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7. Februar 2021

- Graz ist Vorbild als Klimainnovationsstadt - Zehn Jahre Soko Altstadt - Computer-Arbeitsplätze in Stadtbibliotheken - Liebenauer kämpfen für Filiale: Grazer Postpartner sterben langsam aus - Es wird zu viel Salz gestreut: Bauliche Maßnahmen können Bäume retten

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6 graz www.grazer.at 7. FEBRUAR 2021 K O M M E N T A R von Vojo Radkovic ✏ vojo.radkovic@grazer.at Klimaschutz: Wo jeder Grün haben will E s wird wärmer in Graz. Zuletzt war es so heiß im Sommer, dass man die Feuerwehr rief und am Hauptplatz die Menschen mit Sprühregen abkühlte. Die Fakten liegen am Tisch, am Klimawandel kommt keiner mehr vorbei, vielleicht einige Hartnäckige, für die es weder Corona noch Klimawandel gibt. Für alle anderen ist längst klar, geredet wurde jetzt genug, es ist höchste Zeit zu handeln. Es geht nicht darum, die Welt zu retten, aber das Klima verbessern lässt sich auch regional. In jeder Stadt, in jedem Dorf lassen sich kleine oder auch größere Maßnahmen zur Verbesserung des Klimaschutzes durchführen. Graz ist da wieder vorne dabei. Die Ziele, die Graz hat, sind herausfordernd. Das weiteste Ziel ist die Emissionsneutralität bis 2030. Die Stadt will mit Experten, eigenen Mitarbeitern, Fachbeiräten und mit viel Geld dieses Ziel erreichen. Bevor man da ankommt, braucht es einen detaillierten Klimaschutzplan. Der wird gerade erarbeitet. Das bedeutet aber nicht abwarten, bis der Bericht da ist. Bereits jetzt werden Bäume fürs Stadtklima gepflanzt, Fassaden begrünt, CO2 eingespart, wo immer es geht. Wichtig aber für die Stadt sind strengere, klimafreundliche, nachhaltige Bauvorschriften. Da wird einem garantiert schnell grün vor den Augen. 10 Jahre Soko Altstadt UNERMÜDLICH. Peter Laukhardt kämpft seit zehn Jahren für die Erhaltung des alten Graz. Bilanz: viele Siege und Niederlagen. Von Vojo Radkovic vojo.radkovic@grazer.at biläum, durfte die Initiative einige kostbare Geschenke entgegennehmen: Die größte Freude bereitete die vom Bürgermeister persönlich überbrachte Meldung von der Rettung des Girardihauses (Leonhardstraße 28) durch die Stadt Graz. Ebenso glücklich waren wir über die in einer Bauverhandlung fixierte Sanierung des Winzerhauses Straßengel straße 25. Schon vor Jahresfrist brachte die Erweiterung der Schutzzonen Waltendorf (Ruckerlberg) und St. Peter (Gartenstadt) für 270 Villen den Altstadtschutz, was auch die Rettung der vor dem Abbruch stehenden ,Belvedere-Villa‘ (Rilkeweg 22) bedeutete“. „Eines der größten Probleme ist derzeit“, so betont Peter Laukhardt, „dass sich überdimensionierte Wohnmonster in historische Villenviertel hineinfressen.“ Dies zeige die oft weit zurückliegenden Versäumnisse einer Stadtplanung auf, die heute den Anforderungen an eine nachhaltige Entwicklung nicht mehr gerecht wird. „Wir hoffen deshalb auf eine Novellierung des Baugesetzes, das die Bodenversiegelung beschränkt, denn dann wird es nicht mehr diese alles Grün verschlingenden Baumassen geben können.“ Altstadtschützer Peter Laukhardt vor dem Adam-Hof in Andritz, der auch nicht unter Schutz steht. GRAZERBE.AT Ich brenne für diese wunderbare Stadt; sie ist voller gebauter Geschichte, daher erforsche ich ihre Vergangenheit; ihre Gegenwart ist voller Widersprüche, daher bin ich ein aufmerksamer Beobachter; die Weichen für ihre Zukunft als lebenswerter Raum werden jetzt gestellt, daher wache ich über das, was wir unseren Nachkommen einmal hinterlassen sollten“, so antwortet Peter Laukhardt auf die Frage, wa rum er sich das mit über 80 Jahren antut. Der Grazer erfasst seit 2010 erhaltenswerte Bauobjekte auf seiner Website www.grazerbe.at, und seit 2011 kämpft er mit Bürgerinitiativen in der Soko Altstadt um die Erhaltung wertvoller Objekte und gegen die gefürchtete Abrissbirne. Hat sich der Einsatz gelohnt? Laukhardt: „Die Antwort lautet: ja. Jetzt, just zum zehnjährigen Ju- Villen- Abbruch am Beispiel Eggenberger Allee 10 LAUKHARDT Soko Altstadt: Fakten ■ 177 Abrisse: Castellhof, Hubertusschlössl, Schlosskeller Eggenberg, viele Vorstadthäuser wie Heinrichstraße 73, etliche alte Gasthäuser, Bezirksamt Mariatrost ■ Erfolge u. v. a.: 62 Bauten unter Denkmalschutz gestellt. 13 Villen der Königssiedlung gerettet. ■ Aktuell gefährdet: 68 Objekte, darunter: Altes Mauthaus (Eggenberger Allee 2), Ansitz (Grabenhofenweg 64), Villa (Hilmteichstraße 26), GH zum Schönbrunn (Mariatroster Straße 1), Altbau (Münzgrabenstraße 51) (alles auf www.grazerbe.at) derGrazer IMPRESSUM: „der Grazer“ – Unabhängige Wochenzeitung für Graz und Umgebung | Erscheinungsort: Graz | HERAUSGEBER UND MEDIENINHABER: Media 21 GmbH, Gadollaplatz 1, 8010 Graz; Tel. 0 316/23 21 10 | GESCHÄFTSFÜHRUNG/REDAKTION: Gerhard Goldbrich | ASSISTENZ: Jasmin Strobl (0664/80 666 6695) | CHEFREDAKTION/PROKURA: Tobit Schweighofer (DW 2618) | REDAKTION: Verena Leitold (Leitung E-Paper & Online, 0664/80 666 6691), Vojo Radkovic (0664/80 666 6694), Valentina Gartner (0664/80 666 6890), Philipp Braunegger (0664/80 666 6600), Fabian Kleindienst (0664/80 666 6538), Julian Bernögger (0664/80 666 6690), Nina Wiesmüller (0664/80 666 6918), Birgit Schweiger (Lektorat, 0650/2540976), Redaktion -Fax-DW 2641, redaktion@grazer.at | ANZEIGENANNAHME: Fax 0 316/23 21 10 DW 2627, verkauf@grazer.at | VERKAUF: Michael Midzan (Verkaufsleitung, 0664/80 666 6891), Selina Gartner (Verkaufsleitung, 0664/80 666 6848), Robert Heschl (0664/80 666 6897), Mag. Eva Semmler (0664/80 666 6895), Deborah Posadas-Saucedo (0664/80 666 6491), Helmut Koltai (0664/80 666 6892) | OFFICE MANAGEMENT: Pia Ebert (0664/80 666 6490) | PRODUKTION: Burkhard Leitner | HERSTELLUNG: Druckerei Carinthia, St. Veit/Glan | VERTEILUNG: redmail Logistik und Zustellservice GmbH (05/1795-0) | VERBREITETE AUFLAGE: 175.722 (Der Grazer, wö, ÖAK 1. HJ 2020). | OFFENLEGUNG: Die Informationen gemäß § 25 MedienG können unter www.grazer.at/gz/offenlegung-impressum abgerufen werden.

