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6. Mai 2018

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- Grazer Bildungsstadtrat fordert: „Gesundheit muss in den Schulunterricht!“ - Kuhüberwachung & mitwachsendes Haus: Die skurrilsten Start-ups der Stadt - Gasthaus Klöcherperle ist zurück - Heimische In-Drinks für die Gastgartensaison

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6 graz www.grazer.at 6. MAI 2018 Armut ist auf jeden KOMMENTAR „Jamie“ Hohensinner will Kinder retten Von Vojo Radkovic vojo.radkovic@grazer.at D ie Kinder werden immer dicker. Jedes vierte Kind ist laut einer Studie in Österreich fettleibig (siehe Seiten 4/5). Die Kinder essen falsch, das tun wir Erwachsene auch. Nur wenige Kinder haben in der Volksschule schon ein Gespür für gesunde Ernährung. Burger, Kebab, Döner, Pommes, Ketchup, Majo, das sind die Bringer. Salate, Gemüse, Naturkost eher unsexy. Ich kann mich erinnern, als meine Kinder noch nicht in der Schule waren, war ich stolz darauf, dass die Kinder Fisch, Muscheln, Salate gegessen haben. In der Schule konnten sie Burgern und Ketchup nicht mehr ausweichen. Da war ich machtlos. Jamie Oliver, der Starkoch aus England, hat in seinem Land versucht, gesünderes Essen in die Schulen zu bringen. Letzten Endes lernen dort jetzt auch Grundschüler kochen. Schulstadtrat Kurt Hohensinner hat ähnliches im Sinn. Auch er will gesündere Ernährung in den Schulen. Ein Pilotprojekt wurde in einer Volksschule gestartet. Gesundes Essen soll in den Unterrichtsplan. Eigentlich ist es wie bei allen Dingen des Lebens: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Gesund Essen zum Beispiel. HOTSPOT-TOUR. Der „Weg der Barmherzigkeit“ führte diesmal zu Social Hotspots im Bezirk Lend. Die Teilnehmer waren tief bewegt. Von Vojo Radkovic vojo.radkovic@grazer.at Was die Teilnehmer des von der Caritas und der Katholischen Stadtkirche organisierten „Wegs der Barmherzigkeit“ sahen, war bewegend. Die „Social Tour“ führte durch die Hot Spots des Bezirks Lend. Beim Besuch des „Kontaktladens & Streetwork im Drogenbereich“ staunten die Teilnehmer gewaltig, als sie hörten, dass allein im vergangenen Jahr 60.000 Spritzen- Sets getauscht wurden, um den Drogensüchtigen zumindest nicht Heiße Debatte ums Kopftuchverbot ■■ Ein ebenso aktuelles wie umstrittenes Thema stand beim jüngsten „DiensTalk“ in der Zentrale der Steirer-VP auf der Agenda: das geplante Kopftuchverbot in Schulen. VP-Geschäftsführer Detlev Eisel- Eiselsberg und Moderator Michael Fleischhacker begrüßten als Diskutanten die Frauenbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft Österreichs, Carla Amina Baghajati, und den Integrationsexperten Kenan Güngör. Der Soziologe Güngör sprach sich für ein Kopftuchverbot im gesamten Pflichtschulbereich aus: Der Staat müsse junge Mädchen in Schulen und Kindergärten schützen. „Es ist fast immer ein Bedürfnis der Eltern und nicht des Kindes, ein Kopftuch zu tragen“, so Güngör. Oft würden die Eltern ihren Töchtern einreden: „Gott mag dich nicht, wenn du dich nicht verhüllst!“ infizierte Nadeln zu geben. Die Teilnehmer, darunter Schülerinnen der Caritas-Fachschule für wirtschaftliche Berufe, wurden mit obdachlosen und alkoholabhängigen Frauen und Männern konfrontiert. Organisator Bernhard Pletz: „Die Leute leben in Abbruchhäusern oder unter den Brücken. Angebote, in Notunterkünften zu übernachten, nehmen sie nicht an.