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30. Mai 2021

- Grazer Gastro im Sicherheits-Check - Wirbel um Tweet von Judith Schwentner - 1. Grazer Stadtpokal für Fußballvereine - ÖBB-Lärm geht weiter - „der Grazer“ sucht Ferienpaten - Einblicke ins neue Lokal „Moin“

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2 die seite zwei www.grazer.at 30. MAI 2021 E D I T O R I A L von Tobit Schweighofer ✏ tobit.schweighofer@grazer.at Willkommen im (Nicht-) Wahlkampf S tell dir vor, es ist Wahlkampf und keiner macht mit. Eine bizarre, aber durch und durch angenehme Vorstellung. In Graz läuft es derzeit genau anders herum. Denn obwohl es noch nicht einmal einen Termin für die Gemeinderatswahl gibt, läuft der Wahlkampf in Wahrheit bereits auf Hochtouren. Stadträtin Judith Schwentner gab eben erst bekannt, Bürgermeisterin werden zu wollen, und präsentierte gleich darauf ihr Wahlkampf- Team. Das riecht nach Wahlkampf, klingt wie Wahlkampf, ist aber laut Schwentner keiner. Dafür hat die selbsternannte Nicht- Wahlkämpferin jetzt, wie für (Nicht-)Wahlkämpfe üblich, folgerichtig auch gleich eine Grenze überschritten. Auf Twitter bat sie den Chefredakteur des Falter darum, doch einmal darüber zu schreiben, was in Graz alles schiefläuft (siehe Seite 6). Abgesehen davon, dass man es als Politiker und Stadtregierungsmitglied tunlichst unterlassen sollte, Journalisten auf politische Konkurrenten zu hetzen – spätestens wenn man man den Bürgermeisteranspruch stellt, darf man sich nicht wundern, wenn man von der Konkurrenz die Retourkutsche erhält. Und spätestens dann ist es aber so weit: Der (Nicht-) Wahlkampf hat begonnen. Tobit Schweighofer, Chefredakteur SONNTAGSFRÜHSTÜCK MIT... Bei Karin Steffen landen am Sonntag Kaffee, Vollkornbrot mit Topfen und selbstgemachte Marmelade auf dem Frühstückstisch. JÜRGEN STEFFEN ... Aktivistin Karin Steffen Die Aktivbürgerin setzt sich seit vielen Jahren für die Mitbestimmung in Graz ein. Im Gespräch spricht sie über ihre Freizeit und ihre vielen Projekte. Frau Steffen, was steht denn am Sonntag bei Ihnen auf dem Frühstückstisch? Eigentlich nichts anderes als sonst: Kaffee, etwas Rohkost, ein Stück Vollkornbrot mit Topfen und am liebsten selbstgemachte Traubenmarmelade. Wie sieht für Sie ein perfekter Sonntag aus? Die Zeit verbringen, ohne auf die Uhr zu schauen, und in irgendeiner Form das Zusammensein mit meiner Familie genießen: beim Mittagessen, beim Nachmittagskaffee oder auch einfach so zum Plaudern. Wie verbringen Sie denn Ihre Freizeit? Haben Sie Hobbys? Ja, Bürgerbeteiligung! Nein, im Ernst: keine außergewöhnlichen. Ich freue mich über alles, so, wie es sich ergibt: Theater oder Konzert, lesen oder im Garten arbeiten. Wenn ich bewegungshungrig bin, setze ich mich gerne auf meinen Hometrainer oder seit neuestem auf ein Rudergerät. Das macht Spaß und ich habe im Geiste sicher schon etliche Runden um den Hilmteich gezogen. Wie ist es dazu gekommen, dass Sie sich als Aktivbürgerin engagieren? Es gab vor Jahrzehnten einmal die Idee, den Leonhardbach zu überdachen als Entlastung für die Leonhardstraße. Ich war darüber so geschockt, dass ich wissen wollte, wie andere darüber denken. Ich habe spontan Unterschriften gesammelt und im Handumdrehen so viele gehabt, dass ich damit auch etwas anfangen wollte. Auf meine Recherchen hin habe ich den Schutzverein Ruckerlberg und Umgebung entdeckt, bin vorstellig geworden und wurde gleich Mitglied, später dann auch Obfrau. Sie setzen sich sehr für den Ruckerlberg ein, warum liegt Ihnen die Gegend so am Herzen? Als „geborene Ruckerlbergerin“ bin ich der Meinung, dass der Ruckerlberg mit seinem Villengebiet, das in den Grüngürtel hineinreicht, auch wegen seiner leichten Erhöhung für die angrenzenden inneren Bezirke ein ideales Gebiet für schnelle Zwischendurch- Spaziergänge ist. So etwas gilt es immer dringlicher zu erhalten, ganz abgesehen von der Schutzwürdigkeit mancher wertvoller Bausubstanz in einer reinen Wohngegend, die jede Stadt auch braucht. Was raten Sie Grazern, die sich auch engagieren wollen? Es auf jeden Fall zu tun. Woher soll die Politik wissen, was genau wir wollen, wenn wir nicht den Mund aufmachen? Oder nicht mithelfen, Einrichtungen für die Allgemeinheit durch freiwillige Arbeit zu unterstützen? Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu engagieren, etwa in Vereinen, in Nachbarschaftszentren oder in Bürgerinitiativen. Sie werden bald Ihre Position als Sprecherin bei „Mehr Zeit für Graz“ abgeben und sich mehr auf das Projekt „Mehrgenerationenhaus Waltendorf“ konzentrieren. Welche Projekte planen Sie denn hier zurzeit? Soweit es die geltenden Corona-Maßnahmen zulassen, planen wir unseren jährlichen großen „Tag der offenen Tür“ am 18. Juni. Wir bereiten auch die Kinderbetreuungswochen für den Sommer vor und basteln als Beitrag zum Sportjahr der Stadt Graz an Regeln für ein durchführbares Tischtennisturnier. Wir hoffen auch, im Herbst wieder viele Aktivitäten starten zu können. JULIAN BERNÖGGER Karin Steffen, geboren 1940 in Graz am Ruckerlberg, ist Mutter von drei Kindern. Von 1948 bis 1959 lebte sie auch in Holland und in Hamburg, dazwischen in verschiedenen Bezirken von Graz. 1968 kehrte sie schließlich auf den Ruckerlberg zurück. Sie studierte von 1975 bis 1980 Germanistik und Philosophie. Seit 1996 ist sie Mitglied des Schutzvereins Ruckerlberg und Umgebung, seit 1998 Obfrau. 2007 war sie Gründungsmitglied von „Mehr Zeit für Graz“.

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