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3. November 2019

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- Vorbereitung auf das Sportjahr 2021: 240.000 Euro für neue Sportanlagen - Zu wenige Anästhesisten am LKH Graz? - Gestaltung der Wiese beim ORF-Park gestartet - Merkur Arena: Kind im Rollstuhl wurde aus VIP-Bereich geworfen - Mobbing: Zahl der Opfer hat sich verdoppelt - Kaiser-Josef-Platz wird „lendiger“ - Gastro: Aus Steki wird Half Moon - 15 Jahre Behindertenschutz in der Steiermark - Weltspartag 2019

2 die seite zwei

2 die seite zwei www.grazer.at 3. NOVEMBER 2019 E D I T O R I A L von Tobit Schweighofer ✏ tobit.schweighofer@grazer.at Pure Vernunft wird niemals siegen J etzt ist es also da: das herbeigesehnte und zugleich gefürchtete Rauchverbot in Gastronomiebetrieben. Natürlich spricht die Vernunft eine klare Sprache und zeigt den Rauchern den Vogel. Nur: In Österreich regiert in Sachen Rauchen zuallererst die Unvernunft. Und das macht es schwierig. Einige Fakten dazu: Zigarettenrauch ist eine Gefahr für alle, die ihn einatmen: Er besteht aus über 4000 chemischen Verbindungen, und mindestens 50 davon sind krebserregend. Trotzdem rauchen 24 Prozent der Österreicher über 15 Jahren, während es im EU-Schnitt nur etwa 18 Prozent sind. Bei den Frauen ist Österreich europaweit überhaupt die Nummer 1, und auch unser Nachwuchs liegt mit 14,5 Prozent weit über dem OECD-Durchschnitt. Diese beschämenden Zahlen sollen sich durch das Rauchverbot verbessern, und das werden sie sicher auch. Verschlechtern wird sich hingegen wohl das Klima zwischen Rauchern und Nichtrauchern bzw. Anrainern von Lokalen, vor denen die aus den Bars vertriebenen Raucher künftig feiern werden. Da wird es viel Feingefühl oder sogar tatsächlich Lärm-Manager brauchen, wie sie etwa Neos-Frontmann Niko Swatek fordert. Denn auch wenn wir nicht mehr rauchen, das Streiten werden wir uns mit Sicherheit niemals nehmen lassen – Vernunft hin oder her. Tobit Schweighofer, Chefredakteur SONNTAGSFRÜHSTÜCK MIT ... ... Matthias Horx Der bekannte Zukunftsforscher trinkt lieber Tee als Kaffee, hört Techno und Trance, ist ein Star- Trek-Fan und würde gerne einmal zum Mond reisen. Sie leben mit Familie im Future Evolution House. Wie unterscheidet sich das Leben dort von einem herkömmlichen? Ehrlicherweise weiß ich nicht so genau, was eine „herkömmliche“ Familie ist – sind nicht alle Familien unterschiedlich und doch ähnlich? Was uns ein bisschen unterscheidet, ist vielleicht unsere hohe Mobilität. Wir sind viel unterwegs. Im Haus selbst haben wir Experimente mit der Raum-Architektur gemacht, sodass wir auch als Individualisten gut zusammenleben können. Rückzug und Gemeinschaft, es soll beides möglich sein. Vielleicht kommen auch deshalb die Söhne immer ganz gern zurück, auch wenn sie eigentlich schon „aus dem Haus“ sind. Und wie sieht das Frühstück bei Ihnen aus? Sind Sie ein Kaffeeliebhaber? Eher Tee. Oona, meine Frau, ist ja Engländerin. Und Eier vom Wanderhuhn gibt’s dazu und im Sommer immer Obst aus dem Garten. Wir haben alle Beeren- und Obstsorten – ich bin ein leidlich begabter Nebenberufs-Gärtner. Zum Hauptberuf: Gibt es Entwicklungen und Trends, die Ihnen Angst machen? Na klar, Global Warming und die diversen Gewaltformen auf unserem Planeten können schon Angst machen. Aber: Wenn man sein ganzes Weltwissen nur aus dem Web bezieht, dann kann man paranoid werden. Wir leben ja in einer Art Paranoia-Hysterie- Gesellschaft, einer Schrei- und Alarmkultur. Aber ich weiß, dass der Weltuntergang so schnell nicht kommt. Auch Phänomene wie Trump & Co gehen irgendwann vorbei. Jeder Trend erzeugt einen Gegentrend, einen Widerstand, eine Gegenrichtung. Welche Trends begrüßen Sie persönlich? Langfristig gibt es auf der Erde mehr Wohlstand, mehr Freiheit, auch wenn Zweiteres im Moment etwas stockt. In jüngster Zeit gibt es auch eine erhöhte Bei Trendforscher Matthias Horx ist Frühstück in der Natur hoch im Trend. Am 8. November kommt er für einen Abendvortrag zum Thema „Zukunftswelten 2040“ in die Mehrzweckhalle in Gratwein. VYHNALEK Aufmerksamkeit für ökologische Fragen. Der Klimawandel wird uns in den nächsten Jahrzehnten beschäftigen, er ist eine gewaltige Herausforderung für die Menschheit, aber sie wird dabei auch zusammenwachsen, zu einer mehr planetarischen Zivilisation. Was wünschen Sie sich für die Zukunft Ihrer Kinder und Kindeskinder? Im Star-Wars-Stil – obwohl ich eigentlich eher Star- Trek-Fan bin (lacht): Möge die Kraft mit ihnen sein, sodass sie die Geschenke des Lebens annehmen können! Kennen Sie Graz bereits? Ich kenne Graz schon länger, habe Freunde dort und bin immer wieder gerne auch zu politischen Veranstaltungen da. Graz hat ein tolles kreatives Potenzial. Wir haben vor zehn Jahren eine Studie über die „kreative Klasse“ in Graz gemacht, und seitdem schätze ich die Stadt auch für ihre Schlauund Querköpfe. Sind Sie in Sachen Musik ein Querkopf? Ich höre, selbst wenn sich das für mein Alter nicht zu gehören scheint, viel Trance und Techno, aber auch ein Rachmaninow-Stück kann sehr anregend sein. Und reisen? Wo würden Sie gern mal hin? Na ja, schon zum Mond, aber ich werde es wohl noch nicht mal in den Orbit schaffen. Da mein Sohn Julian aber eine Virtual-Reality-Brille hat, kann ich das recht realistisch simulieren. Vor kurzem erst habe ich eine EVA, einen Weltraumspaziergang aus der ISS gemacht, der Internationalen Raumstation. Das ist so realistisch, dass es einem dabei schlecht wird. VERENA LEITOLD Matthias Horx wurde am 25. Jänner 1955 in Düsseldorf geboren. Zehn Jahre arbeitete er als Journalist, bevor er zu einem der bekanntesten Zukunftsforscher und Trendexperten mit unzähligen Publikationen wurde.

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