7. FEBRUAR 2021 www.grazer.at graz 7 Arbeitsplätze in Bibliotheken UNTERSTÜTZUNG. In den Stadtbibliotheken sollen mehr Arbeitsplätze und Betreuungsmöglichkeiten für Menschen ohne Computer geschaffen werden. Ein Folder listet dann alle kostenlosen PC-Angebote auf. Von Verena Leitold verena.leitold@grazer.at In der Pandemie verlagert sich nicht nur das soziale, sondern auch das berufliche Leben in die virtuelle Welt. Viele ältere, aber auch sozial schwächere Menschen haben aber keinen Computer zu Hause und tun sich so schwer, am Ball zu bleiben. Gemeinderätin Manuela Wutte möchte ihnen jetzt mehr Unterstützung zukommen lassen. „Viele Grazer haben aus unterschiedlichen Gründen keine digitalen Endgeräte bzw. nur Smartphones und können an den Angeboten deswegen nicht teilnehmen. An den meisten Standorten der Grazer Stadtbibliotheken gibt es kostenlose PC-Plätze, es braucht dort aber auch eine Ansprechperson für Fragen und Unterstützung.“ Dieses Service soll laut Antrag der Grünen-Mandatarin im nächsten Gemeinderat ausgebaut werden. Folder mit Angeboten In Kooperation mit verschiedenen Vereinen (zum Beispiel Wohnungslosenhilfe, Senioren- oder migrantische Organisationen) könnten kurze Einstiegs-Workshops in den Bibliotheken organisiert werden. Außerdem könnte man in einem kleinen Folder alle weiteren Angebote in der Stadt (etwa beim Frauenservice) auflisten, wo eine kostenlose PC- und Internetnutzung inkl. Betreuung möglich ist. Übrigens: Die Stadtbibliotheken sperren am Montag wieder auf. Das kostenlose Postservice wird aber bis zum 14. Februar fortgesetzt. Gemeinderätin Manuela Wutte möchte in den Stadtbibliotheken ein „Homeoffice“-Angebot für computerlose Menschen ausbauen. STADTBIBLIOTHEK GRAZ

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