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9. Juni 2019

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- Grazerin errichtet Skulpturenpark auf Ibiza - Feuerwehr rüstet für Hochwasser auf - Nächster Misstrauensantrag im Landtag - Bauarbeiten beim ASKÖ-Center auf der Zielgeraden - 10. „Grazer" Wirtschafts-Stammtisch

2 die seite zwei

2 die seite zwei www.grazer.at 9. JUNI 2019 E D I T O R I A L von Tobit Schweighofer ✏ tobit.schweighofer@grazer.at Vom Mauscheln und Kragenplatzen D iese Woche platzte unserem Bürgermeister der Kragen. Und das nicht ganz zu Unrecht. Vor sage und schreibe 16 Monaten forderte der Gemeinderat vom Land eine Novelle des Raumordnungsgesetzes, um im Rahmen des städtischen Leitbilds festlegen zu können, wie viel Fläche bei einem Bauprojekt Grünland bleiben muss. Nur bis dato ist eine Reaktion ausgeblieben, die (wohlgemerkt einstimmige) Petition aus dem Vorjahr hatte bisher keine Wirkung. Kein Einzelfall, denn Petitionen werden hierzulande grundsätzlich eher als etwas Lästiges wahrgenommen, das man gerne auf die lange Bank schiebt. Natürlich betrifft das aber nicht nur das Land, sondern alle. Egal ob der Bezirk eine Petition an die Stadt schickt, die Stadt ans Land oder das Land an den Bund: Herauskommen tut selten etwas dabei. Um etwas zu erreichen, ist es offenbar also notwendig, „politisch aktiv“ zu werden, Seilschaften zu bemühen, Lobbying zu betreiben und in den sprichwörtlichen Hinterzimmern dafür zu sorgen, dass politische Entscheidungen im eigenen Sinne ausfallen. Transparenz sieht anders aus und das um sich greifende Misstrauen Politikern gegenüber wird so wohl auch nicht kleiner werden. Tobit Schweighofer, Chefredakteur SONNTAGSFRÜHSTÜCK MIT ... ... Viktoria Schnaderbeck Aktuell läuft die Damenfußball-WM, leider ohne Österreich. Dafür nahm sich die beste Der Pater Kickerin des Stift Zeit, Rein um über spricht ihren über Glauben ausgefüllte zu sprechen. Arbeitstage An Gott. zu Weihnachten, Und an sich. Konumzwang, leben jetzt Medienaffinität, in London bei Arsenal. Franz English Fuchs und Christin, erklärt aber ich was lebe für meinen ihn Weihnachten Glauben. Kirchen- Sie ist. Breakfast oder gibt’s steirische Importe? Ich hab zwar oft Besuch aus der Heimat, aber grundsätzlich lege ich das Frühstück sportleistungsorientiert an. Dann gibt’s Porridge mit viel frischem Obst, weiches Ei, Weckerl mit Wurst und Käse, hin und wieder Eierspeis – also wie man in England halt eine solche hinkriegt – und Kaffee. Also: nicht wenig, aber ich hab einen entsprechenden Energiebedarf. Und sind ein Genussmensch, richtig? Auf jeden Fall. Ich betrachte Essen und bewusste Ernährung aber nicht nur im Sinne von Lebensmittelzufuhr, sondern auch als zentralen Kommunikationspunkt, als Teil von Geselligkeit. Daher erkunde ich immer gerne überall, wo ich bin, neue Restaurants, Cafés usw. In London hab ich aber schnell erkennen müssen: Du wirst nie alle kennenlernen. Gefühlt macht alle fünf Minuten ein neues Lokal auf. In der Freizeit wird aber nicht nur geschlemmt, oder? Nein, ich bin ja ein Aktivmensch. Die Freizeit sieht aktuell so aus: Fühle ich mich matt, schau ich, dass ich viel Schlaf bekomme, Physio-Behandlungen mache und dergleichen. Fühl ich mich fit, leih ich mir gern ein Rad aus und fahr in die City. Ich wohne ja etwas außerhalb Londons. Sonst nehm ich den Zug und besuche in der Stadt Museen, Shops oder lasse die pulsierende Metropole einfach auf mich wirken. Etwas beschaulicher geht’s in Graz, ihrem Geburtsort, zu. Sind Sie öfters hier? Nach Graz komm ich immer gern. Dann bin ich immer bei meinem kleinen Neffen Jonas. Einfach Family-Time genießen ist dann angesagt oder ein ausgedehntes Frühstück am Schlossberg. Heimatbesuche führen mich aber in den meisten Fällen in den Ort, wo ich aufgewachsen bin und die Liebe zum Fußball entdeckt hab, nach Kirchberg an der Raab. Die Ruhe dort ... unbezahlbar und ein wichtiger Kraftspender. Wie in Ihrem Fall der Glaube ... Genau. Ich bin keine streng religiöse, konservative Wenn wenig Zeit fürs Frühstück bleibt, genügen Obst und resches Gebäck. Dieser Tage verfolgt Viktoria Schnaderbeck, Cousine von Kicker Sebastian Prödl, die Damen-WM. Ihr Siegertipp: „Frankreich!“ KK und Friedhofsbesuche sind Teil meines Lebens, genauso wie das Gebet. Als Kind war es ein Ritual, vorm Schlafengehen das Vaterunser zu beten. Ich bete auch heute noch. Aber, und das ist mir wichtig zu betonen, um Gott zu danken für Dinge, die er mir gibt. Nie käme ich auf die Idee, für eine Sache im Vorhinein zu beten. Glaube ist mir deswegen so wichtig, weil es in unserer rasenden Zeit doch kaum mehr etwas gibt, das einem ein Anker sein kann. Etwas, das immer da ist. Sie hatten als Kickerin sieben schwere Verletzungen zu durchtauchen, kamen stets zurück. Woher rührt diese Ausdauer? Ich hatte ja auch schlimme, traurige Phasen in den vielen Rehas. Aber ich suchte mir vor jeder Reha etwas, auf das ich mich freue. Ich finde mit dieser Strategie immer was Positives und habe aus Verletzungen – egal ob gerissenes Kreuzband, Miniskus oder sonst etwas – stets Demut und Gelassenheit lernen können. Inzwischen halten Sie auch Vorträge in Sachen Motivation und Zieloptimierung, haben ein Wirtschaftspsychologie-Studium in der Tasche. Ein Tätigkeitsfeld für die Zeit nach der Karriere? Das wird sich weisen. Ich will vor allem vermitteln: Es kommt nicht immer nur auf das anvisierte Endresultat an. Nicht immer zählt nur der am Ende stehende Erfolg eines Unterfangens. Die Gewissheit, auf einen fordernden und lehrenden Entwicklungsweg zurückblicken zu können, mit seinen Höhen und Tiefen, ist ungemein wertvoll. Nicht nur der Jubel über ein Tor zählt; auch der Schuss davor, der Weg zum Tor, kann ein wunderschönes Gefühl sein. PHILIPP BRAUNEGGER Viktoria Schnaderbeck (geb. 4. Jänner 1991, Graz) startete ihre Karriere beim LUV, spielte dann elf Jahre beim FC Bayern, wechselte 2018 zu den Arsenal Ladies. Schon in der ersten Saison holte sie den Meistertitel. Für Österreich bestritt sie 60 Länderspiele und erreichte 2017 das EM-Semifinale .

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