7 TAGE SONNTAG

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7. November 2021

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- Hunderte Millionen Euro für den Zugausbau in Graz - Altstadt: Weltkulturerbe in Gefahr - Das Café Ritter kehrt zurück - Zu viele Corona-Fälle in Grazer Lokalen - Zwei Grazer sind die besten Barkeeper in Österreich

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8 graz www.grazer.at 7. NOVEMBER 2021 Novemberpogrom 1938 Judenhass schockiert Roland Reischl (Woche), Brigitte und Josef Mosshammer, Georg Doppelhofer (RMA-Vorstand, v. l.)KK Mosshammer ausgezeichnet ■ Die Fleischerei Mosshammer ist aus Graz nicht mehr wegzudenken, das finden auch die Grazer, die sie zum steirischen Unternehmen des Jahres gewählt haben. Am Freitag bekamen Brigitte und Josef Mosshammer in feierlichem Rahmen dann den „Woche“-Regionalitätspreis verliehen. Neben der Fleischerei gibt’s auch noch einen Caterer, seit letztem Jahr eine Frühstückspension, 24-Stunden-Automaten, eigene Grillkurse und Wifi-Kurse. Die Grazer Synagoge wurde im vergangenen Jahr von einem 32-Jährigen attackiert und beschmiert. Gegen Amazon Fast 3000 Unterschriften STREET VIEW Über 300 Dankes-Sprüche hängen am Dankbarkeits-Baum. Dankbarkeits- Baum füllt sich ■ Als Zeichen des Erntedankes wurden für die sogenannte StadtErnteDank-Aktion insgesamt 400 Bio-Äpfel von der Katholischen Stadtkirche Graz (Kircheneck) in der Herrengasse verteilt mit der Einladung, einen konkreten Dank auf vorbereitete Holzplättchen zu schreiben und auf den Dankbarkeits-Baum im Brunnenhof beim Kircheneck zu hängen. In der Aktionszeit wurden beinahe 300 zum Teil sehr persönliche und berührende Dankes-Worte aufgehängt. KK KRITIK. 2923 Personen unterschrieben die Petition gegen das Amazon-Verteilerzentrum in Liebenau. Beschwerde- Verfahren laufen. Ackerboden statt Amazon“ lautete der plakative – fast „Kickl-eske“ – Slogan der Petition gegen das Amazon-Logistikzentrum in Liebenau. Diese Woche wurde die Stimmensammlung beendet: Insgesamt kamen 2923 Unterschriften zusammen – 90 davon auf Papier, der Rest online über openpetition. eu. Am 30. Jänner soll die Aktion, die sich laut Beschreibung an Bürgermeister, Stadträte, Landeshauptmann, Landesräte sowie Wirtschaftskammer-Präsidenten richtet, eingereicht werden. Das Großprojekt des Versandriesen wird dadurch aber nicht mehr zu verhindern sein. Das weiß man auch bei der Stadt Graz, wo man über die Präsidialabteilung ja eine Beschwerde gegen das Vorhaben ohne UVP-Verfahren eingereicht hat. Der Einspruch, wie man umgangssprachlich sagt, ist in zweiter Instanz am Bundesverwaltungsgericht anhängig. Da es sich aufgrund mehrerer Parteien um ein sehr komplexes Verfahren handelt, rechnet man heuer nicht mehr mit einem Entscheid. Das Urteil fällt dann zwar ein Richter, dazu wird es aber einen oder mehrere Sachverständige brauchen, auch Zeugen können befragt werden. Für ein Amazon-Verteilerzentrum im Osten Klagenfurts erfolgte kürzlich übrigens der Spatenstich. Schon 2022 soll der Bau abgeschlossen sein. Rund 100 neue Arbeitsplätze entstehen. In Graz würden rund 250 Menschen angestellt werden. VENA Auf diesem Acker in Liebenau ist das Amazon-Logistikzentrum geplant. KK

7. NOVEMBER 2021 www.grazer.at graz 9 nach wie vor BESTÜRZEND. Am 9. November vor 83 Jahren brannte die Grazer Synagoge. Antisemitismus ist nach wie vor ein großes Problem. Von Julian Bernögger julian.bernoegger@grazer.at In der Nacht von 9. auf 10. November 1938 wurden im ganzen damaligen Deutschen Reich Juden attackiert, ermordet und verhaftet. Auch in Graz nahmen die Nationalsozialisten rund 300 Juden fest und brachten sie ins KZ Dachau. Die Grazer Synagoge wurde von den Faschisten in Brand gesetzt. Heute, 83 Jahre später, ist Antisemitismus immer noch ein großes Problem. Erst vor zwei Wochen wurde in Graz ein 32-Jähriger zu drei Jahren Haft verurteilt, weil er die Grazer Synagoge beschmiert und ein Fenster eingeworfen hatte. Außerdem hatte der Mann den Präsidenten der Jüdischen Gemeinde Graz, Elie Rosen, attackiert. Hass im Netz Im Internet ist der Hass gegen Juden weit verbreitet, wegen der Pandemie kursieren enorm viele, krude und absurde Verschwörungsmythen über eine angebliche Beteiligung der Juden. „Die Pandemie hat die Büchse der Pandora geöffnet“, erklärt Daniela Grabovac, die Leiterin der steirischen Antidiskriminierungsstelle. „Die Zahl solcher Postings nimmt in letzter Zeit stark zu, mittlerweile machen NS-Parolen und Antisemitismus rund 40 Prozent der in unserer BanHate-App gemeldeten Postings aus.“ Seit Beginn des Jahres bis zum 4. November wurden in der BanHate-App 789 NS-Parolen und Wiederbetätigungen und 354 Postings mit antisemitischem Inhalt gemeldet.

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