7 TAGE SONNTAG

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7. März 2021

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- Zahnarzt-Horror in Graz-Umgebung - Aiola-Giraffe wurde gestohlen - 38.615 Wohnungen stehen in Graz leer - Zweiter Mr. Falafel hat aufgesperrt - Frauentag: Grazer Powerfrauen stehen für ihre Rechte ein

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graz 4 graz www.grazer.at 7. MÄRZ 2021 4 redaktion@grazer.at & 0316 / 23 21 10 Zahnarzt-Horror in GU? Die Klimakrise ist die große Frage unserer Zeit, und sie betrifft uns alle.“ Ministerin Leonore Gewessler lobte das Ziel der TU Graz, bis 2030 klimaneutral zu werden. CHRISTOPHER DUNKER Betroffene fürchten Am 9. April startet die Ausstellung im Grazer Kunsthaus.GRAZTOURSIMUS/SCHIFFER Ausblick in viele Zukünfte ab April ■ Am 9. April wird die Ausstellung „was sein wird. Von der Zukunft zu den Zukünften“ im Kunsthaus Graz eröffnet. Im Fokus stehen Themen und Projekte, welche sich mit Fragen zu Nachhaltigkeit, Diversität und Mobilität beschäftigen. Beispiele dafür sind die weltweite Klimakrise, die Digitalisierung, die Verteilung von Ressourcen oder die Gendergerechtigkeit. Das Besondere: Die Projekte stehen zwischen Kunst und Wissenschaft. SPÖ-Graz-Vorsitzender Michael Ehmann präsentiert Verkehrsplan. SPÖ SPÖ stellt vor: Jedem Bezirk seine Bim ■ Zwei City-Schnellbahnlinien durch Graz, die Neuordnung von Straßenbahnlinien inklusive Streckenverlängerungen, die Verzahnung des innerstädtischen ÖV-Verkehrs mit der S-Bahn zur besseren Bewältigung der Pendlerströme, Überlegungen für Park & Ride – das sind nur einige der Schwerpunkte eines Gesamtverkehrskonzeptes für Graz, das Experten in vielen Monaten für die SPÖ Graz ausgearbeitet haben. „Damit können wir mit Fug und Recht behaupten: Wir verbinden Graz!“, betont SP-Graz- Vorsitzender Michael Ehmann. Herbert Rath (links unten) und sein Anwalt Frank Carlo Gruber gehen gegen eine Zahnärztin aus Graz-Umgebung vor, die ohne medizinische Gründe behandelt haben soll. Ein Gutachten (links oben) bekräftigt die Vorwürfe. LUEF, GETTY, FAKSIMILE derGrazer Haben Sie Angst vorm Zahnarzt? „Ich habe keine Angst, es ist eben ein notwendiges Übel. Darum gehe ich auch zweimal im Jahr hin.“ Jörg Mohr, 50, Filmbeleuchter „Prinzipiell nicht, ich finde es eher beruhigend. Aber das ist natürlich auch situationsbedingt.“ Christa Cebe, 69, Pensionistin „Ja schon! Es tut bei mir meistens weh. Aber bei meiner Zahnärztin fühle ich mich gut aufgehoben!“ Maria Cerrato, 51, Lehrerin Blitzumfrage „Ja und nein. Vor dem Arztbesuch selbst habe ich keine Angst, aber vor dem finanziellen Aufwand.“ Minna Rothbart, 20, Studentin ? ALLE FOTOS: DER GRAZER „Ganz im Gegenteil, ich habe keinen Grund, Angst zu haben, da ich meiner Ärztin total vertraue.“ Dietmar Grissemann, 64, Pensionist

