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7. Juni 2020

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- Nächste Schritte zur Belebung des Murufers: Grazer Surf- und Kajakwelle wird bereits im Labor gebaut - Schildbürgerstreich bei Stadion-Baustelle: 400 Meter Umweg für 10 Meter - E-Autos laden ohne Kabel - Lieboch überholt Graz mit der Fahrradstraße - Bald heizt ganz Graz nur mit Fernwärme - Sperrmüll sorgt für Ärger in Liebenau - Schlosspark Eggenberg: Spielplatz vor der Eröffnung - Wer mit dem Rad stürzt, muss zu Polizei

2 graz www.grazer.at

2 graz www.grazer.at 7. JUNI 2020 E D I T O R I A L von Tobit Schweighofer ✏ tobit.schweighofer@grazer.at Urlaub ist, wo wir sind U rlaub im Ausland fällt wohl für viele Grazer heuer flach. Umso schöner ist es jetzt zu sehen, dass an allen Ecken und Enden der Stadt daran gearbeitet wird, den Urlaub nach Graz zu bringen. Unter dem Motto „Summer in the City“ (siehe Seite 6) werden am Karmeliterplatz Palmen aufgestellt, Foodtrucks haben gestern im Augarten eröffnet und entlang der Mur gibt es ebenfalls viel Neues (siehe Seiten 4/5), um das „Strandfeeling“ in die Stadt zu bringen. Um solche Aktionen umzusetzen, erfordert es mutige und innovative Menschen, die auch in so harten Zeiten wie diesen nicht herumjammern, sich ihrem Schicksal ergeben und neidisch auf andere schielen, sondern aktiv werden und versuchen, das Beste aus der Situation herauszuholen. Und von dieser Sorte gibt es in Graz zum Glück einige, die man jetzt auch tun lassen muss. Nur wenn die Stadt lebt, kann sie wieder auferstehen. Nur mit Aktionen mit einer gewissen Strahlkraft kann ein Schneeballeffekt in Gang gesetzt werden, der andere ermutigt, ebenfalls aktiv zu werden. Und nur dann werden sich die Wirtschaft, die Gastronomie und der Tourismus rasch erholen können und wir alle wieder in einem mindestens so lebendigen, pulsierenden Graz leben können, das wir alle schon so lange vermissen müssen. Tobit Schweighofer, Chefredakteur SONNTAGSFRÜHSTÜCK MIT... Ein Kräutertee am Beginn des Frühstücks muss sein. Gefrühstückt wird meist daheim, aber auch ab und zu im Büro der Steirischen Arbeiterkammer. GRAF-PUTZ ... AK-Präsident Josef Pesserl In unserem Präsidenten-Sonntagsfrühstück dreht sich fast alles um das Coronavirus und darum, wie die AK den Menschen helfen kann. Gefrühstückt wird auch in Corona-Zeiten. Entspanntes Sonntagsfrühstück geht wie? Als Erstes landet ein Kräutertee am Frühstückstisch. Dazu kommt frisches Brot, Butter, Marmelade, Tomaten, Gurken, etwas Obst und Wasser! Und wie verläuft der Sonntag dann weiter? Sonntag gibt es seltener Termine. Ich nütze die Zeit zum Ausspannen, versuche, den Alltagsstress wegzubekommen, mich zu regenerieren. Ich lese, fahre mit dem Rad, betätige mich gern handwerklich. Womit wir beim Alltag wären, und da sorgen nun die Arbeitslosenzahlen für Dramatik. Die Zahlen sind dramatisch. 70.000 Arbeitslose in der Steiermark. Kein Einkommen bedeutet Kaufkraftverlust. Das gefährdet Arbeitsplätze. Ein Ausweg war hier die Kurzarbeit, die allein in der Steiermark 180.000 Arbeitsplätze erhalten hat. Wir haben hier gesehen, welche Bedeutung der Sozialstaat hat. Haben viele Hilfe bei der AK gesucht? In der akuten Krisenzeit hatten wir bis zu 6000 Anrufe am Tag. Meist total verzweifelte Menschen, die nicht wussten, was sie machen sollen. Viele Fragen zur Kurzarbeit, Menschen, die ihr tägliches Leben nicht mehr finanzieren konnten, haben Hilfe gesucht. Wir haben da auch über das Wochenende einen Telefon-Notdienst eingerichtet. Ganz sicher war da auch Insolvenz Thema ... ... dieses Thema ist für uns ständig präsent. Noch bremsen da zum Glück die verschiedenen Hilfsmaßnahmen. Wir haben aber große Sorgen, dass es im Herbst, wenn Zahlungen schlagend werden, Aufträge ausbleiben, zu einem Anstieg kommen kann. Wie kann die Arbeiterkammer helfen? Wir haben Sofortmaßnahmen ergriffen und gemeinsam mit Land und Wirtschaftsförderung 4000 Telearbeitsplätze eingerichtet. 2,6 Millionen Euro wurden zur Verfügung gestellt. In unserer Corona- Soforthilfe haben wir Betroffenen zinsenlose Darlehen bis zu 6000 Euro zur Verfügung gestellt. Eine weitere große Baustelle ist die Lernbetreuung von Kindern im Sommer. Eltern wissen nicht, wie sie ihre Kinder in den Ferien betreuen sollen, und dann die Nachhilfe: Ein Viertel aller Schüler in der Steiermark benötigt Nachhilfe. Unter dem Motto Aktiv lernen bieten wir Lernbetreuung und Ferienbetreuung an. In der Aktion „Do it“ werden Kinder an die digitale Welt herangeführt. 200 Kinder können hier betreut werden von 24. August bis Anfang September. Apropos Sommer, machen Sie Urlaub? Wenn, dann bestenfalls in der näheren Umgebung. Ich bin da keine Ausnahme. Was Urlaub betrifft, ist vor allem die Eigenverantwortung gefragt. Macht die Volkshochschule wieder auf? Coronabedingt mussten wir rund 1000 Kurse absagen. 25.000 Teilnehmer waren davon betroffen. Wir hoffen, dass wir mit Semesterstart im Herbst wieder voll durchstarten können. Wie können wir aus der Krise um die Corona- Pandemie heil wieder rauskommen? Die Krise war für uns alle Neuland. Das Zauberwort jetzt ist Investitionen! Die öffentliche Hand muss jetzt u. a. im Verkehr, beim Breitbandinternet, der Fernwärme und der Bildung Investitionen vorziehen. Investitionen bedeuten Arbeitsplätze, und Beschäftigung ist das wichtigste Rezept, um die Krise zu bewältigen. Bei der Bezahlung der Kosten ist es, was die Verteilung betrifft, einfach: Wer mehr hat, soll mehr beitragen. VOJO RADKOVIC Josef Pesserl, am 7. Jänner 1957 in Unterpremstätten geboren, ist Präsident der Steirischen Arbeiterkammer. Mit 32, im Jahr 1989, wurde Pesserl Politiker und startete in der Textilgewerkschaft. 1999 wurde er Vizeobmann der GKK und 2013 AK- Präsident. Pesserl ist verheiratet und hat zwei Söhne. Pesserl ist ein Politiker aus Leidenschaft.

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