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4/2019

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Arktisfieber: Und dann

Arktisfieber: Und dann ist es wieder stiller als still ... Text: Verena Leitold, Fotos: Philipp Schaudy 1999 war der Steirer Philipp Schaudy zum ersten Mal auf Spitzbergen. Seither hat ihn die Stille und Weite der Arktis nicht mehr losgelassen. Drei Jahre hat er durchgehend mitten in der beeindruckenden Landschaft gelebt, einmal im Jahr führt er Expeditionen ins ewige Eis. Eine Faszination, die bleibt Der 46-jährige Grazer Philipp Schaudy ist ein Abenteurer: Zusammen mit seiner Frau Valeska ist er auf dem Fahrrad zur Weltreise aufgebrochen, mit ihr und den damals ein und drei Jahre alten Töchtern hat er außerdem ein Nomadenleben in Marokko geführt. 80 Länder dieser Welt hat er so bisher kennengelernt. Aber ein Flecken Erde hat es ihm besonders angetan: die Arktis. Im Jahr 1999 war Schaudy das erste Mal auf Spitzbergen und mehrere Monate auf eigene Faust im Sommer unterwegs. Im Jahr darauf folgte die erste Reise im Winter: teils für das Studium (Geografie), aber vor allem auch, um den höchsten Berg, den Newtontoppen mit 1717 Metern, zu besteigen. Seither hat ihn das ewige Eis nicht mehr losgelassen. So gut wie jedes Jahr zog es ihn weit in den Norden. Von 2004 bis 2006 lebten er und Valeska sogar durchgehend auf Spitzbergen. Seit dieser Zeit ist er auch jedes Jahr als Expeditionsleiter mit kleinen Schiffen in Spitzbergen und Grönland unterwegs. So klingt und riecht die Arktis „Man hat einen ewigen ungestörten Blick. Am besten von einem Berggipfel. Und die Stille. Die arktische Stille ist etwas Faszinierendes, etwas, das man bei uns gar nicht kennt, denn es gibt immer irgendwelche Geräusche - auch wenn es einem still erscheint. Aber die arktische Stille ist noch viel ruhiger“, schwärmt Schaudy. „Man hört einen einsamen Vogel ganz weit weg, man hört irgendwo tief im Tal Wasser plätschern oder das Eis des viele Kilometer entfernten Gletschers krachen. Dann ist es wieder stiller als still.“ Riechen tut es in Schnee und Eis kaum nach etwas - gerade mal die kleinen Blümchen geben ein bisschen Duft ab, wenn man sich auf den Bauch legt und schnuppert. In Unterhosen vor dem Eisbären Bei aller exotischen Idylle ist das

weite Land aber auch wild und ungezähmt. „Die gefährlichste Begegnung fand einmal im Winter statt. Ich war mit einem Freund über vier Wochen mit Schiern und Zelt unterwegs zum südlichsten Punkt Spitzbergens. Nachdem man überall mit Eisbären rechnen muss, spannt man nachts einen Stolperdraht mit Signalmunition um das Zelt. Läuft ein Tier hinein, explodiert die Munition und man wacht auf. Das ist auch uns einmal passiert“, erinnert sich Schaudy. „Ich stand bei minus 30 Grad nur mit einer Unterhose bekleidet, das Gewehr im Anschlag - der Bär nur drei Meter vor mir. Eine gefühlte Ewigkeit lang ist gar nichts passiert. Ich habe nicht geschossen. Erst als mein Freund Fabrice aus dem Zelt gekommen ist und begonnen hat, den Bären lautstark zu beschimpfen, brüllte ich mit. Der Bär richtete sich auf und lief davon. Ob er Französisch oder Deutsch verstanden hat, weiß ich nicht. Vielleicht waren ihm aber auch nur die Unterhosen zu viel!“ SCHNEE & EIS. Beeindruckende Landschaften, einzigartige Lichtstimmungen: Der gebürtige Grazer Philipp Schaudy ist der Anziehungskraft des Nordpols komplett verfallen.

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