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6. Dezember 2020

- Stadt räumt Uni Baurecht für 70 Jahre ein: Rettung für das Geisterhaus am Rosenhain - Doppelt so viele Leute in Graz unterwegs wie im ersten Lockdown - Fischräuber stehlen den Weihnachtskarpfen: Der Otter geht um - Bezirkspartnerschaft von Eggenberg und Riesen - 30 Minuten Umweg aufgrund von Haltestellenverlegung - Grazer Naturschutzbeauftragter: „Salzstreuen tötet Bäume und ist Tierquälerei“ - Raser als Gefahr für Senioren und Kinder - Grazer Barkeeper entwickelt Cocktail-Parfum

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16 graz www.grazer.at 6. DEZEMBER 2020 Grazer Naturschutzbeauftragter: „Salzstreuen tötet Bäume und ist Tierquälerei!“ Auch an der Med Uni in Leonhard finden Testungen statt.MEDIZINISCHE UNIVERSITÄT Massentests: zehn Locations in Graz ■ Am 12. und 13. Dezember wird wie bekannt die breite Bevölkerung mittels Antigen- Schnelltests auf das Coronavirus getestet. Die Anmeldung erfolgt ab Montag online. In Graz gibt es dafür nach aktuellem Stand zehn verschiedene Locations: Universität Graz Resowi, Messe Halle A, Helmut-List-Halle, Congress Graz, AK-Saal, Med Uni Graz, VS Viktor Kaplan, ASKÖ-Halle, Union-Halle und Flughafen Graz (Feldkirchen bei Graz). Richard Peer, Wolfgang Malik und Heimo Meieritsch (v. l.) FISCHER Gutscheinaktion für Grazer Handel ■ Die Grazer Koalition hat eine Gutschein-Treueaktion für den Handel ins Leben gerufen. Mit dem Ziel, dass möglichst viele ihre Weihnachtsgeschenke bei Grazer Unternehmen kaufen und somit wichtige Arbeitsplätze in der Stadt sichern. Wer bei einem Partnerbetrieb eingekauft hat, bekommt einen Gutschein: 10 Euro für 50 Euro, 20 für 100 Euro und 30 für 200 Euro. Die Rechnung kann beim Holding- Graz-Citymanagement unter holding-graz.at/grazgutscheintreueaktion eingereicht werden. ARG. Trotz massiver Schäden für Pflanzen und Tiere wird in Graz weiterhin Salz gestreut. Eine Gemeinderats-Initiative versucht das jetzt einmal mehr zu ändern. Von Verena Leitold verena.leitold@grazer.at Jetzt ist er da, der Winter! Während Schnee-Räumfahrzeuge diese Woche erstmals ausrücken mussten, sind die Streufahrzeuge der Holding Graz schon länger wieder im Einsatz. Was dabei manch einem Umweltschützer sauer aufstößt, ist die Tatsache, dass nach wie vor Salz gestreut wird. „Das ist eigentlich ein absoluter Wahnsinn!“, findet auch der Grazer Naturschutzbeauftragte Wolfgang Windisch. „Bäume sterben, indem sie vertrocknen und verhungern! Andere Nährstoffe werden durch das Überangebot an Salz zurückgedrängt. Dadurch sieht man oft schon im Juni, Juli Verfärbungen an den Blättern.“ Diese sogenannte Salzrandnekrose kann man in Graz vor allem in straßenbegleitenden Alleen beobachten: Am Kaiser-Franz-Josef-Kai und in der Keplerstraße etwa steht sie an der Tagesordnung. „Außerdem ist das Salz für die Hunde eine Katastrophe. Es ist schlicht und einfach Tierquälerei!“, beschreibt Windisch ein weiteres Problem. Die Pfoten der Vierbeiner werden durch das Salz wund. Wenn diese dann abgeleckt werden und das Streumittel in den Magen gelangt, kann das zu Durchfall, aber in Extremfällen sogar bis zum Tod führen. Ausnahme vom Verbot Für Privatpersonen ist die Verwendung von Streusalz seit einem Gemeinderatsbeschluss von 2004 verboten. Was öffentliche Straßen angeht, gibt es aber ein Dilemma zwischen Naturschutz und Sicher- Im Augarten kann man den Einsatz von Streusalz deutlich sehen. Naturschutzbe- auftragter Wolfgang Windisch sorgt sich um die Bäume und die Hunde. KK, SCHIFFER heit bzw. Haftungsfrage. In der Streumittelverordnung sind nämlich etwa Fahrbahnen für öffentliche Verkehrsmittel, Autobahnen oder Straßen und Gehwege mit Steigung vom Verbot ausgenommen. Und Radwege müssen laut den Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen RVS im Winter so hergestellt werden, das sie befahrbar sind. „Wenn die Gefahr des Gefrierens droht, dürfen wir nicht nur Salz streuen, sondern müssen das auch“, heißt es von der Holding, die über eine Servicevereinbarung für den Straßendienst zuständig ist. Zwischen zehn und zwanzig Gramm pro Quadratmeter werden über Streufahrzeuge ausgebracht. Die Fahrer seien angewiesen, „nicht zu viel zu streuen“. Naturschutzbeauftragter Windisch findet, dass sich an der Einstellung etwas ändern müsse: „Radfahrer sollten sich wie Autofahrer auch an die Schneebedingungen anpassen!“, fordert er. „Interessant ist auch, dass, je weiter man nach Norden geht, desto weniger Salz verwendet wird. In Schweden etwa wird so gut wie keines ausgebracht – und dort gibt es wesentlich mehr Schnee und Frost als bei uns!“ „Man muss handeln“ Nachdem es früher vor allem auch durch Naturschützer Franz Wolkinger große Kampagnen gegen das Salzstreuen gegeben hat, ist das Thema ein bisschen eingeschlafen. Grünen-Gemeinderätin Andrea Pavlovec-Meixner möchte das jetzt ändern und bringt eine Initiative in die Sitzung des Stadtparlaments am 17. Dezember ein. Sie appelliert an das Straßenamt und die zuständige Stadträtin Elke Kahr, aktiv zu werden und in der Streusalzverordnung folgende Punkte zu verankern: „Der Einsatz des Salzes sollte minimiert werden, und die Höchstmenge von 15 Gramm laut Verordnung muss eingehalten werden! Besonders auf Parkwegen und entlang von Alleen ist ein sensiblerer Umgang dringend erforderlich. Die Verwendung von Streusalz sollte in Abhängigkeit von Wetterprognosen wirklich nur dann erfolgen, wenn die Gefahr von Eisglätte besteht, und nicht prophylaktisch. In Parks sollte das Salz durch abstumpfende Streumittel, also Streusplitt, ersetzt werden. Dort entsteht auch das Problem durch feinstaubrelevanten Abrieb kaum.“

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