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5. Dezember 2021

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- Sinkende Mieten retten die Innenstadt - Corona bringt weniger Spitalsaufenthalte - Erste Gütesiegel für Bauernmärkte vergeben - Diese Parkplätze werden bis Frühling gestrichen - Weniger Großevents auf Grazer Plätzen

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24 motor www.grazer.at 5. DEZEMBER 2021 Autohandel: Warten Die Concept-Studie des XM. Preis: ab 150.000 Euro BMW Teuerster BMW aller Zeiten! ■ Während die meisten Hersteller mit neuen Elektro-Modellen aufwarten, setzt BMW nach wie vor auf die Kombination Verbrenner/E-Motor und plant jetzt mit dem Concept XM ein monströses SUV- Modell, das der teuerste BMW aller Zeiten werden könnte. Der XM soll rein elektrisch 80 Kilometer fahren können und rund 700 PS haben. Das SUV soll 5,11 Meter lang, 2,20 Meter breit und 1,73 Meter hoch sein. Der Preis dürfte jenseits der 150.000-Euro-Marke liegen, das Auto soll in Kalifornien vom Band laufen. ÄRGERLICH. Wer heute ein neues Auto kauft, muss sich in Geduld üben. Das kann dauern, bis zu 16 Monate. Das lähmt die Autohändler. Von Vojo Radkovic vojo.radkovic@grazer.at Das Gespräch findet im Autosalon von Klaus Edelsbrunner in Graz-Andritz statt. Edelsbrunner ist auch Bundessprecher für den Autohandel. In dem üblicherweise mit neuen Peugeot-Modellen vollen Schauraum stehen drei Fahrzeuge herum. Es schaut sehr leer aus. Die Autos in der Halle sind allerdings schon verkauft und werden demnächst abgeholt. Dann ist vorerst ganz leer. Der Autohandel steckt nach wie vor tief in der Krise. Dafür können die Autohändler gar nichts. Das Problem liegt bei den Herstellern. Klaus Edelsbrunner: „Zum einen ist es die Halbleiterproblematik. Die werden nicht ausreichend geliefert und sorgen für Stille in den Produktionshallen. Die Autohersteller haben 2020, als die meisten ihre Produktionshallen zusperrten, den Halbleiter-Chips-Lieferanten mitgeteilt, dass sie derzeit keine Chips benötigen. Daraufhin haben die Halbleiter-Hersteller neue Absatzmärkte gesucht und sind auf Kunden gestoßen, die auch dazu noch mehr zahlten. Als die europäischen Hersteller wieder Bestellungen aufgeben wollten, winkten die Lieferanten ab.“ Da gibt es aber noch ein zweites Problem, wie Edelsbrunner ausführt. „Das ist die vor zwei Jahren von der EU eingeführte C02-Grenze, die auf die gesamte Flotte der jeweiligen Klaus Edelsbrunner Automarke gerechnet wird und im Durchschnitt 95 Gramm Ausstoß pro Kilometer nicht überschreiten darf. Die EU verhängt hohe Strafen. Daher setzen viele Hersteller voll auf E-Autos und Hybrid-Modelle und stoppen die Produktion, wenn die C02-Grenze erreicht ist. Die EU will bis 2040 bei den Autos völlige C02-Neutralität, unsere Ministerin Leonore Gewessler will das schon 2035 erreichen. Die Politik setzt daher ebenfalls voll auf Elektroautos; die Frage, woher der Strom kommen soll, scheint zweitranging. Des Weiteren ist zurzeit der Verkauf von E-Autos ohne Förderungen nicht denkbar. 84 Prozent all jener, die in Österreich E-Autos kaufen, sind Firmen und nur 16 Prozent Privatkunden. Es gibt viele ungeklärte Fragen zum E-Auto- Boom. Die Reichweiten stimmen nicht mit den tatsächlich erreich-

5. DEZEMBER 2021 www.grazer.at motor 25 auf neue Autos auch 2022 ten Kilometern überein, es gibt für Private kaum Ladestationen. Denken wir an Mehrparteienhäuser, wo soll der, der im sechsten Stock wohnt, sein Auto aufladen. Und wenn geladen wird, sind die Zuleitungen vermutlich zu schwach. Um Ladestationen in Tiefgaragen einzurichten, bedarf es einer Änderung der Bauordnung.“ Wie Edelsbrunner betont, gibt es zurzeit 5,5 Millionen angemeldete Fahrzeuge in Österreich. In guten Jahren werden jährlich rund 300.000 Autos verkauft. Der Elektro-Anteil ist gering. Dabei sind ja eigentlich Dieselmotoren auch keine Stinker mehr. Das Image ist im Keller. Auf den Autohandel kommt noch ein Problem zu. Was derzeit schon bei Mercedes der Fall ist, dass Verkäufe zentralisiert werden und der Hersteller den Preis bestimmt, kommt in den nächsten Jahren auch auf die anderen Markenhändler zu. Die Autohallen sind nach wie vor leer. Die Wartezeit auf ein neues Modell geht bis zu 16 Monaten. GETTY

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