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29. Juli 2018

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- Schüler suspendiert, Ermittlungen laufen: Drogen-Alarm und Polizeieinsatz an Grazer Schule - Caritas: Betreuung von Flüchtlingen steht vor dem Aus - Workout für Rollstuhlfahrer im Augarten - Nach Überfall in Graz: Die ÖBB verstärken die Streifen

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12 graz www.grazer.at 29. JULI 2018 S E R V I C E Leser Briefe redaktion@grazer.at Alt-Alkies das Problem Zum Bericht „Altersheime rüsten sich für Alt-Hippies“: Ich arbeite seit Jahren im Krankenhaus, und selbstredend stellen Abhängige aller Drogen eine besondere Herausforderung dar. Die im Artikel als „brisant“ suggerierte Problematik mit „kiffenden Opas“ und „Omas auf LSD“ würde ich aus meiner Berufserfahrung heraus nicht so einstufen. Brisant allerdings darf die Problematik mit Abhängigen und Ex-Abhängigen der österreichischen Lieblingsdrogen Nikotin und Alkohol gesehen werden. Warum hier Randphänomene als brisantes Problem in einem Leitartikel behandelt werden, wissen wohl nur „der Grazer“ und Ernest Schwindsackl. Hieronymus Eck, Graz * * * Mit 130 zurücktreten! Jetzt also Tempo 140. Mehr Abgase, mehr Lärm, höheres Unfallfolgenrisiko für Leib und Leben. Zeitersparnis: eine Handvoll Sekunden. Herr Verkehrsminister: Treten Sie zurück. Mit Tempo 130 – das wäre schnell genug. Manfred Perko, evangelischer Pfarrer Graz-Liebenau * * * Radeln bringt Stadt Geld Zum Leserbrief „Radfahren in Graz“: Als jemand, der gern mit dem Rad in Graz unterwegs ist, stimmt mich die regelmäßige und oftmals einseitige Berichterstattung und Stimmungsmache in den Medien gegen Radfahrer nachdenklich. Sobald Maßnahmen für den Radverkehr gefordert werden, lassen Kommentare über „nicht-steuerzahlende Radfahrer“, die zudem „rücksichtslos“ seien, meist nicht lange auf sich warten. Dazu ein paar Kommentare von mir: 1. Rücksichtslosigkeit ist, davon bin ich überzeugt, eine persönliche Entscheidung und unabhängig vom verwendeten Fortbewegungsmittel. Wer rücksichtslos Rad fährt, ist sicher auch ein rücksichtsloser Autofahrer. Wer hingegen im Auto aufmerksam und rücksichtsvoll agiert, wird sicher nicht am nächsten Tag zum „Rad-Rowdy“. Es gibt Mittel und Wege, gegen Rücksichtslosigkeit im Verkehr vorzugehen. Eine pauschale Verurteilung, verbunden mit der Forderung, Verbesserungen im Bereich der Rad-Infrastruktur zu boykottieren, ist aber sicher KEIN gangbarer Weg. 2. Die Stadt Kopenhagen, gemeinhin als Fahrrad-Hauptstadt Europas bekannt, hat die volkswirtschaftlichen Auswirkungen des Radverkehrs untersucht; mit folgendem Ergebnis: Jeder mit dem Rad gefahrene Kilometer bringt der Stadt einen Nutzen von umgerechnet 16 Cent. Umgekehrt verursacht jeder mit dem Pkw gefahrene Kilometer in der Stadt einen volkswirtschaftlichen Schaden von 9 Cent. Radfahren ist also volkswirtschaftlich sinnvoll, auch ohne explizite „Radwege-Steuern“. Stefan Kompacher, Graz * * * Der Augarten soll leben Seit frühester Kindheit in den 60er Jahren bin ich dem Augarten verbunden – von der Sandkiste über das „Schwammerlbad“, die Rollerbahn bis zum Eislaufen war er mein Paradies und das meiner Schwestern. Wenn ich heute mit dem Fahrrad am herrlich schattigen Kai entlangfahre oder den Park durchquere, erinnere ich mich gerne daran und genieße das lebhafte und friedliche Treiben sehr. An vielen Tagen ist der ganze Park mit Menschen überflutet und dann denke ich, er könnte ruhig größer sein. Deshalb ist es für mich wie ein Stich ins Herz, wenn die Grazer Stadtregierer in einer Hauruck- Aktion beschließen, dass schon im Oktober Dutzende große Bäume gefällt werden sollen und Bagger 10 Prozent der Augartenfläche abgraben werden, um eine sinnlose Bucht zu schaffen. Walter Bradler, Graz * * * Korrektur Der Caritas-Mitarbeiter Max Daublebsky verwendete im Bericht „Altersheime rüsten sich für Alt-Hippies“ in seinem Zitat nicht den Begriff „Junkies“ verwendet, sondern „ältere Suchtkranke“. (Die Red. mit Bedauern) Keine Barrieren AKTION. Im Rahmen von „Barrierefreies Graz“ checken wir Betriebe auf ihre Barrierefreiheit. Diese Woche: der Landhauskeller. Von Daniel Windisch daniel.windisch@grazer.at Stadt Graz, die Wirtschaftskammer, der Verein Selbstbestimmt Leben und „der Grazer“ haben gemeinsam die Aktion „Barrierefreies Graz“ ins Leben gerufen. Wir besuchen Unternehmen und sehen uns an, ob und wie sie auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung eingehen. Diesmal nahmen Viktor Larissegger, Regionalstellenleiter der Wirtschaftskammer Graz, und „der Grazer“ den Landhauskeller unter die Lupe. „Barrierefreiheit ist ein großer Punkt im Landhauskeller, wir haben ja auch sehr viele ältere Gäste“, sagt Hausherrin Judith Schwarz, die gemeinsam mit ihrem Gatten Gerald nicht nur das Traditionsrestaurant in der Schmiedgasse, sondern unter anderem auch noch das Aiola im Schloss, das Aiola Upstairs und das Café Promenade betreibt. Heute sind das Lokalinnere und auch die beiden dazugehörigen Gastgärten durchwegs barrierefrei, eigene WCs für Menschen mit Behinderung inklusive – doch das war nicht immer so. Als das Ehepaar Schwarz vor ein paar Jahren den Landhauskeller übernahm, „haben wir viel umgeplant“, so Judith Schwarz. „Wir haben z. B. den Haupteingang verlegt. Und was es damals auch nicht gab, war eine barrierefreie Toilette.“ Die Umbaumaßnahmen waren trotz der historischen Bausubstanz kein Problem, mit den Behörden gab’s „eine tolle Zusammenarbeit“, schwärmt die Gastronomin. Und:

