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3. Oktober 2021

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- Wirtschaftsexperten analysieren das kommunistische Graz - Comeback der Touristen - Das Urlaubsfoto 2021 - Endspurt für Standl-Wahl - Univiertel-Lokale ziehen erstmals an einem Strang

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6 graz graz www.grazer.at 3. OKTOBER 2021 4 redaktion@grazer.at & 0316 / 23 21 10 KP-Erdrutschsieg sorgt international für Aufsehen „Die Stadt Graz muss IV: Lösungen (Auszug) Ich werde meine helfende und schützende Hand von Graz zurückziehen müssen.“ Bürgermeister Siegfried Nagl gab am Sonntag seinen Rücktritt bekannt. KK V. l.: A. Kinsky, A. Lang, C. Drexler und H. Schwarz FOTO FRANKL Land macht 2022 weitere Schulden ■ Diese Woche wurde der Entwurf für das steirische Landesbudget 2022 beschlossen. Wie Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Lang und Landesrat Christopher Drexler bekannt gaben, wird der Schuldenstand auf 5,9 Milliarden Euro ansteigen, die ambitionierten Budgetziele bleiben coronabedingt außer Kraft, um Impulse für den Aufschwung zu setzen. Ein Rekordbudget gibt es etwa im Klimaschutzbereich. Robert Krotzer, Elke Kahr und Neo-Stadtrat Manfred Eber KPÖ: Einblick in Verhandlungen ■ Die KPÖ informierte am Freitag als großer Wahlsieger über den Verlauf der Koalitionsgespräche. Bisher seien alle gut verlaufen, am meisten Überschneidungen gibt es laut Spitzenkandidatin Elke Kahr mit SPÖ und Grünen. Ressorts will man nach Fähigkeiten vergeben, Kahr wird sich wohl das Wohnressort holen, Robert Krotzer könnte die Gesundheitsagenden behalten, Kurt Hohensinner (ÖVP) Bildung und Sport. KK ■ Restrukturierung: alle baurelevanten Behörden in ein zentrales, modernes Amt mit klarer Verantwortung zusammenführen ■ Key Account Projektmanager einführen ■ Ende des Schuldenmachens im öffentlichen Haushalt ■ Klimapakt: Prozess zwischen Politik, Verwaltung, Wirtschaft ■ Graz und Klagenfurt als gemeinsame Region: strategischer Prozess für Wirtschaftsraum ■ Elektrifizierung der GKB ■ Integration des Flughafens in die Südbahnstrecke ■ Ausbau der S-Bahn bis Maribor ■ Entlastung der Verkehrssituation in Rudersdorf (Puntigam) ■ Straßenbahn ausbauen, Zone 1 neu definieren (z. B. +Grambach) ■ funktionierende grüne Welle ■ Breitbandausbau beschleunigen ■ Lösung für Chemie-Akademie ■ Elementarbildung ausbauen Das gesamte Lösungspapier der IV gibt’s auf www.grazer.at derGrazer Was wird sich jetzt in Graz verändern? „Ich hoffe, es gibt in Zukunft mehr Angebote für junge Leute. Denen hat man einige Steine in den Weg gelegt.“ Susanne Hartung, 30, Studentin „Ich denke, dass die Sozialpolitik jetzt herzlicher wird. Das soziale Engagement der KPÖ finde ich gut.“ Friedrich Kabas, 69, Pensionist Stefan Stolitzka wünscht sich ein gemeinsames Amt für baurelevante Themen. Michael Steiner hält die Rückeingliederung der Holding für möglich. „Das Ergebnis ist hoffentlich kein Nachteil für den Wirtschaftsstandort. Aber weniger Beton wäre gut.“ Helga Eisner, 62, Pensionistin Blitzumfrage „Beim Thema Verkehr tut sich sicher etwas. Mehr Radwege und besserer öffentlicher Verkehr wären fein.“ Simon Knapp, 21, Angestellter Stefan Stolitzka ? ALLE FOTOS: DER GRAZER „Das muss man jetzt einmal abwarten. Beim Thema leistbares Wohnen geht hoffentlich etwas weiter.“ Renate Stelzl, 57, Beamtin LUEF, KANIZAJ, SCHERIAU, KK

