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5. Mai 2019

- Weniger Versiegelungen, keine Außenwerbung, keine Bausünden: Neue Spielregeln für das Bauen in Graz - Wachzimmer Lend zieht um - Alte Fotos und Videos: Graz bekommt ein Grätzl-Archiv - Aita-Teich soll bald ein Naherholungsgebiet sein - Weiter Wirbel um Asphalt-Wiese vor der Grazer Oper - Stadtpark wird um 900 Quadratmeter größer

2 die seite zwei

2 die seite zwei www.grazer.at 5. MAI 2019 E D I T O R I A L von Tobit Schweighofer ✏ tobit.schweighofer@grazer.at Hickhack um die Muck-Anlage U nsere Geschichte über die Grünfläche vor der Oper, die über den Sommer zuasphaltiert werden soll (siehe auch Seite 10), hat in dieser Woche im Rathaus für viel Wirbel gesorgt und die Seiten in den Lokalressorts der Tageszeitungen gefüllt. Die Umsiedlung der Bauernmarktstandln vom Kaiser-Josef-Platz vor die Oper hat zu einem selten so offensichtlichen Polit-Hickhack der Eitelkeiten und einem Hin und Her der Sonderklasse geführt: Verkehrsstadträtin Elke Kahr sagte zuerst „Njet“ zum Standort Franz-Graf-Allee und dann „Ja“. Der fürs Marktamt zuständige Vizebürgermeister Mario Eustacchio machte es genau umgekehrt und sagte zuerst „Ja“ und jetzt „Nein“. Was bedeutet, dass die Grünfläche beim Lichtschwert über den Sommer asphaltiert und dann wieder neu begrünt wird. Im Zuge dieses Theaters könnte man aber auch nachhaltig Sinnvolles tun und die Anlage umbenennen: Diese ist nämlich nach Karl Muck, einem ehemaligen NS-affinen Dirigenten benannt, der in seiner Position als Orchesterleiter der Bayreuther Festspiele etwa für „judenfreie“ Festspiele eintrat. Sollte der ganze Wirbel letztendlich bewirken, dass der Platz umbenannt wird, dann hat sich die Aufregung wenigstens gelohnt. Tobit Schweighofer, Chefredakteur Sonntagsfrühstück mit ... ... Markus Brier Der Golf-Star kommt vorm Hochbeet in Schwung, kennt Graz “vom „vom Heer her“, her”, ist am neuesten Der Pater Brexit-Stand des Stift Rein und spricht hat ein über ambivalentes ausgefüllte Verhältnis Arbeitstage zu seinem zu Weihnachten, Spitznamen. Konumzwang, Golf-Schwung Medienaffinität, ist bekannt – welches Franz Früh- Fuchs und Seiersberg erklärt waren was damals für ihn Land! Weihnachten Das interne Haupt- Ihr ist. stück bringt Sie denn für den Tag in Schwung? Sonntags mengentechnisch jedenfalls mehr als werktags. Gemeinsam mit der Familie, mein Sohn ist 19, die Tochter 12, gibt’s Porridge, Spiegelei und Co. Wir schätzen diese Zeiteinheit gemeinsam, weil sonst oft viel zu wenig Zeit bleibt, wenn Trainings oder Turniere anstehen. Umso genauer geplant ist dann die Freizeit? Planen ist eigentlich gar nicht nötig: Wir leben im 22. Wiener Gemeindebezirk, nahe der Lobau. Die eignet sich jetzt etwa immer für eine Radtour. Sonst genieße ich die Zeit daheim, da bin ich eh auch eingeteilt. Inwiefern? In der Küche? Eher mit dem, was man in der Küche braucht: Ich bin leidenschaftlicher Experte für Hochbeete – also zuständig für die „Hardware“, in die dann Gemüse und Obst kommen, die in der Küche frisch zubereitet werden. Die Beete zimmere ich teils recht ausgefallen mit alten Dachschindeln etc. Auch eine Gartenhütte fürs Arbeitsequipment hab ich gebaut! Wie praktisch, dass Sie ja generell einen Hang zum Aufenthalt im Grünen haben ... Golfen tu ich aber auch daheim im Haus! Müssen Sie dann neben Hochbeeten auch das Interieur im Haus regelmäßig erneuern ...? Keine Sorge – ich hab mir im Keller eine Profi-Indoor- Anlage eingebaut, vier mal acht Meter, da schlag ich die Bälle auf ein fünf Meter entferntes Netz. Kommen wir zu Ihrem sozialen Netz: Graz ist da ja ein tragender Teil, oder? Klar, und das nicht nur, weil ich früher hier oft Nationalteam-Trainings hatte oder weil ich durch meine viele Spielzeit bei der Golfgruppe Murhof inzwischen deren Botschafter bin. In Graz war ich ja auch drei Jahre beim Heer stationiert, im Verwaltungsgebäude des alten Liebenauer Stadions. Was bedeutet Graz für Sie? Ein spannendes Beispiel, wie sich Stadt entwickeln kann. Vor allem was das Wachstum angeht: Orte wie Markus Brier frühstückt bei Graz-Besuchen gern in Innenstadt- Lokalen. Im Herbst nimmt er an der Golfclub Murhof Staysure Tour, der Turnierserie für Profigolfer über 50, teil. gepa quartier meiner Freunde und mir war der Kulturhauskeller. Nimmt Sport den meisten Platz in Ihrem Leben ein? Einen großen schon. Ich verfolge die Tennisszene, bin hin und wieder beim Wiener Sportklub als Fan. Aber Golf war immer Nummer eins? Golf hab ich erst mit 13 so richtig begonnen, Profi wurde ich erst mit 27! Ich wollte ursprünglich ja Pilot werden. Hoch hinaus ging’s aber eben auch als Golfer. Mich fasziniert, dass es das perfekte Spiel nie gibt, man ist immer nur auf der Suche danach. Ich bin jetzt 50 und weiß: Du lernst in dieser Disziplin nie aus. Das lehrt dich auch eine gewisse Demut. Es bildet. Gilt auch für Literatur. Was liegt am Nachtkastl? Immer wieder mal ein Ken Follett-Roman. Ich lese auch viel zum Thema Brexit, da ich ja viel in Großbritannien unterwegs bin. Im dortigen Raum liebe ich die Natur und Rauheit der schottischen Küstenregion. Zur Entspannung lese ich viel. Aber ich schau auch gern Filme. Um ehrlich zu sein: „Pretty Woman“ hab ich x- mal gesehen. Weniger pretty, sprich lieblich, ist Ihre Beziehung zu Ihrem Spitznamen. Warum „Maudi“? Als Kind nannte man mich daheim „Mausi“. Das konnte ich nicht aussprechen – ich sagte „Maudi“. Irgendwie ist’s geblieben, auch bei meinen Freunden. Mein Vater wusste das nicht. Als er einmal in meine Schule kam, rief er mich quer durch die Aula: „Mausi!“ Als 15-Jähriger war das für mich weniger witzig. Maudi ist eh ganz okay, find ich, aber bitte: Bleib’ ma dann auch dabei ... PHILIPP BRAUNEGGER Markus Brier (geb. 5. Juli 1968, Wien) spielte von 2000 bis 2012 auf der European Tour und seit Juli auf der European Seniors Tour. Auf erster Ebene holte er etwa Turniersiege bei den Volvo China Open, Challenge-Siege holte er 2002 und 2004. Er nahm bei US Open, PGA Championship etc. teil.

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