inklusive Fahrtkosten. Essen kaufen brauch ich nicht, da gibt’s Einladungen. Außerdem läuft ja mein Unternehmen Gonzomedia in Graz weiter. Meine Exfreundin Bibi Träger und Michael Hüttler (Jugendmagazin Cool) schupfen den Laden perfekt. Jeden Freitag gibt’s Gonzo auf Soundportal. Ja, ich mache da eine Sendung von 22 bis 24 Uhr. die sich „Sonnentanz“ nennt. Ich spiele da Musik aller Elektronikspielarten, mische z. B. Pink Floyd mit Iggy Pop und umgekehrt. Ich mache einfach Musik für Electronic-Neulinge (Rookies). Wann gibt’s eine Rückkehr nach Graz? Ich komme Ende Juni wieder nach Graz, mein Sohn wird da 17 und ich habe ihm versprochen, dass ich kommen werde. Auf Ibiza wird’s außerdem dann zu heiß. Was der Herbst bringen wird, das kann ich jetzt noch nicht sagen. Mal schauen. VOJO RADKOVIC Markus Renger (48) hat nach Study Hopping an der Grazer Uni (BWL, Jus, Pädagogik, Fächerbündel Medien, Bühne & Film, Englisch und Spanisch) durch Zufall Psychologie fertig studiert. Anschließend Ausbildung zum Klinischen Psychologen und vor der Praxiseröffnung in die Unterhaltungsbranche gewechselt. „Gonzo“ agierte in allen Radio- und TV-Stationen, moderierte hunderte Shows, ist Unternehmer und Gründer von Gonzomedia (Auswahl, da gibt’s viel mehr).

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