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9. Februar 2021

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- Fitnessstudios, Gastro & Kultur: Für Wiedereröffnung gewappnet - Neueröffnung in Graz: Erster Einblick in die neue Sushi-Bar Toshi - Neue Videoserie zu Covid-19: Die Impfung rettet die Wirtschaft - Kultur- und Finanzstadtrat Günter Riegler im Interview - Neues Projekt ist ins Spitzhaus eingezogen - Wiedereröffnung der Museen

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6 graz www.grazer.at 9. FEBRUAR 2021 Was bleibt dann an Kosten und Verlusten über? Riegler: Ich würde grob sagen, dass das 2020er Jahr noch immer mit einem Minus im zweistelligen Millionenbereich abschließt. Wird es da Abgaben- und Gebührenerhöhungen für die Grazer geben, um das Loch zu stopfen? Riegler: Diese Lücke müssen wir durch Kredite schließen – das ist die einzige Möglichkeit. Und wie sollen die zurückgezahlt werden? Riegler: Da haben wir momentan eine relativ langfristige Finanzierungsstruktur: Wir haben Darlehen aufgenommen im Bereich von vierzig, fünfzig Jahren. Das wird aber nicht alles nur zur Abdeckung des Corona- Verlustes verwendet. Wir haben ja jedes Jahr zwischen 190 bis 200 Millionen Euro an Neuinvestitionen getätigt – Stichwort Straßenbahnen, Abwasserbeseitigung, Recyclingcenter und vieles mehr. Sieht es 2021 besser aus? Riegler: Dieses Jahr könnte das Gleiche drohen. Da gibt es jetzt das zweite Gemeindepaket der Bundesregierung. Kurz vor Neujahr wurden 2,5 Milliarden Euro vom Finanzminister angekündigt. Da erhoffe ich mir, dass für die Stadt Graz wohl auch wieder etwa fünfzig Millionen Euro bereitgestellt werden können. Es war gut, dass ich ersten Tag an im März offen ausgesprochen habe, dass wir bei Kommunalsteuer und Ertragsanteilen in ein großes Minus schlittern werden und dass es Bundeshilfen brauchen wird. Ich würde bei aller Bescheidenheit schon glauben, dass wir da durchaus Druck aufgebaut haben. Schon die Absage der Plabutschgondel ist mit der Corona-Krise begründet worden. Welche weiteren Projekte werden ihr vielleicht noch zum Opfer fallen? Riegler: Es ist nicht so, dass wir irgendwelche Projekte nach hinten geschoben hätten – ganz im Gegenteil. Ende 2020 haben wir sogar weitere Mittel auf Schiene gebracht, um es gewissermaßen bildlich zu sagen. Zum Beispiel für die Remise Steyrergasse werden im Februar 2,5 Millionen Euro Planungsmittel bereitgestellt. Wenn man 15 neue Straßenbahn-Garnituren anschafft, brauchen die auch Platz zum Abstellen und für die Reparaturen. Es wurden also keine Projekte abgesagt, sondern wenn umgegliedert: sodass man eben zum Beispiel statt der Plabutschgondel jetzt den Straßenbahn-Ausbau finanziert. Und hat sich auch nichts verschoben oder verzögert? Riegler: Nein, im Wesentlichen ist alles im Plan. Natürlich gibt es bei 190 Millionen Euro Jahresinvestitionssumme eine lange, lange Liste. Da kann‘s immer wieder sein, dass sich einzelne Dinge um sechs Monate oder auch einmal ein Jahr verschieben, weil Planungsdetails noch verändert werden müssen. Mir fällt da zum Beispiel die Tegetthoffbrücke ein, die neu gemacht werden muss, wenn man durch die Neutorgasse eine Entlastungsstrecke für die Straßenbahn baut. Da hat es jetzt Verzögerungen gegeben, weil das Projekt so, wie man ursprünglich dachte, nicht umsetzbar wäre. Was war das wichtigste, das Sie aus der Pandemie gelernt haben? Riegler: Eine ganz wesentliche Lehre für mich auch in der politischen Arbeit ist, dass man wirklich Riegler versichert: Durch die Corona-Krise werden keine Projekte abgesagt oder verschoben. Vor allem in den öffentlichen Verkehr wird weiter investiert. KANIZAJ sehr präzise kommunizieren muss. Und so verlockend es oft auch ist, nicht zu früh Hoffnungen wecken darf, wo es noch nicht die nötige Sicherheit gibt. Kurz: Erst zu gackern, wenn das Ei auch gelegt ist. Über ein ungelegtes Ei würde ich aber schon gerne mit Ihnen gackern. Spätestens in einem Jahr steht die nächste Wahl in Graz an. Wann glauben Sie, dass es soweit ist? Riegler: Der planmäßige Wahltermin ist Februar 2022 und ich gehe davon aus, dass wir bis dahin fertigarbeiten. Ob sie möglicherweise ein paar Wochen früher stattfindet, wird man sehen. Es wird wohl Winter 2021/22 sein. Würden Sie eine Vorverlegung begrüßen? Riegler: Die Frage ist, ob Wahlkampf in die Weihnachtszeit und unter den Christbaum passt. Möglicherweise spricht einiges dafür das zu trennen. Ich brauch Sie wahrscheinlich nicht fragen, wer der nächste Bürgermeister wird. Aber wer wird der nächste Vize? Riegler: Ich würde mir für die Menschen in Graz wünschen, dass es durchaus mehrere partnerschaftliche Optionen gibt. Ein Wahlergebnis mit mehreren Koalitionsmöglichkeiten wie in Wien ist für die Demokratie sicher das beste. Haben Sie eine Prognose – oder Präferenz? Riegler: Ich persönlich kann eigentlich mit allen Fraktionen. Insbesondere wenn die Kameras und Mikrofone im Gemeinderatssitzungssaal ausgeschaltet sind und wir im nicht öffentlichen Teil sind, eint es uns, dass wir alle miteinander etwas Gutes machen wollen. Und mit den meisten kann man auch was Sinnvolles zu Stande bringen. Wo ich in den letzten Jahren ehrlich gesagt meine Zweifel gehabt hab, waren die Kommunisten. Das Nein-Sagen und das Verhindern sind da aus meiner Sicht zu sehr das Treibende. Wenn Sie zum jetzigen Zeitpunkt ein einziges Wahlversprechen machen könnten, welches wäre es? Riegler: Finanzielle Stabilität für die Stadt Graz und für den Investitionskurs, den wir machen.

