7 TAGE SONNTAG

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7. April 2019

- Bezirksvorsteher ziehen Bilanz über „ihre“ Grünflächen - Neuer Anlauf für Rauchverbot auf Grazer Spielplätzen - Tourismusverband: Wahl wurde zum Krimi - Konflikte mit Anrainern und Spaziergängern auf der Platte: Mountainbiker und Stadt arbeiten an Maßnahmenpaket - Drei neue sportliche Inklusions-Projekte - KPÖ will mehr Obstbäume für Graz - Projektteam feilt an der Grazer Mobilität 2030+ - Jahrgangspräsentation

viva Valentina Gartner

viva Valentina Gartner 26 valentina.gartner@grazer.at www.grazer.at 7. APRIL 2019 Lieber zehn Jahre zu früh die richtige Entscheidung als zehn Jahre zu spät die richtige Entscheidung.“ Spitalslandesrat Christopher Drexler verteidigt das neue „Leitspital“ für den Bezirk Liezen. PACHERNEGG Nachwuchssorgen bei Hausärzten In den nächsten zehn Jahren gehen 60 Prozent der Hausärzte in Pension. Nachfolger gibt es kaum. GETTY Vorträge für die Gesundheit G’SUND. In Liebenau versorgen kostenlose Gesundheitsvorträge, gehalten von Spezialisten, die Bewohner mit Informationen. Von Valentina Gartner valentina.gartner@grazer.at Exklusive Experten-Tipps von Medizinern: Für die Bewohner des Bezirkes Liebenau wird dies jetzt wahr. Ab sofort gibt es immer wieder kostenlose Gesundheitsvorträge zu den unterschiedlichsten Themen. Der Startschuss fällt bereits am Gründonnerstag, den 18. April, mit dem Thema „Wasser als Heilkraft“. „Gesundheit ist ein großes und vor allem wichtiges Thema. Für viele Bewohner im Bezirk sind Veranstaltungen wie zum Beispiel MiniMed oft zu weit weg. In kleinem Rahmen werden im Bezirk Liebenau künftig kostenlose Veranstaltungen zu diversen Gesundheitsthemen stattfinden. GETTY Deswegen organisieren wir jetzt unsere Gesundheitsvorträge selbst, um die Bevölkerung zu informieren. Denn ans andere Ende der Stadt wollen viele nicht fahren“, erklärt Liebenaus Bezirksvorsteher und Vortragsorganisator Karl Christian Kvas. Ärzte-Vortrag Für die richtige Aufklärung kommen Grazer Ärzte zu Wort. „Wir sind froh, dass die Idee bereits so gut angekommen ist. Zu jedem Termin werden Ärzte ihre Fachvorträge halten und bei offenen Fragen zur Verfügung stehen“, so der Bezirksvorsteher. Aus organisatorischen Gründen wird gebeten, sich vorab bei Kvas unter der Nummer 0 664/86 81 111 anzumelden. Der erste Vortrag findet am 18. April um 18 Uhr im Pfarrsaal der Pfarre St. Christian in der Liebenauer Hauptstraße 291 statt.

7. APRIL 2019 www.grazer.at viva 27 ➜ IN GETTY (2) Krafttraining als Krebsvorbeugung Eine US-Studie zeigt: Krafttraining ist gut für Herz, Kondition und Knochen – und schützt vor Darmkrebs. Ungesunde Ernährung Wer viel Salz und wenig Vollkornprodukte, Nüsse und Gemüse isst, schadet seiner Gesundheit mehr als ein Raucher. OUT ➜ MEDIZIN. Pensionswelle und fehlender Nachwuchs: Der klassische Hausarzt droht auszusterben. Politik und Experten bemühen sich, den Beruf des Allgemeinmediziners wieder attraktiv zu machen. Von Daniel Windisch daniel.windisch@grazer.at Österreich drohen die Hausärzte abhanden zu kommen. Laut einer Studie der Med-Uni Graz gehen in zehn Jahren 60 Prozent der heimischen Hausärzte in Pension. Gleichzeitig können sich nur zwei Prozent der Medizinstudenten vorstellen, als Allgemeinmediziner zu arbeiten. Laut Ärztekammer gibt es steiermarkweit 987 Allgemeinmediziner, 580 davon mit GKK-Vertrag. Ein Großteil der steirischen Allgemeinmediziner ordiniert in Graz (418), davon haben 108 einen GKK-Vertrag. 81 der steirischen Hausärzte sind bereits 65 Jahre und älter. Um den Beruf des Hausarztes wieder attraktiv zu machen, luden kürzlich Gesundheitslandesrat Christopher Drexler, STGKK-Obmann Josef Harb und Ärztekammer-Vizepräsident Norbert Meindl zum Runden Tisch. Ein Ergebnis: Ein Expertenbeirat soll rasch Maßnahmen ausarbeiten, um attraktivere Arbeitsbedingungen sowie bessere finanzielle und organisatorische Rahmenbedingungen für Hausärzte zu schaffen. Geplant ist zudem eine Imagekampagne, um das Berufsbild des Allgemeinmediziners mit Kassenvertrag positiv darzustellen. Zielgruppe: Medizinstudenten, Turnus- und Wahlärzte. PVE als Ausweg? Laut Drexler sei die Steiermark mit den Primärversorgungseinheiten (PVE) auf einem guten Weg. Eine PVE besteht aus einem Kernteam aus Allgemeinmedizinern und Angehörigen verschiedenster Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufe. Zwei PVE gibt es in der Steiermark bereits, eine davon in Graz-St. Leonhard. Bis 2025 soll es landesweit insgesamt 30 PVE-Standorte geben, in Graz sind in Gries, Liebenau, Reininghaus und in der Smart City weitere Zentren geplant. Harb und Meindl verwiesen auf die „Vielzahl von Maßnahmen“, die gesetzt worden seien, um Kassenverträge für junge Allgemeinmediziner attraktiver zu machen. Unter anderem seien Kassenverträge aufgebessert, eine Starthilfe-Prämie für schwer besetzbare Kassenstellen und die Möglichkeit, Kassenstellen zu teilen, geschaffen worden. Es sei aber klar, dass noch mehr getan werden müsse. Kongress Das Nachwuchsproblem bei Hausärzten war auch Thema beim Kongress für Primärversorgung der Med-Uni Graz, der diese Woche zum vierten Mal stattfand. Auch der Sprecher des Österreichischen Forum Primärversorgung, Stefan Korsatko vom Med-Uni-Institut für Allgemeinmedizin, der selbst das erste Grazer Primärversorgungszentrum „Medius“ eröffnet hat, sah am Randes des Kongresses in der anrollenden Pensionierungswelle unter Hausärzten eine große Herausforderung auf die Primärversorgung zukommen. Wie auch Med-Uni-Rektor Hellmut Samonigg wünscht sich Korsatko, dass der Beruf des Hausarztes wieder attraktiver (gemacht) wird.

2021