7. 7. MÄRZ 2021 www.grazer.at graz 5 ➜ TOP GETTY (2) Graz startet Bürgerbudget Die Stadt stellt 300.000 Euro zur Verfügung, um Ideen von Bürgern, die Grazern zugutekommen, umzusetzen. Drogen am Steuer Am Dienstag ertappte die Grazer Polizei bei einer Verkehrskontrolle gleich drei berauschte Autofahrer. FLOP ➜ jetzt lebenslange Schäden UNGLAUBLICH. Eine Zahnärztin soll ohne Grund Behandlungen durchgeführt haben. Gutachten bekräftigt, Berufsverbot erteilt. Von Fabian Kleindienst fabian.kleindienst@grazer.at Man glaubt seiner Zahnärztin halt“, erzählt Herbert Rath und beginnt damit seine Geschichte, die unvorstellbar scheint. Er und andere Betroffene klagen mit ihrem Anwalt Frank Carlo Gruber zivilrechtlich gegen eine Zahnärztin aus dem Süden von Graz-Umgebung: Sie habe, so der Vorwurf, ohne medizinische Notwendigkeit an gesunden Zähnen gebohrt und damit langfristige Schäden hervorgerufen. Ein Sachverständigen-Gutachten, das dem „Grazer“ vorliegt, scheint den Verdacht zu bestätigen. Doch was war geschehen? Rath bekam die Ärztin Ende 2019 von seiner ebenfalls betroffenen Exfreundin empfohlen. Schon bei der zweiten Behandlung dann die Schocknachricht: Ganze 16 Zähne müssten wegen Kariesbefall schnellstmöglich gerichtet werden. „Da war ich schon ziemlich baff“, erinnert sich Rath. Er nahm einen Kredit auf und ließ sich behandeln – doch die Schmerzen blieben noch monatelang, bis heute. Daraufhin ging er zu Gruber. „Ich war psychisch und körperlich am Ende, hatte Schulden, konnte nichts essen“, erzählt er im Gespräch. Sein Anwalt erhielt kurze Zeit später einen weiteren Anruf. Kurt und Vanessa Haid, zwei Geschwister, berichteten unabhängig von Rath von ähnlichen Erfahrungen. Auch bei Kurt Haid stellte die Verdächtige wohl massiven Kariesbefall fest, neben einigen Inlays (Einlagefüllungen) regte sie, so Haid, sogar einen vollständigen Zahnersatz an. Auf ein mögliches Fehlverhalten der Ärztin wurde die Familie durch seine Schwester Vanessa aufmerksam. „Ich war perplex, als ich gehört habe, dass zahlreiche Zähne bei mir gerichtet werden müssen“, erzählt sie. Aufgrund der teuren Behandlung und weil sie zuvor noch nie Probleme gehabt hatte, holte sie eine zweite Meinung ein: „Da wurde nichts gefunden.“ Gruber klagte und brachte bei der Staatsanwaltschaft Graz im Juni 2020 eine Sachverhaltsdarstellung ein. Streit um Gutachten Im Februar kamen von der Staatsanwaltschaft bestellte Sachverständigen-Gutachten, welche die Vorwürfe zu belegen scheinen. So heißt es zu Kurt Haid, er habe laut den sichergestellten Röntgenbildern „bei keinem Zahn eine kariöse Läsion.“ Zu Haid wie zu Rath hält der Gutachter fest: „Durch das Anbohren von gesunden, kariesfreien Zähnen sind irreversible, nicht mehr gutzumachende Schäden entstanden. Die Dauer der Gesundheitsschädigung ist lebenslang.“ Die Ermittlungen laufen, es gilt die Unschuldsvermutung. Vom Land Steiermark hieß es auf Nachfrage indessen, dass man beim Verdacht auf grobe Verfehlungen in der Ausübung des ärztlichen Berufs nicht auf den Ausgang eines Strafverfahrens für die Erteilung eines Berufsverbots warten könne, denn es sei Gefahr im Verzug. Zum konkreten Fall könne man nur festhalten, dass nach Einlangen des Gutachtens sofort eine Entscheidung gefällt wurde. Das deutet auf ein vorläufiges Berufsverbot hin, was der Anwalt der Beschuldigten, Gerhard Stingl, bestätigt. So würde man sich gegen den Mandatsbescheid des Landes zur Wehr setzen. Weiters gibt Stingl an, das Gutachten überprüfen lassen zu wollen, da es fehlerhaft sei. So würden darin mehrere Dinge verwechselt und auch Zähne falsch bezeichnet. Auch im Zivilverfahren wurde ein weiterer Gutachter bestellt. Auch die Zahnärztekammer stellt sich hinter die Beschuldigte. Zwar konnte sich Kammerpräsidentin Veronika Scardelli nicht zum laufenden Verfahren äußern, hielt aber fest, dass die Beschuldigte einen guten Leumund besitze und bisher nichts Negatives gegen sie vorliege. Gruber hingegen hält fest: „Es melden sich laufend neue Betroffene, unvorstellbar!“ Morgen werden wir Grubers Blick auf den Fall in unserer digitalen Tageszeitung (auf www. grazer.at oder über unsere App gratis erhältlich) genauer behandeln.

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