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31. März 2019

- Stadt Graz baut Augartenbad und Co aus: Badespaß mit Spielarealen und Public-Viewing-Zone - Mindestsicherung: Graz unterstützt Reformpläne - Jeden Mittwoch soll Graz fleischlos essen - Alexa, was sind meine Grazer Nachrichten? Neuer Amazon Echo Skill vom „Grazer“ - Familienpass: Mehr Ermäßigung in Grazer Öffis - Rattenköder am Spielplatz wurden entfernt - Café Clawecki heißt jetzt Café Loma

viva Valentina Gartner

viva Valentina Gartner 32 valentina.gartner@grazer.at www.grazer.at 31. MÄRZ 2019 Bärlauch ist eines der wenigen Wildkräuter, das man auch in größeren Mengen genießen kann. Er ist bekömmlicher als der ähnlich schmeckende Knoblauch.“ Pflanzenexperte Michael Flechl KK Vitaminreich, entgiftend, Blutdruck senkend Bärenstarker Bärlauch Bärlauch schmeckt nicht nur ausgezeichnet, sondern wirkt auch desinfizierend und hat viele weitere positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit. GETTY (2) FRÜHLINGSBOTE. Bärlauch ist nicht nur der Hit am Teller: Er hat auch eine äußerst positive Wirkung auf die Gesundheit und hilft etwa, Blutdruck und Cholesterinspiegel zu senken oder zu entgiften. Von Verena Leitold verena.leitold@grazer.at Der Bärlauch ist wieder da! Jedes Jahr wird er von Feinschmeckern sehnlichst erwartet – inzwischen sind die Grazer Bauernmärkte wieder voll mit den sanft nach Knoblauch schmeckenden Blättern. Viele wissen aber gar nicht, dass Bärlauch nicht nur kulinarisch gesehen einiges draufhat: Er hat auch ausgesprochen positive Effekte auf unsere Gesundheit. „Das enthaltene Allicin, das auch für den Knoblauch-Geschmack und -Geruch verantwortlich ist, wirkt desinfizierend und antibakteriell“, erklärt Pflanzenexperte Michael Flechl. „Besonders im Februar und März, wenn der erste Bärlauch wächst, kann er grippalen Infekten vorbeugen.“ Vitaminkick Außerdem beinhaltet das Lauchgewächs besonders viele Vitamine: In 100 Gramm Bärlauch finden sich satte 150 Milligramm Vitamin C, das ist dreimal mehr als in Orangen! Dadurch ist die Pflanze antioxidativ und entgiftend. „Detox ist momentan ja total in Mode – Bärlauch eignet sich wunderbar zum Entschlacken“, so Flechl. „Außerdem hilft er, Blutdruck und Cholesterinspiegel zu senken.“ Bärlauch wirkt außerdem als natürliches Antibiotikum. Ganze Pflanze essen Was viele nicht wissen: Nicht nur die Bärlauchblätter sind essbar. „Die Knospen kann man wie Kapern einlegen. Und auch die Blüten sind sehr gut, wenn man sie zum Beispiel über eine Bärlauchcremesuppe streut“, schwärmt der Experte, der in Graz auch Kräuterwanderungen veranstaltet. „Der Bärlauch ist auch die erste Wildpflanze, die es in die Spitzengastronomie geschafft hat. Dass es ein Trendgewächs ist, merkt man aber leider auch am Preis. Ein kleiner Bund kostet meistens schon über einen Euro.“ Doppelgänger Übrigens: In Graz kommt der Bärlauch nicht natürlich, sondern nur verwildert in Gärten vor. Von Mureck bis Radkersburg an der Grenzmur gibt es ihn fast flächendeckend. Kleinere Vorkommen findet man etwa in Fernitz oder Leibnitz. Dort darf man ihn im Wald, wenn es nicht ausdrücklich untersagt ist, auch einfach sammeln. „Aufpassen muss man aber auf seine gefährlichen Doppelgänger: Die Herbstzeitlose wächst zur gleichen Zeit sogar mitten in Bärlauch-Vorkommen. Der Bärlauch selbst hat aber weichere Blätter, die schnell welken und und dunkler sind. Auch mit Maiglöckchen kann er leicht verwechselt werden, die blühen bei uns allerdings seltener.“

31. MÄRZ 2019 www.grazer.at viva 33 ➜ IN GETTY (2) Frühling am Teller Mit frischen Kräutern, Obst und Gemüse bekommt man auch beim Essen Frühlingsgefühle. Weiter Winterspeck anessen Im Winter verlangt der Körper manchmal nach schwererer Kost. Den Ballast sollte man im Frühling ablegen. OUT ➜ Ältere Akademiker oft zu dick ADIPOSITAS. Eine Grazer Studie zeigt: Unter gebildeten Männern ab 75 nimmt Fettleibigkeit stark zu. Langes Sitzen, wenig Bewegung und zu viel ungesundes Essen begünstigen Fettleibigkeit (Adipositas). Von potenziell gesundheitsschädlicher Adipositas spricht man ab einem BMI-Wert (Körpermasseindex) von 30. In einer großen Studie haben Franziska Großschädl und Willibald Stronegger von der Med-Uni Graz die Daten zur Entwicklung von Adipositas bei Erwachsenen in Österreich von 1973 bis 2014 untersucht. Das Forscher-Duo fand heraus, dass die Adipositasrate zwischen 1973 und 1983 sank und von 1983 bis 2007 zunahm. Während ab 2007 die Zahl der adipösen Frauen in Ös- terreich stabil blieb, stieg jene der Männer weiter an, 2014 überholten die fettleibigen Männer erstmals die Frauen. Das dürfte damit zu tun haben, dass Gesundheitskampagnen zur Gewichtsreduktion von Frauen besser angenommen wurden als von Männern. „Für zukünftige Programme empfehlen wir, Programme zielgerichtet für Frauen und Männer anzubieten“, so Großschädl und Stronegger. Die Studie zeigt auch, dass Adipositas bei Akademikerinnen relativ selten ist. Das bestätigt frühere Studien, laut denen Adipositas häufiger bei weniger gebildeten Menschen auftritt. Allerdings: Den höchsten Bei Männern steigt die Zahl der Fettleibigen generell stärker an als bei Frauen. Eine besondere Risikogruppe sind gebildete Männer ab 75. GETTY Anstieg der Adipositasrate zwischen 1973 und 2014 gab es bei Männern ab 75 Jahren mit Matura oder akademischem Abschluss. Für die Studienautoren ist klar: „Diese Gruppe muss künftig näher untersucht werden, um genaue Präventionsmaßnahmen planen zu können.“ DAW

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