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29. November 2020

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- Graz im Sozialstadt-Check: Bürgermeister fordert mehr soziale Wärme - Großer Ausbau 2021: Fernwärme rückt in greifbare Nähe - Neuer Altar für den Grazer Dom - Quinoa-Bowls für die Grazer Innenstadt

graz 4

graz 4 redaktion@grazer.at & 0316 / 23 21 10 Seid dankbar, seid sicher und wenn möglich gebt etwas zurück!“ Arnold Schwarzenegger appelliert zu Thanksgiving an die Nächstenliebe. GEPA www.grazer.at 29. NOVEMBER 2020 Graz: Mit sozialer Bertram Werle, BM Siegfried Nagl und Robert Wiener (v.l.) FISCHER Baustart für den Reininghauspark ■ Am Freitag erfolgte durch Bürgermeister Siegfried Nagl, Stadtbaudirektor Bertram Werle und den Leiter der Abteilung Grünraum und Gewässer, Robert Wiener, der Startschuss für den rund drei Hektar großen Reininghauspark, der ab dem Frühjahr 2022 erblühen soll. Freiwiese, Spielzeile, Pavillon, Bäume, Wasserzeile und Holzstege sind geplant. Die Kosten belaufen sich auf rund 8,3 Millionen Euro. GETTY, SCHERIAU Gerald Sobian (l.) machte den Intensivpflegern eine Freude. Kekse für Covid- Intensivstation ■ Jedes Jahr organisierte Krankenpfleger Gerald Sobian in Eigeninitiative einen Verkauf von Weihnachtsgebäck zugunsten der Kinderstation im LKH Graz. Heuer war dies aufgrund von Corona nicht möglich. Von Sorger gab’s trotzdem wie immer Gebäck. Dieses wurde nun an der Corona- Intensivstation verteilt. Auch die Grazer FPÖ rund um Mario Eustacchio und Armin Sippel beteiligte sich mit einer Spende in der Höhe von 2000 Euro. KK Im Anderen nicht nur ein Corona-Ansteckungsrisiko sehen, sondern den wertvollen Mitmenschen, vor allem dann, wenn er wie dieser Obdachlose hier unsere Hilfe so dringend benötigt, um zu überleben. GETTY IMAGE/STADT GRAZ/FISCHER derGrazer Was tun Sie, um anderen zu helfen? „Ich schenke den Menschen gerne Zeit, wenn sie mich brauchen, und höre ihnen bewusst zu.“ Alexander Friedl, 23, Lehrling „Ich arbeite im Sozialbereich und habe da täglich mit Menschen zu tun, für die ich mich einsetze.“ Sabine Gaggl, 49, Kauffrau „Ich versuche so oft wie möglich für meine Familie und Freunde da zu sein und spende an Organisationen.“ Christofer Pankratz, 29, Ingenieur Blitzumfrage „Ich schenke anderen gerne Aufmerksamkeit, motivierende Worte und versuche immer höflich zu sein. “ Lisa Kojalek, 20, Studentin ? ALLE FOTOS: DER GRAZER „Ich spende für verschiedene Organisationen für Tiere und Menschen und leiste so meinen Beitrag.“ Ingo Ferstl, 76, Pensionist

29. NOVEMBER 2020 www.grazer.at graz 5 ➜ TOP Getty, Scheriau Ärzte und Pfleger melden sich freiwillig In der Corona-Pandemie meldeten sich zig Teilzeitkräfte und pensionierte KAGes-Mitarbeiter zur Unterstützung. Den Ärmsten noch etwas wegnehmen Ein obdachloser Grazer wurde diese Woche ausgeraubt. Als ihm Passanten Geschenke machten, wurde er wieder überfallen. FLOP ➜ Wärme im Advent Kurz gefragt … ENGMASCHIGER. Die Stadt Graz hat ihr soziales Netz in den letzten vier Jahren enorm ausgebaut. Hilfe wird gerade jetzt benötigt. Von Vojo Radkovic vojo.radkovic@grazer.at Wie sozial ist die Menschenrechtsstadt Graz? Der heutige 1. Adventsonntag ist geeigneter Anlass, um sich mit der Frage zu beschäftigen. In dieser coronabedingt schwierigen Zeit sind vor allem städtische soziale Stellen Überlebenshelfer für viele Menschen. Bürgermeister Siegfried Nagl: „Ein gutes Zusammenleben kann nur funktionieren, wenn die Stärkeren Acht geben auf diejenigen in unserer Gesellschaft, die auf fremde Hilfe angewiesen sind. Die Adventzeit lädt ein, sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen und unsere Mitmenschen und mildtätige Vereine zu unterstützen.“ Sozialstadtrat Kurt Hohensinner ergänzt: „Wir haben viele Projekte umgesetzt, um Graz noch sozialer zu machen, allen voran die Reform der SozialCard, die diese treffsicherer macht und die mit einem innovativen Gutscheinsystem dafür sorgt, dass die finanziellen Hilfeleistungen auch dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Graz ist in den letzten vier Jahren definitiv sozialer geworden.“ Das ist auch auf die gute Zusammenarbeit mit anderen sozialen Stellen, wie Caritas, Vinzi-Dorf etc., zurückzuführen. Neben der SozialCard gibt es für Hilfesuchende ein verstärktes Wohnungslosen-Angebot, das Kältetelefon ist wieder im Einsatz, die Notfallbetten wurden erweitert. In den Notschlafstellen gibt es eigene Bereiche für covidpositive Obdachlose und es gibt Platz für pflegebedürftige Obdachlose. Die Stadt Graz hat das Sozialbudget er- höht und ist auf weitere Erhöhungen gefasst, da keiner noch sagen kann, wie sich die wirtschaftliche Situation durch das unberechenbare Corona-Virus entwickeln wird. Hohensinner: „Ein besonderer Meilenstein ist der Sozialfonds Graz, der jenen Fällen hilft, bei denen das gesetzliche System nicht ausreicht.“ Soziales in Zahlen ■ Sozialbudget: Umfasste das Budget 2017 noch 129,7 Millionen Euro, sind es 2020/2021 jeweils 150 Millionen Euro. ■ Mindestsicherung: 2017 10.342 Bezieher, Stand September 2020: 9.463 ■ Fokus Wohnungslosenhilfe: Kältetelefon, Notfallschlafstelle in St. Lukas, Ressidorf-Erweiterung mit Bereich für Pflegebedürftige. Erweiterung Arche 38 mit Container für Mensch und Tier. Ausbau der Notbetten gesamt in Graz auf 429 Betten. ■ Obdachlose: Aktueller Stand: 321 Personen. ... Siegfried Nagl 1 Corona könnte die Armut verstärken, ist Graz dafür gerüstet? Nagl: Mit Arbeitsplatzförderungen und ökosozialen Investitionen der Stadt sichern wir möglichst viele Arbeitsplätze, damit die Armutskurve nicht ansteigt. 2 Sollte eigentlich in Graz niemand obdachlos sein? Nagl: Zu einem menschenwürdigen Leben gehört ein sicheres Dach über dem Kopf. Wir tun alles, um das für alle Grazer auch zu ermöglichen. 3 Sind die Grazer in der Pandemie sozial kälter? Nagl: Die soziale Wärme ist derzeit stark spürbar. Wir müssen aufpassen, dass wir im Anderen nicht nur das Ansteckungsrisiko sehen, sondern einen wertvollen Menschen.

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