29. JULI 2018 www.grazer.at graz 13 im Traditionsrestaurant „Es wird von den Kunden gut angenommen.“ Evakuierung Eine gute Zusammenarbeit hat sich auch auf der vom Landhauskeller aus gesehen anderen Seite der Schmiedgasse entwickelt. Dort baut das Gasto-Paar große Teile des Brühl-Hauses gerade zum Hotel um. Fürs „Aiola Living“, das Doris Raminger als Direktorin führen wird, hat man sich mit Alfred Pölzl einen erfahrenen Experten als Brandschutzbeauftragten an Bord geholt. Denn nicht nur soll das Hotel barrierefrei werden, im Brandfall sollen auch alle Gäste mit Behinderung rasch evakuiert werden können, selbst wenn der Lift außer Betrieb sein sollte. Im Rahmen eines in Graz bisher einzigartigen Projekts werden dafür etwa die Fenster mit Farbmarkierungen versehen, damit die Feuerwehr bereits von außen erkennen kann, dass hier Menschen mit Handicap zu retten sind. Barrierefreies Graz www.grazer.at Doris Raminger, Judith Schwarz, Alfred Pölzl und Viktor Larissegger (von links) in der Schmiedgasse vor dem Landhauskeller. Im Inneren des Lokals (kleines Bild) können auch Rollstuhlfahrer gut manövrieren. LUEF (2)

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