9. FEBRUAR 2021 www.grazer.at graz 7 Hans-Jörg Mackeldey, Brezelmann Grazer Originale Seit 1989 ist Hans-Jörg Mackeldey nun schon passionierter Brezelverkäufer, seit 2016 hat er seinen bekannten Stand in der Herrengasse und gehört somit praktisch schon zum Stadtbild dazu. Die Studierenden der FH Joanneum Ausstellungsdesign zeigen eine Design- Schau mit poetischen Rauminszenierungen im Spitz in der Herrengasse. KK (3) Ein neues Projekt ist ins Spitzhaus eingezogen COOL. Studierende der FH Joanneum zeigen bis zum 21. Februar eine Design-Schau im Ex-Stiefelkönig. Von Verena Leitold verena.leitold@grazer.at Besitzen Räume eine eigene Poesie? Und wie gibt man der poetischen Wirkung eines Raumes eine Stimme – oder besser gesagt: ein Aussehen? Dieser Frage sind Studierende des Masterstudiengangs Ausstellungsdesign der Fachhochschule Joanneum auf den Grund gegangen. Indem sie sich mit der Frage auseinander gesetzt haben, wie man die Poesie, welche ein Raum vermitteln kann, sichtbar, erfahrbar und hörbar machen kann, entstanden vielfältige Rauminszenierungen, welche unterschiedliche poetische Botschaften an die Besucher heran tragen. Die Ergebnisse sind ab sofort im spitzhaus in den Räumlichkeiten des ehemaligen Stiefelkönig in der Herrengasse zu sehen. Nach dem „Festivalzentrum“ des steirischen herbst und der weihnachtlichen Aufmachung inklusive Einkaufsdepot im Advent, ist dies nun die nächste temporäre Bespielung der eigentlich seit bald drei Jahren leerstehenden Räumlichkeiten. Die Ausstellung der Studierenden unter dem Titel +raum ist bis zum 21. Februar zu sehen. Aufgrund der Corona- Situation ist das aber nur in Kleingruppen und mit vorangemeldeten Timeslots möglich. Aktuelle Informationen hierzu findet man auf der Homepage der Ausstellung: www.plusraum.at Mystische Tauchgänge Insgesamt werden acht Rauminszenierungen gezeigt, durch die die Besucher in neuartige Welten eintauchen können. Während man sich der Mystik von ruhigen Nebelschwaden bewusst wird und sowohl positive als auch negative Gefühle damit verbindet, erlebt man an anderer Stelle, wie die Natur sich, zuvor durch Menschenhand konstruierte Holzmöbelstücke, wieder zurückerobert. Spiele aus Licht und Schatten erlauben es, mit dem Kunstwerk zu interagieren und tanzende Puppen verzerren sich in skurrilen Projektionen an Wänden. Was zeigen Sie jemandem, der Graz noch nie gesehen hat, als erstes? Mich fragen Touristen ja oft, was denn besonders sehenswert sei. Ich empfehle dann immer die Murinsel, den Uhrturm oder das Kunsthaus. Sowohl die Murinsel als auch das Kunsthaus sind ja Kunst-Hotspots. Sind Sie selber auch Kunstliebhaber? Ja total! Ich bin ein großer Kunstfan und zeichne auch selber sehr gern in meiner Freizeit. Was würden Sie an so einem Wintertag wie heute in Graz am liebsten machen? Hm, das ist schwierig. Ich glaub ich würde durch den Augarten spazieren. Ich wohne da gleich in der Nähe und liebe es dort. Sowohl der Park, als auch das Publikum dort gefällt mir sehr – das ist alles so international dort. Beschreiben Sie Graz in drei Worten: Dafür brauche ich nur ein Wort, nämlich „wundervoll“. Ich liebe Graz, ich bin hier aufgewachsen. Die Leute sind so freundlich, alles hat eine gewisse Lockerheit, kurz: Graz ist einfach perfekt. NINA WIESMÜLLER Über 30 Jahre ist Hans-Jörg Mackeldey bereits Brezelverkäufer . GRAZER

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