Jetzt E-Paper-App downloaden

Aufrufe
vor 1 Jahr

3. März 2019

- Parkplätze werden gestrichen und Toiletten gebaut: Alles neu am Kaiser-Josef-Platz - Weltfrauentag: In den Rathäusern fehlen die Frauen - Thalersee: Baumfällungen aufgrund von Gefahr - Zwei sichere Gehsteigen für die Kasernstraße - Auch Grazer sammeln nun beim Wandern Müll - Mario Barth gründet Tattoo-Uni - Stadt bringt jetzt Licht in den Gemeindebau - Neue Chefs für Süße Luise und Cafe Ritter - Bauernbundball

40 reise www.grazer.at

40 reise www.grazer.at 3. MÄRZ 2019 Szombathely! Günstig, aber GUTES SO NAH. Keine zweieinhalb Autostunden entfernt von Graz lockt die ungarische Stadt nicht nur mit niedrigen Shopping- und Gastro-Preisen, sondern auch mit jeder Menge Kultur und Historie. Von Philipp Braunegger philipp.braunegger@grazer.at Wer James Joyce gelesen hat, weiß es aus dessen weltberühmtem Roman „Ulysses“ – wer Szom bathely besuchen will, wird es bald wissen: Leopold Bloom, Hauptfigur im Roman, hat Wurzeln in der westungarischen Stadt, lässt Joyce doch seinen Vater aus der malerischen Stadt kommen. Dem Rechnung tragend, wird Joyce mit einer Statue am Hauptplatz geehrt und jedes Jahr mit dem „Bloomsday“ gefeiert. Nur eine Facette, die Szombathe ly zu mehr macht als zum beliebten Shoppingziel oder zu der „Zahnarzt“-Stadt, wie sie viele Steirer noch in den 70er und 80ern betrachteten. Die Stadt hat wesentlich mehr zu bieten als Einkaufsläden. Beispielsweise die Kathedrale Maria Heimsuchung, die Bischofs kirche des römisch-katholischen Bistums Szombathely, die eine der größten Kirchen Ungarns ist. Besonderheit: die Orgel mit 54 Registern und 4500 Pfeifen! Sie wurde einst für den Ludwigsbau in Augsburg gebaut, wurde von der dortigen Herz-Jesu-Kirche aber 1997 an Szombathely abgegeben. Architekturinteressierten sei die Synagoge der Stadt ans Herz gelegt: Sie wurde im maurischen Stil erbaut, was in Zentraleuropa recht selten vorkommt. Seit den 70er Jahren ist das Gebäude auch ein Konzerthaus, das mit seinem besonderen Ambiente für eine ganz eigene Atmosphäre sorgt. So viel Kultur macht hungrig! Da ist man bei unseren ungarischen Nachbarn bestens aufgehoben. Wer sich auf ein echtes Gulasch freut, wird sich als Ungarn-Neuling wundern. Es wird nämlich nicht unsere Vorstellung des Klassikers serviert, sondern Gulyás, das eher unserer Gulaschsuppe ähnelt. Wer Pörkölt bestellt, kommt „unserem“ Gulasch schon näher. „Süße“ sind im berühmtesten Café der Stadt, dem „Claudia Cukrászda“, richtig. Hier bekommt man herrlichste Strudel-Variationen, sensationelle Punschrouladen und natürlich die berühmten Cremeschnitten. Und das – auch das beeindruckt den Szombathely-Besucher während des gesamten Aufenthalts immer wieder – zu unschlagbar günstigen Preisen. So kommt ein Caffe Latte gerade mal auf durchschnittlich einen (!) Euro, ein Restaurantbesuch für zwei (Hauptgang, Salat, zwei Getränke) auf 25 Euro. Einkaufen kann man in Szombathely natürlich nach wie vor. Markenkleidung kostet gleich viel wie bei uns, günstig steigt man bei regionalen Kleinläden aus, wo’s stylische Shirts und Co in Mehrfachpackungen gibt. Kunstläden sind nicht minder beliebt, oder der traditionelle Bauernmarkt, wo man Salami und Käse genauso wie Honig einpacken sollte (irgendwann wundert einen die hohe Zahnarztdichte der Stadt dann auch nicht mehr). Auch fein: eine Radtour in die Umgebung, etwa nach Köszeg. Fazit: So lesenswert Joyces „Ulysses“, so erlebenswert ist Szombathely.

3. MÄRZ 2019 www.grazer.at reise 41 nicht umsonst Der Hauptplatz eignet sich ideal als Ausgangspunkt für Ausflüge durch Szombathely. Von hier aus gelangt man schnell zu Shops und Lokalen.WIKIPEDIA

2022

2021