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27. September 2020

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- Trüffel beim Schloss Eggenberg gefunden - Diskussion zum Räumlichen Leitbild: Bauverbot am eigenen Grundstück - Schanigärten auch im Winter: Gastgarten-Gebühr wird bis Ende März erlassen - Drohnen: Die Grazer Feuerwehr geht in die Luft - Streit um geplante Volksschule in Gratkorn - Graz bekommt vier neue Hundewiesen - Zweiter Sushi-Standort: Memori sperrt in der Innenstadt auf - New Yorker Szene-Guru Albert Trummer zurück in der Heimat

6 graz www.grazer.at

6 graz www.grazer.at 27. SEPTEMBER 2020 K O M M E N T A R von Verena Leitold ✏ verena.leitold@grazer.at Warm anziehen und der Grazer Gastro helfen H erbstmesse: abgesagt. Bauernbundball: abgesagt. Oberlandler- Ball: abgesagt. Krampuslauf: abgesagt. Silvesterspektakel: abgesagt. Punsch- und Gastrostände am Weihnachtsmarkt: abgesagt. Ein Event nach dem anderen wurde diese Woche aufgrund von steigenden Corona-Infektionszahlen gestrichen. Was für die meisten Grazer zwar schade in Bezug auf die Freizeitgestaltung ist, ist für einige tatsächlich existenzbedrohend. Wieder trifft es nämlich Veranstalter und Gastronomen besonders hart. Die Stadt Graz hat sich deshalb dazu entschlossen, die Gebührenbefreiung für Schanigärten um drei Monate bis Ende März zu verlängern und verstärkt Wintergastgärten zu genehmigen. In Sachen Strom und Heizung wird es für viele Lokalbetreiber aber schon schwieriger (siehe Seite 10). Und da kommen wir Gäste ins Spiel. Die Unterstützungen der Stadt bringen den Gastronomen nämlich gar nichts, wenn wir Gäste ausbleiben. Anstatt zuhause Privatpartys zu feiern oder in überfüllten Lokalen aneinanderzupicken, sollten wir uns lieber warm anziehen und die Wintergastgärten auch nutzen. Vielleicht müssen sich die Lokalbesitzer dann weniger warm anziehen, wenn sie das nächste Mal auf die Bilanz schauen. Und unsere Gesundheit wird es uns in Bezug auf das Ansteckungsrisiko auch danken. Diskussion zum Räumlichen Leitbild Bauverbot am eigenen Grundstück Fehlender Grünraum ist ein großes Problem in Graz. Das neue Räumliche Leitbild soll helfen, schafft aber Diskussionsstoff. GETTY KRITIK. Das neue Räumliche Leitbild soll Grünraum schützen. Für einige Privatbesitzer geht es dabei aber etwas zu weit. Von Fabian Kleindienst fabian.kleindienst@grazer.at Es wurde schon länger darüber verhandelt, schließlich im Gemeinderat beschlossen und hat seit 27. Februar Rechtskraft: Das neue Räumliche Leitbild 1.0 der Stadt Graz soll eine gezieltere Stadtplanung ermöglichen und dabei so viel Grünraum wie möglich schützen. Nun zeigen sich allerdings erste Probleme mit möglichen Konsequenzen des Leitbilds. Denn wie es aussieht, werden nicht nur größere Verbauungen verhindert, sondern in gewissen Gebieten kann Privatpersonen auch der Bau am eigenen Grundstück verwehrt werden – selbst wenn es sich um bereits gewidmetes Bauland handelt und in der Gegend bereits andere Häuser in dieser Form gebaut wurden. Viele Gebiete betroffen Dem „Grazer“ sind bereits Fälle bekannt, wo Eltern nun trotz jahrelanger Planung ihren als Bauland gewidmeten Grund nicht an ihre Kinder als Bauplatz weitergeben können. Der Grund liegt im Detail: Das Leitbild teilt die Stadt in mehrere Bereichstypen. Im Bereichstyp 8 (Kleinteilig strukturierte Gebiete außerhalb des Grüngürtels) gibt es in mehreren Teilräumen die Vorgabe, zusammenhängenden Grünraum jedenfalls zu erhalten. Was viele vorab nicht wussten: Wenn eine Familie über einen Garten verfügt, die Nachbarn ebenso, und diese bauplatzübergreifend ineinandergehen, dann sieht das Leitbild in gewissen Gebieten den Erhalt vor. Das bedeutet de facto ein Bauverbot am eigenen Grund – trotz gewidmeten Baulands. Bernhard Inninger, Leiter des Stadtplanungsamts, betont aber, dass es nicht um ein Bauverbot gehe, sondern um eine Regelung, „wo am Grundstück Gebäude platziert werden dürfen und wo nicht“. Für die betroffenen Gegenden gibt es demnach klare Visionen: „Es sollen nur in der straßenseitigen Grundstückshälfte Wohnhäuser errichtet werden; der rückwärtige Grundstücksteil bleibt als Gartenfläche frei. Es kommt aber zu keiner Verringerung der Baumasse, es wird nur vorgegeben, wo am Grund gebaut werden darf.“ Ob in der Umgebung im gleichen Teilraum aber bereits in dieser Form gebaut wurde, ist in diesem Fall unerheblich, wenn eine sogenannte „Grüne Mitte“ vorhanden ist. Gleichzeitig ist die Situation für betroffene Eigentümer nun allerdings unbefriedigend, die sich wundern, wieso nach vielen Jahren der starken Verbauung in der Stadt nun Privatbesitzern auf ihrem gewidmeten Bauland der Bau versagt wird, um Grünraum zu erhalten. Online kann man einsehen, ob das eigene Grundstück zu einem solchen Bereichstyp und Teilraum gehört. Betroffene Gebiete ☞ St. Peter ☞ Puntigam Nord ☞ Straßgang Nord ☞ Wetzelsdorf ☞ Puntigam Süd ☞ Andritzer Becken ☞ Straßgang Süd ☞ Engelsdorf/Murfeld derGrazer IMPRESSUM: „der Grazer“ – Unabhängige Wochenzeitung für Graz und Umgebung | Erscheinungsort: Graz | HERAUSGEBER UND MEDIENINHABER: Media 21 GmbH, Gadollaplatz 1, 8010 Graz; Tel. 0 316/23 21 10 | GESCHÄFTSFÜHRUNG: Gerhard Goldbrich | ASSISTENZ: Jasmin Strobl (0664/80 666 6695) | CHEFREDAKTION/PROKURA: Tobit Schweighofer (DW 2618) | REDAKTION: Verena Leitold (0664/80 666 6691), Vojo Radkovic (0664/80 666 6694), Valentina Gartner (0664/80 666 6890), Philipp Braunegger (0664/80 666 6600), Fabian Kleindienst (0664/80 666 6538), Birgit Schweiger (Lektorat, 0650/254 09 76), Redaktion Fax-DW 2641, redaktion@grazer.at | ANZEIGENANNAHME: Fax 0 316/23 21 10 DW 2627, verkauf@grazer.at | VERKAUF: Michael Midzan (Verkaufsleitung, 0664/80 666 6891), Selina Gartner (Verkaufsleitung, 0664/80 666 6848), Robert Heschl (0664/80 666 6897), Mag. 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