3. 3. OKTOBER 2021 www.grazer.at graz 57 ➜ TOP KK/FF THONDORF Katzen gerettet Am Donnerstag brach in Thondorf ein Brand aus. Die Feuerwehr rettete die Bewohner und ihre zwei Katzen. Lokal zerstört Donnerstagnacht attackierten Hooligans ein Lokal, in dem Fußballfans aus den Niederlanden saßen. FLOP ➜ auf ihr Image aufpassen“ TOPTHEMA. Graz ist jetzt weltweit als Kommunisten-Hochburg bekannt und international agierende Unternehmen haben Erklärungsbedarf. Die IV präsentiert einen „Wunschzettel“ und auch ein Grazer Wissenschaftler gibt Aufgaben auf. Von Verena Leitold & Fabian Kleindienst redaktion@grazer.at Der Erdrutschsieg der KPÖ hat auf der ganzen Welt für Schlagzeilen gesorgt: Die Washington Post und Bloomberg haben in Amerika berichtet, euronews oder Euractiv in Europa – und viele weitere am ganzen Erdball. Bei Wirtschaftstreibenden in Graz sind die Berichte eher weniger gut angekommen. „Diese Wahl wird international außerordentlich wahrgenommen und das Licht, das damit auf unsere Landeshauptstadt fällt, ist für viele nicht mehr zuordenbar“, erklärt IV-Präsident Stefan Stolitzka. „Wir haben Erklärungsbedarf gegenüber Geschäftspartnern, Kunden wie Investoren. In der Welt bleibt hängen: In Graz haben Kommunisten die Mehrheit bei einer Wahl erreicht. Aus Sicht der steirischen Industrie ist daher unumstößlich, dass die neue Regierungskoalition das lebenswerte Graz auch weiterhin als Technologie-, Innovations- und Produktionsstandort auf der bestehenden guten Basis weiterentwickelt und dafür sehr rasch geeignete Zeichen setzt. Denn darauf gründet unser Wohlstand, darin liegt unsere Zukunft und in diesem Sinne ist jetzt auch zu handeln – ungeachtet der politischen Couleur –, um damit das Vertrauen auf eine stabile Situation für Investments sicherzustellen!“ Interessensvertreter sind also besorgt – berechtigt? „Marxismus ist, wenn man sich das Programm der KPÖ ansieht, sicher die Basis ihres Denkens und wohl auch der Gestaltungsvorstellungen“, so der renommierte Grazer Wirtschaftswissenschaftler Michael Steiner. „Ihr Hauptanliegen war immer: ‚Wir kümmern uns um Menschen‘. Zum Thema der wirtschaftlichen Gestaltung findet man nicht viel.“ Hier müsse die neue Regierung Vertrauen schaffen: „Graz ist die am stärksten wachsende Wirtschaftsregion. Hier braucht es eine Perspektive der größten Partei.“ Wirtschaftspolitisch sei eine Stadtregierung zwar eingeschränkt, „wenn es aber zu immer mehr Reglementierungen und Vorschriften kommt, kann das Dynamiken behindern und mittelfristig international ein negatives Image vermitteln. Da muss die neue Regierung sensibel sein“, so Steiner. Lösungen der IV Um das Image als Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort zu erhalten, hat die steirische Industrie ein „Lösungspapier“ erarbeitet, das ganz auf folgender Vision aufbaut: „Die Grundhaltung der Stadtpolitik ist es, zu ermöglichen und Angebote zu machen – nicht zu regulieren und zu verbieten!“ Dafür wurden auch einige Ansätze und Forderungen konkretisiert, von der Klimakompetenz über städtebauliche Entwicklung bis zum gemeinsamen Auftritt mit Klagenfurt als Region (siehe auch Infobox links). Kurz gefragt … ... Michael Steiner 1 Was wird für die neue Stadtregierung wichtig? Steiner: Sie muss Graz gemeinsam mit dem Umland denken und nächstes Jahr ein realistisches Budget aufstellen. 2 Was könnte sich wirtschaftlich ändern? Steiner: Verstaatlichungen oder Ähnliches fallen nicht in die Kompetenz der Stadtregierung. Was aber zur Philosophie passen würde, wäre, die Holding wieder in die städtische Verwaltung einzugliedern. Könnte das KP-Steckenpferd 3 günstiger Wohnraum positiv auf die Kaufkraft wirken? Steiner: Ja, marginal. Es wird aber keinen wirklich dynamisierenden Faktor darstellen.

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