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5. April 2020

- Lockerung: Handel sperrt als Erstes wieder auf - Neues Sperrmüll-Service in Graz: Container statt Sturzplatz - Informationen zum Coronavirus

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4 graz www.grazer.at 5. APRIL 2020 Lockerung: Handel sperrt als Erstes wieder auf Noch ist die Grazer Innenstadt leer, die Geschäfte sind geschlossen: Sie sollen aber die Ersten sein, die bei Maßnahmen-Lockerungen wieder aufsperren. CORONA. Am heutigen Sonntag möchte die Bundesregierung die aktuellen Infektionszahlen genau evaluieren. Die Rückkehr zur Normalität soll schrittweise erfolgen, beginnend mit der Wieder-Öffnung der Handelsunternehmen. Abstand-Regel und Mundschutz werden uns aber weiter begleiten. LUEF Von Verena Leitold verena.leitold@grazer.at folgen wird, damit wir die Gesundheit in unserem Land schützen“, so Bundeskanzler Sebastian Kurz in seiner Regierungserklärung im Nationalrat, die er hinter einer Plexiglaswand hielt, vor Abgeordneten, die mit Mundschutz ausgestattet mit einigen Sitzen Abstand zueinander Platz genommen hatten. Wann die Maßnahmen genau gelockert werden, konnte der Bundeskanzler noch nicht sagen. Dennoch verriet er, dass die Rückkehr zur Normalität mit der Wiedereröffnung von Handelsunternehmen beginnen werde. Und auch Vizekanzler Werner Kogler bestätigte: „Die Lockerungen werden mit Sicherheit die Handelsgeschäfte früher betreffen als Sportveranstaltungen.“ Schrittweise Rückkehr Die angesprochene Lockerung der derzeit geltenden strengen Maßnahmen soll in Verbindung mit drei Begleitmaßnahmen schrittweise passieren: Einerseits Die KMU Forschung Aus tria bezifferte die Verluste der steirischen Wirtschaft allein in der ersten Woche der Geschäftsschließungen aufgrund von Corona mit 70 Milliarden Euro. Kastner-Vorstand Martin Wäg sprach von fünf Millionen, die allein dem Grazer Traditionsunternehmen pro Woche an Umsatz entgehen. Am Freitag deutete die Bundesregierung nun erste Schritte zum Wiederhochfahren der heimischen Wirtschaft an. Am Sonntag möchte sie die Zahlen bewerten und über nötige Maßnahmen beraten. „Am Montag werden wir Sie umfassend über unsere Entscheidungen informieren. Wenn es die Zahlen hergeben, werden wir alles tun, um schrittweise wieder zur Normalität zurückzukehren. Aber ich bitte Sie um Verständnis, dass diese Rückkehr schrittweise und behutsam ermit einem besonderen Schutz der Risikogruppen. Andererseits mit sogenanntem Containment: also einer möglichst breiten und schnellen Testung und schließlich Isolation aller, die sich potenziell angesteckt haben. „Wenn es Glutnester gibt, müssen diese schnell gelöscht werden. Auf jeden Einzelfall darf nicht wieder ein Flächenbrand folgen“, so Kurz. Außerdem wird die Rückkehr zur Normalität mit einem Kulturwandel einhergehen: Das Abstand-Halten und Masken-Tragen wird uns weiterhin begleiten. Die 1-Meter-Abstand-Regel heben auch Gesundheitsminister Rudolf Anschober und AGES- Experte Franz Allerberger einmal mehr hervor. „Damit es zur Ansteckung kommen kann, muss man enger als einen Meter zusammen sein, und das für zumindest 15 Minuten. Ich fahre jeden Tag mit der U-Bahn und habe keine Angst, solange die Leute diesen einen Meter Abstand einhalten“, so Allerberger. Endlich Lichtblick Dass die Regierung inzwischen über Lockerungen der Maßnahmen zumindest beratschlagen kann, liegt an den Infektionszahlen, die diese Woche erstmals einen Hoffnungsschimmer erlaubten. „Die Zuwachsrate, was die Erkrankungen betrifft, ist etwas abgedämpfter!“, so Anschober. Mittlerweile gibt es seit mehreren Tagen einen täglichen Zuwachs im einstelligen Prozentbereich. „Es ist ein Licht am Ende des Tunnels und soll uns ermutigen, dass wir den richtigen Weg gehen. Aber vom Ziel sind wir noch weit entfernt!“ Deshalb appelliert Kanzler Kurz auch: „Agieren wir dieses Mal zu Ostern anders! Lassen wir alles, was wir sonst zu Ostern schätzen, heuer aus, um unsere Liebsten zu schützen. Verzichten wir auf Familienfeiern – diese sind die größte Gefahr für die Menschen, die uns etwas wert sind.“

