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4. April 2021

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- Kirchen und Denkmäler leuchten durch Ökostrom - Osterfrühstück mit Bischof Krautwaschl - Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer im Interview - Traditionsunternehmen Kepka verlässt Graz nach 111 Jahren - "der Grazer"-Epaper: 2 Monate Tageszeitung

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graz 10 www.grazer.at 4. APRIL 2021 Traditionsbetrieb Kepka nimmt den Hut „Adieu Graz“ nach Markus Groß stellte das s’Fachl in einem Video vor. Holding stellt Betriebe vor KK ■ Die letzten Monate haben für die Unternehmer der Grazer Innenstadt, die von den Auswirkungen der Coronakrise unmittelbar betroffen waren, einen Kraftakt dargestellt. Die Holding Graz startete dafür eine Video-Aktion: Um die Vorzüge des Betriebs einem Publikum bekannt zu machen, wurde den Innenstadtbetrieben die Möglichkeit geboten, ihr Unternehmen in einem Kurzvideo zu präsentieren. Die Videos werden von der Holding finanziert und ab sofort laufend auf den Online-Kanälen veröffentlicht. Rund 40 Betriebe haben das Angebot bereits angenommen. Die alte Hutmanufaktur in der Grazer Wickenburggasse (großes Bild) übersiedelt in eine alte Gerberei in Deutschfeistritz (kleines Bild). KK (2) SCHADE. Die Hutmanufaktur Kepka zieht nach Deutschfeistritz. Mit dem Traditionsbetrieb geht auch ein Stück Handwerkskunst in Graz verloren. Von Verena Leitold verena.leitold@grazer.at Ganze 111 Jahre reicht die Geschichte der Hutmanufaktur Kepka in der Wickenburggasse zurück: Gegründet wurde sie 1910 am Schloßbergplatz. 2003 übernahm Karin Krahl-Wichmann den Traditionsbetrieb von ihrem Vater, der dort 1957 als Lehrling einstieg und das Unternehmen seit 1981 führte. Jetzt schlägt die Chefin ein neues Kapitel auf und siedelt Die Stadt Graz ist digital Klaus Weikhard, Franz u. Brigitte Strohmeier, Christian Gollob (v. l.) Osteraktion der Oberlandler ■ Großbauer Klaus Weikhard und Christian Gollob von den Oberlandlern überreichten heute Vormittag 50 Oster-Blumengestecke an die Senioren des Pflegeheims Adcura Feldkirchen – natürlich mit Abstand vor dem Altersheim. Den Grazer Traditions- Charityverein der Oberlandler gibt es seit 1883. Seither konnten unzählige karitative Projekte unterstützt werden. KK Bürgermeister Siegfried Nagl sieht in dem Projekt großen Mehrwert. KANIZAJ INNOVATIV. Die Stadt Graz hat eine neue Online-Plattform gestartet, um Behördengänge rund um die Uhr digital zu ermöglichen. ■ Behördengänge bereiten nur den wenigsten Menschen Freude. Darum bietet die Stadt Graz nun mit dem neuen Internetportal digitalestadt.graz.at die Möglichkeit, viele Services unkompliziert und zu jeder Tageszeit online zu nutzen. Rund 250 Formulare sind mittlerweile online verfügbar. Alle dazugehörigen Amtswege können komplett digital erledigt werden. Dazu zählen unter anderem die Vormerkung für die städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen, der Mobilitätsscheck, Förderungen zu Reparaturdienstleistungen, die Änderung des Hauptwohnsitzes oder auch der Antrag auf eine SozialCard. Bürgermeister Siegfried Nagl ist davon überzeugt, dass es schnellere Wege für Behördengänge geben muss: „Ich verstehe die Stadt als großes Dienstleistungsunternehmen. Viele Menschen betrachten den Umgang und Kontakt mit Behörden als mühevoll, kompliziert und unflexibel. Im 21. Jahrhundert angekommen, wollen wir unseren Kunden nun den Komfort einer modernen Lebensweise bieten und damit den Kontakt mit uns erleichtern. Am Handy, am Tablet oder auch am Laptop – die digitale Stadt ist immer erreichbar.“ Auch die Leiterin der Präsidialabteilung, Verena Ennemoser, ist mit dem Projekt zufrieden: „In Zeiten wie diesen merken wir eindeutig, wie wichtig ein gutes Online-Service für alle Bürger ist. Mit diesem Portal machen wir die Stadt Graz zukunftssicher.“

4. APRIL 2021 www.grazer.at graz 11 111 Jahren mit Sack und Pack nach Deutschfeistritz in Graz-Umgebung. „Wir waren in Graz nur eingemietet, da sind die Kosten einfach so hoch geworden, dass man auch einen Kredit zurückzahlen kann“, erklärt Krahl-Wichmann, der der Umzug aber trotzdem nicht ganz leichtfällt. „Ich verbinde mit der Firma und dem Standort in Graz ja auch viele Erinnerungen an meinen Vater! Aber nichts ist so beständig wie die Veränderung im Leben, und damit bestätigt sich wieder, dass die Hutwerkstatt lebt.“ Zwar gibt es vereinzelt noch Modisten in Graz, eine reine Manufaktur findet man aber sonst in ganz Österreich nicht. Neueröffnung im Herbst Wann genau man endgültig Abschied nimmt, steht noch nicht fest und hängt vom Umbau in Deutschfeistritz ab – geplant ist die Neueröffnung im Herbst, Winter. „Der Umzug ist natürlich ein wahnsinnig großer Aufwand, aber ich sehe es als meine Lebensaufgabe und es wird ein Teil meines Lebenswerks. Es ist meine Berufung, die ich mit vollem Stolz und Engagement lebe. Und es ist auch ein wenig crazy, im Jahr 2021 eine Hutwerkstatt komplett neu zu installieren“, so Krahl-Wichmann. Klar ist für die 38-Jährige: Der Charme der alten Manufaktur muss unbedingt erhalten bleiben. Deshalb wurde auch ein Haus mit Geschichte ausgesucht: Ursprünglich war das Gebäude in der Färbergasse 2 in Deutschfeistritz nämlich eine Gerberei. „Das neue Hutmacherhaus befindet sich romantisch frei stehend auf der Insel in Deutschfeistritz, von einem Park und dem Übelbach umgeben“, schwärmt Krahl- Wichmann, die hofft, dass die Grazer Kunden einen Besuch in der neuen Manufaktur mit einem Ausflug ins Grüne verbinden.

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