“ Organisator Bernhard Pletz: Die Jugend hat viele Fragen gestellt. Baghajati wehrte sich indes gegen eine „Verbotspolitik“, die „immer gegen eine mündige Einsicht von Menschen“ sei und „sich auch in diesem Fall gegen eine Minderheit richten“ würde. Stattdessen sollten Mädchen selbst entscheiden dürfen, ob sie ein Kopftuch tra- „Haben Sie öfters Angst, Herr Polizist“, fragten die Schülerinnen geradeheraus einen der an der Aktion teilnehmenden Polizisten. „Nein, aber Furcht schon, das macht mich konzentrierter.“ Die Schüler und die anderen Teilnehmer, die allesamt der Meinung waren, dass der Volksgarten gefährlich sei, staunten, als die Polizisten berichteten, dass im Vorjahr im Volksgarten kein einziger Überfall stattgefunden habe. Nächste Frage: „Wie leben Obdachlose in unserer Stadt?“ Die Streetworker der Mobilen Sozialarbeit der Stadt Graz erzählten von ihrer Arbeit und den Begegnungen an ganz versteckten Orten der Stadt. Die Bewohner der Lebenswelt der Barmherzigen Brüder in Kainbach begleiteten den Weg auf kreative und musikalische Weise. Die Spurensuche nach der Armut wird noch lange nachwirken. Da ist viel zu tun. Detlev Eisel- Eiselsberg, Carla Amina Baghajati, Kenan Güngör und Michael Fleischhacker (v. l.) STVP/FISCHER gen oder nicht, forderte Baghajati. „Möchte ein kleines Mädchen einmal für eine Woche das Kopftuch ausprobieren, so sollte sie es tun dürfen, auch wenn sie es danach vielleicht wieder ablegt.“ Für Baghajati ist das Kopftuch ein Stück praktizierter Religion. derGrazer IMPRESSUM: „der Grazer“ – Unabhängige Wochenzeitung für Graz und Umgebung | Erscheinungsort: Graz | HERAUSGEBER UND MEDIENINHABER: Media 21 GmbH, Gadollaplatz 1, 8010 Graz; Tel. 0 316/23 21 10 | GESCHÄFTSFÜHRUNG: Gerhard Goldbrich | ASSISTENZ: Silvia Pfeifer (0 664/80 666 6918) | CHEFREDAKTION/PROKURA: Tobit Schweighofer (DW 2618) | REDAKTION: Verena Leitold (0 664/80 666 6691), Vojo Radkovic (0 664/80 666 6694), Mag. Daniel Windisch (0 664/80 666 66 95), Valentina Gartner (0664/80 666 6890), Philipp Braunegger (0664/80 666 6600), Bernhard Sax/Mag. 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6. MAI 2018 www.grazer.at graz 7 Tritt spürbar Caritas-Schülerinnen fragten die Polizisten, ob sie Angst haben. CARITAS (2) Schi-Spaß zum Nulltarif. Für Grazer Volksschüler wird das 2019 Realität. THINKSTOCK Gratis-Schitage für Kinder ■■ Die Grazer Volksschulkinder sollen wieder mehr schifahren, und da hat sich die Stadt Graz unter Schul- und Sportstadtrat Kurt Hohensinner etwas einfallen lassen: Ab 2019 gibt es Gratis-Schitage für alle Grazer Volksschulkinder. Das betrifft 132 Volksschulklassen von städtischen und privaten Schulen. Die Kinder sollen auch Schifahren lernen, wünscht sich Hohensinner. Die Schitage werden in leicht erreichbaren Schigebieten wie Präbichl, Semmering oder Modriach durchgeführt. Auch Bürgermeister Siegfried Nagl findet es in Anbetracht der Grazer Olympiabewerbung gut, dass die Kinder in Graz mehr Schisport betreiben. 40 Prozent tun das nicht. Die Finanzierung des Projektes inklusive der Transporte ist gesichert.

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