5. APRIL 2020 www.grazer.at graz 5 + + + News-Ticker + + + News-Ticker + + + News-Ticker + + + News-Ticker + + + News-Ticker + + + Kurz und bündig: Die wichtigsten Neuigkeiten der letzten Tage ■■ Übergangszeit vorbei: Ab morgen Schutzmasken beim Einkaufen Pflicht Am Montag verkündete die Bundesregierung eine weitere Maßnahme zur Eindämmung des Coronavirus: Einkaufen in Supermärkten ist nur mehr mit Mund-Nasen-Masken erlaubt. Seit Mittwoch gab es eine Übergangsphase: Die Geschäfte, die schon Masken verfügbar hatten, durften nur mehr mit diesen betreten werden. Ab morgen ist der Mundschutz nun endgültig verpflichtend. Außerdem muss auch beim Einkaufen ein Mindestabstand von einem Meter zu anderen Personen eingehalten werden. ■■ 15 Milliarden Nothilfefonds für Unternehmen, Härtefallfonds für Selbstständige verdoppelt Der ursprünglich mit 1 Milliarde dotierte Härtefallfonds für EPUs, Kleinstunternehmer und Freiberufler wurde auf 2 Milliarden erhöht. Außerdem fallen Ober- und Untergrenze beim Einkommen. Auch Mehrfachversicherte und Jungunternehmer, die erst heuer gegründet haben, haben jetzt Anspruch auf die Zahlungen. Am Freitag wurden außerdem Details zum 15 Milliarden schweren Nothilfefonds für Unternehmen präsentiert. Konkret wurden zwei Instrumente angekündigt: Garantien für Kredite und Zuschüsse. ■■ Grazer Stadtfinanzen: Haushalt muss nach unten revidiert werden Der städtische Rechnungsabschluss 2019 ist im laufenden Saldo erneut positiv: 31 Millionen Euro Überschuss, nach Überschüssen 2018 von 35 Millionen Euro und 2017 von 50 Millionen Euro. Der Ausblick auf 2020 ist demgegenüber getrübt: Während das Grazer Budget für 2020 noch von einem Überschuss von 15 Millionen Euro ausgegangen war, haben sich die Einschätzungen infolge der erwartbaren Auswirkungen der COVID-Pandemie stark ins Negative gedreht. „Wir erwarten aus heutiger Sicht für 2020 einen erheblichen Rückgang bei den Kommunalsteuereinnahmen (Vorjahreswert: 145 Millionen Euro), da die Kurzarbeitsgehälter von der Kommunalsteuer befreit sind“, führt Finanzstadtrat Günter Riegler aus. Zudem sind wichtige Umsatzbringer der Stadt wie der Flughafen Graz, MesseCongress und Ankünder von Auftragseinbrüchen und Mindereinnahmen betroffen, was auch das konsolidierte Ergebnis 2020 verschlechtern wird. Bei diesen und weiteren städtischen Gesellschaften wurden daher in den ersten beiden Wochen der COVID-Krise bereits Vorbereitungen für Kurzarbeit getroffen. Für rund 2000 Mitarbeiter in den Konzerntöchtern ist Kurzarbeit spätestens seit 1. April in Kraft. ■■ 64.000 Arbeitslose in der Steiermark: Zahl hat sich im März verdoppelt Die Corona-Krise ist verantwortlich für viele Einzelschicksale. Mit Ende März waren 63.998 Personen beim AMS Steiermark als arbeitslos gemeldet, das bedeutet gegenüber dem Vorjahresmonat fast eine Verdoppelung von 30.466 Personen oder 90,9 Prozent! Mit 15. März, also einen Tag vor Beginn der Ausgangsbeschränkungen, waren 37.307 Personen (21.874 Männer, 15.433 Frauen) als arbeitslos in unserem Bundesland vorgemerkt – binnen etwas über zwei Wochen kamen also 26.691 Arbeitsuchende (14.238 Männer, 12.453 Frauen) dazu. Die stärksten Ausschläge gab es dabei in tendenziell eher dynamischen Branchen wie Beherbung und Gastronomie (+185,9 Prozent), dem Bau (+155,6 Prozent) sowie im Bereich Verkehr und Lagerei (+132,3 Prozent) ■ ■ Stützpunkt in Graz: Polizei startet spezielle Corona-Kompetenzteams Beim Einschreiten bei COVID-19-Verdachtsfällen stehen ab sofort speziell ausgebildete Polizisten zur Verfügung. Sie werden „Kompetenzteams“ genannt und sind in den drei Stützpunkten Graz, Leibnitz und Bruck an der Mur rund um die Uhr für Einsätze bereit. Sie setzen sich aus Personen zusammen, die bereits eine Spezialausbildung beispielsweise als Strahlenspürer aufweisen. Die Kompetenzteams leiten spezielle Maßnahmen ein und unterstützen etwa bei Leichenkommissionierungen, wenn der Verdacht besteht, dass es einen COVID-19-Bezug gibt. Außerdem schreiten die Kompetenzteams auch gegen aggressive oder psychisch beeinträchtigte Personen ein und führen Amtshandlungen in Quarantänebereichen durch. Sie sind durch eine Spezialausrüstung gegen Infektionen geschützt. ■■ Osterfeuer in der ganzen Steiermark verboten In Graz gilt ja sowieso schon ein Osterfeuer-Verbot. Wegen der Corona- Krise muss nun aber auch GU und die restliche Steiermark zum Schutz der Besucher und im Speziellen der Feuerwehrmänner sowie der Sicherheitskräfte auf die Brauchtumsfeuer verzichten. Ebenso wie auf den Kirchgang. Am heutigen Palmsonntag sendet Radio Steiermark um 11 Uhr den Gottesdienst aus der Bischofskapelle Innsbruck – der Grazer Hermann Glettler ist in Tirol ja inzwischen Bischof. Am Karsamstag, 11. April, gibt es ab 13.10 Uhr eine Live-Übertragung der Speisensegnung mit Bischof Wilhelm Krautwaschl auf ORF2. Alle Messen werden zusätzlich live über www.katholische-kirche-steiermark.at/livestream übertragen. Dazu gehört die Verkündung der Osterbotschaft am Ostersonntag, den 12. April, an dem ab 12 Uhr alle Pfarren der Diözese gleichzeitig die Glocken läuten lassen. Am Karfreitag ist der Gottesdienst mit dem evangelischen Bischof Michael Chalupka auf ORF2 zu sehen. Aufgrund der Corona-Krise sind in diesem Jahr keine Osterfeuer in der Steiermark erlaubt. Messen und Segnungen werden im Fernsehen oder Internet übertragen.GETTY + + + News-Ticker + + + News-Ticker + + + News-Ticker + + + News-Ticker + + + News-Ticker + + +

2021