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5. August 2018

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- Mehr Tote durch Hitze im Straßenverkehr - Polit-Streit um Tiertransporte - Baustelle: Auf Standler wurde am Jakominiplatz vergessen - Lesetrends der Grazer - Sicherheitsglas einer Kapelle beschädigt - Flutlicht im Stadion auch bei Sonnenschein - Film ab für das Grazer Autokino

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6 graz www.grazer.at 5. AUGUST 2018 KOMMENTAR Die Hitze der Stadt ist im Sommer brutal Von Tobit Schweighofer tobit.schweighofer@grazer.at D ie Hitze hat uns nicht nur fest im Griff, wir sind ihr sogar willenlos ausgeliefert. Es ist vielfach wissenschaftlich belegt, dass sie uns extrem aggressiv macht. In zahlreichen Studien konnte nachgewiesen werden, dass im Sommer mehr Gewalt- und Sexualverbrechen begangen werden und es mehr gewaltsame Aufstände gibt, je heißer das Wetter ist. Zudem reagierten Probanden in Experimenten bei höherer Temperatur aggressiver. Ein Forscherteam der Universität Michigan zeigte auf, dass auch die Baseballspieler ein aggressiveres Verhalten zeigen. Forscher der Texas Tech University fanden heraus, dass Footballspieler bei Hitze mehr Fouls begehen. In den siebziger Jahren veranstalteten die amerikanischen Forscher Robert Baron und Paul Bell einige aufsehenerregende Versuche, bei denen Versuchsteilnehmer die Menschen in der anderen Gruppe der Studie mit Elektroschocks bestrafen konnten. Fand das Experiment bei 30 Grad statt, verteilten die Teilnehmer deutlich längere Elektroschocks als etwa bei 23 Grad. Es wird also höchste Zeit etwas zu unternehmen (siehe Seiten 4/5). Und zwar bitte noch bevor wir uns alle die Köpfe einschlagen. Polit-Streit um Tiertransporte S. Krautwaschl (kl. Bild) will, dass die Bürger über festgestellte Mängel bei Tiertransporten informiert werden. THINKSTOCK, GRÜNE GEPRÜFT. Die Grünen fordern von der Landesregierung mehr Transparenz bei Tiertransportkontrollen. Von Daniel Windisch daniel.windisch@grazer.at Diese Woche geriet das Thema „Tiertransporte“ wieder in die Schlagzeilen. Tierschützer machten in der Südsteiermark auf angeblich illegale Schweinetransporte aufmerksam. Das ruft auch die Politik auf den Plan: „Bei Tierquälerei muss härter durchgegriffen werden!“, fordert etwa Grünen-Landtagsabgeordnete Sandra Krautwaschl. Und sie pocht darauf, dass die bei Tierschutzkontrollen festgestellten Mängel öffentlich gemacht werden. Doch der zuständige VP-Gesundheitslandesrat Christopher Drexler weigere sich, diese Fakten im jährlichen Landes- Veterinärbericht zu veröffentlichen, obwohl dies der Landtag im Jahr 2015 beschlossen habe. Drexler selbst ist freilich anderer Ansicht: Er beruft sich darauf, dass der Beschluss nur für den Veterinärbericht 2015, nicht aber für spätere Berichte gegolten habe. Diese Haltung ärgert Krautwaschl: „Kontrollen und Missstände dürfen nicht geheim gehalten werden!“ Erst auf schriftliche Anfrage habe Drexler die Kontrollbilanz für das Jahr 2016 herausgerückt (siehe Fakten-Box). Das steirische Tierschutz-Kontrollsystem funktioniere sehr gut, versichert jedenfalls Landesveterinärdirektor Peter Wagner. Die Steiermark sei sogar vielfach „besser als andere Bundesländer“, allein was die große Zahl der Amtstierärzte angehe. Generell gibt es laut Wagner immer weniger Beanstandungen bei Tiertransporten – der Experte vermutet, dass das auch daran liegt, dass viele „Problem-Transporte“ aus Osteuropa die Steiermark inzwischen umfahren. Genau da will SP-Tierschutzlandesrat Anton Lang ansetzen. Er verweist auf den kürzlich erfolgten Beschluss aller Bundesländer, Österreichs EU-Ratsvorsitz dafür zu nutzen, die hohen österreichischen Standards bei Tiertransporten auch in anderen EU- und Nicht-EU-Staaten umzusetzen. Zudem sollen auf EU-Ebene Schlachttiertransporte in Länder außerhalb der EU verboten werden. Tierschutzkontrollen ■■Im Jahr 2016 wurden steiermarkweit mehr als 56.000 Tiertransportkontrollen durchgeführt. Bei 301 Transporten stellten die Prüfer insgesamt 355 Mängel fest. Die meisten betrafen mangelhafte Dokumente (127), zu enge oder niedrige Ladeflächen (67) und mangelnde Transportfähigkeit der Tiere (47). Daraus folgten 221 Abmahnungen, 92 Anzeigen und zehn Organmandate. ■ ■ 2016 wurden auch über 2300 Landwirtschaftsbetriebe durch Amtstierärzte überprüft. In 88 Betrieben wurden in Summe 296 Mängel aufgedeckt – zumeist bei der Unterbringung der Tiere (101), der Bewegungsfreiheit (72) sowie bei Fütterung und Tränkung (61). Weiters führten Amtstierärzte 2800 Kontrollen in Schlachthöfen, Reitställen etc. durch. Dabei traten 760 Mängel zutage. 512-mal wurde die Behebung der Mängel angeordnet, 107 Verwaltungsstrafverfahren wurden eingeleitet, 13 Anzeigen bei Gericht erstattet, 22 Tierabnahmen vorgenommen und vier Tierhalteverbote ausgesprochen. derGrazer IMPRESSUM: „der Grazer“ – Unabhängige Wochenzeitung für Graz und Umgebung | Erscheinungsort: Graz | HERAUSGEBER UND MEDIENINHABER: Media 21 GmbH, Gadollaplatz 1, 8010 Graz; Tel. 0 316/23 21 10 | GESCHÄFTSFÜHRUNG: Gerhard Goldbrich | ASSISTENZ: Silvia Pfeifer (0 664/80 666 6918) | CHEFREDAKTION/PROKURA: Tobit Schweighofer (DW 2618) | REDAKTION: Verena Leitold (0 664/80 666 6691), Vojo Radkovic (0 664/80 666 6694), Mag. Daniel Windisch (0 664/80 666 66 95), Valentina Gartner (0664/80 666 6890), Philipp Braunegger (0664/80 666 6600), Mag. 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