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7. Februar 2021

- Graz ist Vorbild als Klimainnovationsstadt - Zehn Jahre Soko Altstadt - Computer-Arbeitsplätze in Stadtbibliotheken - Liebenauer kämpfen für Filiale: Grazer Postpartner sterben langsam aus - Es wird zu viel Salz gestreut: Bauliche Maßnahmen können Bäume retten

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20 eco www.grazer.at 7. FEBRUAR 2021 Für die Jobs der Zukunft: Top ausgebildete Fachkräfte werden in der Industrie weiterhin dringend gebraucht. Die Lehre wird als Ausbildung immer beliebter. DIEINDUSTRIE.AT/MATHIAS KNIEPEISS WICHTIG. Die Industrie braucht Fachkräfte. Über Ausbildung und Arbeit sprechen zwei Lehrlinge und Helmut Röck von der WKO. Von Fabian Kleindienst fabian.kleindienst@grazer.at Wir stehen in den nächsten Jahren vor enormen Herausforderungen, die wir ohne den Nachwuchs, ohne die Young Professionals in Europa nicht meistern können.“ Mit diesen Worten hob Wirtschaftskammer-Präsident Josef Herk vergangenen Mittwoch anlässlich der Terminverkündung der EuroSkills 2021 – der Berufseuropameisterschaften in Graz zwischen 22. und 26. September – einmal mehr die Bedeutung von Fachkräften her­ vor. Insbesondere auch angesichts der aktuellen, coronabedingten, Wirtschaftskrise. Die Möglichkeiten sind vielfältig und die Karrierechancen groß, wie wir in unserem Runden Tisch vor zwei Wochen mit namhaften Experten aus den innovativen und international ausgerichteten Branchen der Metalltechnischen Industrie, der Fahrzeugindustrie sowie der Elektro- und Elektronikindustrie aufzeigen konnten. „Gut ausgebildete Fachkräfte sind hier das wichtige, notwendige Rückgrat einer wettbewerbsfähigen Produktion“, betont dementsprechend auch Helmut Röck, Fachgruppengeschäftsführer der Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer Steiermark. Auch er sieht den Fachkräftemangel in der aktuellen Krise weiterhin als eine der zen­ Helmut Röck tralen Herausforderungen, wobei die Tendenz bei der Lehre eine positive ist: „Trotz des demografischen Wandels konnten die Lehranfängerzahlen auf die letzten Jahre gesehen sogar leicht gesteigert werden. Aber es wird eine immer größere Herausforderung, die passenden jungen Leute zu finden – denn durch die technische Entwicklung und die voranschreitende Internationalisierung wachsen die Anforderungen permanent.“ Besseres Image Ein wesentliches Thema ist dabei auch die Imagebildung. Hier sieht Röck auch die Wirtschaftskammer als Interessensvertretung gefordert, die Mitgliedsunternehmen Insgesamt werden um die 100.000 Euro in jeden Lehrling bis zum Lehrabschluss investiert.“ Um den Fachkräftemangel zu beheben, investieren Unternehmen laut Helmut Röck sehr viel. zu unterstützen und aufzuzeigen, dass die Lehre sich von anderen Ausbildungen weit nicht verstecken muss, was Verdienst, Innovation und Zukunftsaussichten anbelangt. Nicht zuletzt wird für viele Menschen heutzutage auch die Lehre nach der Matura zunehmend zum Thema. „In diesen Branchen wird überdurchschnittlich gut bezahlt und nach dem Abschluss gibt es viele Möglichkeiten der fachlichen und hierarchischen Weiterentwicklung. Die praktische Berufsausbildung hat ihren gesellschaftlichen Stellenwert in den letzten Jahren deutlich verbessert, aber wir sind noch nicht am Ende des Weges. Von den Unternehmen selbst und ihren Branchenvertretung wird sehr viel investiert, um

7. FEBRUAR 2021 www.grazer.at eco 21 Volle Energie in die Lehre die hellsten Köpfe und geschicktesten Hände als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen“, so Röck. Spaß an der Arbeit Zu ebendiesen jungen Talenten zählen Florian Spielvogel und Verena Zechner, die beide ihre Zerspanungstechnik-Lehre bei der Andritz AG absolvieren. „Mir macht Arbeiten einfach mehr Spaß“, begründet Spielvogel seine Entscheidung für die Lehre und gegen die Schule. Etwas mehr steckte dann aber doch hinter seiner Ausbildungswahl: „Durch die Lehre verdiene ich auch mein eigenes Geld, bin freier und kann vieles selbst entscheiden“. Für die 16-jährige Verena Zechner war, als es in der Schule ums Thema Berufsentscheidung ging, schnell klar, wohin die Reise gehen soll: „Eigentlich wollte ich schon immer einen technischen Nach der Lehre mit Matura würd ich gerne den Meister machen. Stehen bleiben will ich nie.“ Der 17-jährige Florial Spielvogel macht die Lehre zum Zerspanungstechniker und hat viel vor. Beruf erlernen. Zerspanungstechnik hat mir dann beim Schnuppern am besten gefallen, vor allem das Arbeiten mit den großen Maschinen.“ Die Begeisterung der jungen Menschen freut auch Röck: „Es schließt de facto jeder Lehranfänger seine Ausbildung ab und über ein Viertel sogar mit Auszeichnung. Damit ist man eine Benchmark gegenüber anderen Branchen und Ausbildungswegen, und dieser messbare Erfolg ist ein Ergebnis der konsequenten Arbeit in den Lehrwerkstätten.“ Das sah Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck am Mittwoch bei der Euro-Skills- Präsentation nicht anders: „Gäbe es die Lehre nicht, man müsste sie glatt erfinden.“ Für die Ministerin steht fest, dass die österreichische Praxis der dualen Ausbildung ein internationales Vorzeigemodell darstellt. Entwicklung Die Kombination von Arbeitserfahrung im Unternehmen und Berufschule scheint auch bei den Lehrlingen gut anzukommen. „Es ist eine gute Abwechslung zwischen Arbeit, Theorie und dann nach der Berufschule wieder Umsetzung des Gelernten in der Praxis“, erzählt Zechner. Die hohen Erfolgsquoten beim Lehrabschluss bestätigen den Erfolg. „Insgesamt werden um die 100.000 Euro bis zum Lehrabschluss in jeden Lehrling investiert. Viele verbleiben dann auch ihr gesamtes berufliches Leben im selben Unternehemen“, erzählt Röck, der betont, dass den Unternehmen neben der fachlichen auch die persönliche Entwicklung ein großes Anliegen ist. „Deshalb absolvieren viele Lehrlinge während ihrer Ausbildung ein Auslandspraktikum, um früh international berufliche Erfahrungen zu sammeln.“ Dass die Lehrausbildung immer stärker auch Zerspanungstechnik hat mir am besten gefallen, vor allem das Arbeiten mit den großen Maschinen.“ Für die 16-jährige Verena Zechner war schnell klar, dass sie in einen technischen Beruf will. international ausgerichtet ist, beweisen auch Verena Zechner und Florian Spielvogel. Beide machen aktuell unter anderem die Englisch-Matura. Und beide haben noch viel vor – und können sich auch die Ausbildung zum Meister vorstellen. „Also, stehen bleiben will ich nie“, meint Spielvogel. Industrielehre Zu den Lehrstellen: Link: https://www.dieindustrie. at/lehrstellen-steiermark/ Verena Zechner und Florian Spielvogel machen eine Lehre in Zerspanungstechnik. Für beide war die Entscheidung zur Lehre klar, sie haben noch viel vor. KK (2)

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