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7. Februar 2021

- Graz ist Vorbild als Klimainnovationsstadt - Zehn Jahre Soko Altstadt - Computer-Arbeitsplätze in Stadtbibliotheken - Liebenauer kämpfen für Filiale: Grazer Postpartner sterben langsam aus - Es wird zu viel Salz gestreut: Bauliche Maßnahmen können Bäume retten

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30 motor www.grazer.at 7. FEBRUAR 2021 Autonom fahren nicht greifbar! DELOITTE, GETTY MODERAT. Laut einer aktuellen Studie scheint der österreichische Automarkt der Coronakrise zu trotzen. Die Covid-19-Pandemie wirkt sich auf den kommenden Autokauf offenbar moderat aus. Von Vojo Radkovic vojo.radkovic@grazer.at Das wird doch überraschen: Die Coronakrise hat sich gravierend auf die heimische Wirtschaft ausgewirkt. Der Autohandel scheint, obwohl es im vergangenen Jahr einen heftigen Einbruch bei den Neuanmeldungen zu verzeichnen gab, mit einem blauen Auge davonzukommen. Wie eine aktuelle Deloitte-Umfrage ergab, dürfte die Mehrheit der österreichischen Autokäufer nicht von ihren ursprünglichen In Corona-Zeiten stehen Autos oft lange und werden nicht benötigt. GETTY Kaufplänen abweichen. Beliebt sind vor allem Autos mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren. Die Nachfrage nach Elektro- und Hybridfahrzeugen ist zwar konstant, verzeichnet in der Krise aber keine Zunahme. Im Rahmen der Global Automotive Consumer Study analysiert das Beratungsunternehmen Deloitte jährlich die Konsumentenmeinungen zu Entwicklungen in der Automobilbranche. Die aktuelle Ausgabe beinhaltet die Einschätzungen von über 24.000 Personen aus 23 Ländern, darunter Matthias Kunsch 1046 Befragte aus Österreich. Das Ergebnis: Die Corona-Pandemie wirkt sich im Automobilbereich relativ gering auf das Kaufverhalten der Österreicher aus. Lediglich 21 Prozent der Studienteilnehmer haben wegen der Krise ihre Kaufpläne verschoben, nur 5 Prozent entscheiden sich für ein anderes Fahrzeugmodell. Damit ist die Kaufkraft in Österreich im internationalen Vergleich recht stabil. In den USA etwa peilen 34 Prozent einen späteren Zeitpunkt für den Autokauf an, 16 Prozent wählen krisenbedingt ein anderes Modell. Vor allem herkömmliche Antriebsmodelle sind hierzulande gefragt: Diesel- und Benzin-Fahrzeuge gelten für rund 58 Prozent der österreichischen Studienteilnehmer noch immer als bewährte und leistbare Option. „In unsicheren Zeiten greifen viele auf Altbewährtes zurück. Dieser Trend lässt sich weltweit beobachten“, erklärt Matthias Kunsch, Partner bei Deloitte Österreich. Weiter im Aufwärtstrend finden sich in der Umfrage Elektroautos. Kritisch sahen die Befragten den Umstand, dass es wenige günstige E-Autos am Markt gibt. Noch nicht sehr viel am Hut haben die Autofahrer mit den autonom fahrenden Modellen. Kunsch: „Für die meisten Österreicher ist der Nutzen von autonomem Fahren und vernetzten Autos nach wie vor nicht greifbar. Dementsprechend sind sie auch nicht bereit, wesentlich mehr für diese Technologien auszugeben. Autos müssen in die Zwangspause ■ Corona zwingt die Autofahrer auch zum Wandel bei den Ausfahrten, und das kann böse Folgen haben. Lockdown, Sperrstunden, Homeoffice. Das Auto wird in dieser Zeit meist nur für Kurzstrecken verwendet. Da leidet aber die Autobatterie. Wer bei den kurzen Ausfahrten auch noch Radio und Klimaanlage heftig benützt, nimmt dem Auto weiteren Strom weg und das kurze Autofahren reicht nicht aus, um die Batterie ordentlich laden zu können. Ein Autobatterie-Ladegerät hilft hier bei zu müden Autobatterien garantiert. Wird die Klimaanlage nur bei den kurzen Ausfahrten eingeschalten, dann fängt sie mit der Zeit zu müffeln an. Schimmelpilze und Bakterien sind dafür verantwortlich. Wird der Wagen durch die Corona-Maßnahmen nicht nur weniger gefahren, sondern bleibt dauerhaft stehen, sollten einige Vorkehrungen getroffen werden, damit keine Standschäden entstehen. Das betrifft aber nicht nur die Autobatterien, sondern auch Bremsen und Reifen. Zudem sollte der Wagen je nach Stellplatz auch äußerlich geschützt sein und es sollten einige Maßnahmen ergriffen werden, um Feuchtigkeit im Innenraum zu vermeiden.

7. FEBRUAR 2021 www.grazer.at wohnen 31 2021 wird ein gutes Baujahr AUFSCHWUNG. In der Region Graz wird viel gebaut. Auch die Corona-Pandemie konnte der Branche wenig anhaben. Im Bereich des Wohnbaus rechnet man dieses Jahr mit einem Plus. Von Julian Bernögger julian.bernoegger@grazer.at Die Baubranche boomt nach wie vor; zwar hat das Krisenjahr 2020 auch hier für Umsatzeinbußen gesorgt, doch alles in allem geht man optimistisch ins neue Jahr. „Ich glaube, 2020 ist ganz gut gemeistert worden“, erklärt der steirische Bau-Innungsmeister Alexander Pongratz. Der Umsatz sank im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2019 in ganz Österreich um sieben bis acht Prozent, allerdings rechnet die Branche in diesem Jahr bereits wieder mit einem leichten Plus. Vor allem der Wohnbau ist in der Region Graz ein bedeutender Faktor. Zahlreiche große Bauprojekte, wie etwa die Smart City, sorgen auch in diesem Jahr abermals für viel Arbeit auf den Baustellen. Investition ist wichtig Wie wichtig ein schönes Zuhause ist, haben vor allem die Lockdowns gezeigt: „In der Krise haben viele Menschen in ihr Eigenheim investiert,“ erklärt Pongratz. Geld, das eigentlich für einen Urlaub dagewesen wäre, haben viele Steirer stattdessen zur Verschönerung der eigenen vier Wände benutzt. Auch der Trend hin zum Haus- und Wohnungsbau ist nach wie vor stark. Von der Investition in ein eigenes Haus oder in eine Wohnung erhoffen sich zahlreiche Österreicher in turbulenten Zeiten wie diesen auch eine krisen- und inflationssichere Wertanlage. Die Baubranche hat das Jahr 2020 ganz gut gemeistert, in der Region Graz stehen dieses Jahr zahlreiche Großprojekte auf dem Programm. GETTY

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