7 TAGE SONNTAG

Aufrufe
vor 8 Monaten

31. Mai 2020

  • Text
  • Graz
  • Juni
  • Grazer
  • Silverado
  • Stadt
  • Heuer
  • Autokino
  • Zeit
  • Meter
  • Sommer
- Summer in the City: Neues Gastro-Festival ab Juli in der Innenstadt - Tiefgarage unter der Grazer Uni - Bezirkssportplatz in Jakomini eröffnet - Stolperfalle für Radfahrer in der Alten Poststraße - Villa beim Hilmteich abgerissen - Riesen-dm für die Grazer Innenstadt

2 graz www.grazer.at

2 graz www.grazer.at 31. MAI 2020 E D I T O R I A L von Tobit Schweighofer ✏ tobit.schweighofer@grazer.at Zusammenhalt am letzten Strohhalm C orona geht dem Ende entgegen. Zumindest bei uns und zumindest einmal fürs Erste, so hat man zumindest den Eindruck. Schon bald dürfen wir wieder ungeschützt sozial verkehren, uns treffen, wo und mit wem wir wollen, und selbst Kulturveranstaltungen wird es wieder geben. Nur die Nachtgastronomen schauen weiterhin durch die Finger. Nach wie vor weiß niemand, wann wieder Leben in die Buden kommt, die finanziellen Rücklagen der Wirte, die durch das Rauchverbot ohnehin schon angeschlagen sind, gehen bald endgültig zur Neige. Umso wichtiger wird der Zusammenhalt am letzten Strohhalm, mit denen sich die Grazer Nachtgastronomen nun versuchen, selbst aus dem Wasser zu ziehen. Das Gastro-Fest „Summer in the City“, das den ganzen Sommer über stattfinden wird (siehe Seiten 4/5), könnte die Lebensrettung unseres Nachtlebens sein. Auch die Stadt zeigt sich in diesem Fall sehr pflegeleicht und dermaßen solidarisch, dass die groß dimensionierte Veranstaltung innerhalb weniger Wochen durch alle Ämter im Rekordtempo durchgeboxt werden wird. Wenn wir etwas aus der Krise lernen können, dann, dass wir doch nicht alleine auf der Welt sind und nur gemeinsam mit anderen und gegenseitiger Hilfe weiterkommen und noch nie Dagewesenes schaffen. Bravo! Tobit Schweighofer, Chefredakteur SONNTAGSFRÜHSTÜCK MIT ... Erst Schoko, dann Weckerl! Hier macht sich Andreas Schicker zum Frühstück gleich mal einen Riegel auf. Schnelle Energie wird er brauchen – Mittwoch startet er mit Sturm ins Meister-Playoff nach der Corona-Pause. LUEF ... Andreas Schicker Sturms neuer Geschäftsführer Sport spricht über Auszeit auf der Alm, schwierige Startbedingungen durch Corona und seinen Unfall, der ihm Lehrmeister wurde. Schokolade zum Frühstück? Wie die Filmfigur „Bridget Jones“? Manchmal, wenn es morgens schnell gehen muss, gönn ich mir zum Kaffee einen Schokoriegel. Daheim an freien Tagen nehm ich mir mehr Zeit, da gibt’s Spiegeleier, Weckerl und frischen Orangensaft. Mittwoch startet die Liga nach der Corona-Pause. Nutzten Sie den Lockdown zur Ruhefindung? Ein wenig schon. Aber es war auch so genug zu tun. Vor allem die Arbeiten rund um die Übergabe des Sportdirektor-Postens von Günter Kreissl aN mich. Ich konnte die Zeit auch für gekonntes Videoscouting nutzen. Auf meiner Almhütte kann ich gut abschalten, dort ist immer etwas zu tun. Vor allem weil’s dort kaum Handy-Empfang gibt (lacht). Zu tun hatten Sie ja zuletzt genug, richtig? Natürlich, trotz Corona-Pause. Die arbeitstechnische Übergabe ist zwar umfangreich, aber zum Glück auch unkompliziert. Günter und ich kennen uns ja schon lang. Das ist sicher ein Vorteil, da wir diese Zeit gut nützen konnten, um Aufgaben zu verteilen. Ihm verdanke ich viel. Und auch Gespräche mit Spielern in Sachen Vetragsverhandlungen standen und stehen an. Aber, und das ist das Wichtigste, mir macht alles riesig viel Freude. Trotz der Corona-Einschränkungen? Ja. Natürlich, Kleingruppentraining vor Wochen, die Abstands- und Hygieneregeln sind in der Umsetzung schon aufwendig, aber einfach richtig und notwendig. Und zumindest hab ich mit meiner Partnerin in Sachen Arbeit was gemeinsam: Sie ist Volksschullehrerin – und startete auch mit Kleingruppen. Dass keine Fans im Stadion sein werden, tut natürlich sehr weh. Schmerzvoll – in vielerlei Hinsicht – war auch ihr Böller-Unfall 2014. Sie verloren die linke Hand, haben eine Prothese und wurden später zum ersten Profi, der mit einer solchen spielte. Wie prägte Sie das? Zuerst einmal weiß ich, dass das damals ein riesiger Blödsinn war: Ich hab einen Knallkörper angezündet, er ist zu früh explodiert und neben dem Verlust meiner linken Hand hab ich mir auch die rechte Hand schwer verletzt. Wenn du dann monatelang in Tobelbad auf Reha bist, hast du neben den anstrengenden Therapien viel Zeit zum Nachdenken. Ich lernte dort damals den Umgang mit der Prothese. Dass ich damals das Spieler-Comeback schaffte, macht mich stolz. Die Ärzte hatten größte Zweifel, was diesen Plan angeht. Wie stehen Sie heute zu Pyrotechnik? Im Stadion ist das ja oft Thema. Feiern mit Pyrotechnik gibt es in meinem Leben nicht mehr. Trotzdem will ich nicht oberlehrerhaft sein: Bengalen gehören, wenn sie verantwortungsvoll genutzt werden, zur Fankultur dazu. Böller aber sicher nicht! Was hat der Unfall Sie damals gelehrt? Ich war immer sehr ehrgeizig und ungeduldig. Seit meinem Unfall bin ich sicher ruhiger und geduldiger geworden. Das kann ich im schnelllebigen Fußball-Business jetzt nutzen. Vieles erscheint da viel wichtiger, als es ist. Man lernt nach so einem Vorfall daher auch vermeintlich kleine Dinge wieder zu schätzen, wichtig und unwichtig abzuwägen. Und da denke ich sogar im Widerspruch zu unseren Vereinsfarben bei Sturm: Das wirkliche Leben ist nie nur schwarz oder weiß. PHILIPP BRAUNEGGER Andreas Schicker (geb. am 6. August 1986 in Bruck/ Mur) folgt Günter Kreissl als Geschäftsführer Sport beim SK Sturm nach. Spieler-Stationen u. a.: Austria Wien, Ried, Schwadorf und Wiener Neustadt, wo er auch als Co-Trainer sowie Manager tätig war.

2021