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27. Mai 2018

- Städteranking: Graz ist bei 100-Jährigen die Nummer 1 - Pflege: Stadt Millionen-Lücke - Tausende Landes-Computer landen im Müll - 15 Jahre nach 2003: Graz ist noch immer Kulturhauptstadt - Patenfamilien für Kinder mit kranken Eltern gesucht - Andritz: 637 Gründstückseinkäufe für einen einzigen Bach - Graz-Zuckerl kommen nicht

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6 graz www.grazer.at 27. MAI 2018 KOMMENTAR Wenn der Mail-Briefkasten 1000-mal klingelt Von Vojo Radkovic vojo.radkovic@grazer.at G eht es Ihnen auch so? Ist Ihr Mail-Posteingang auch total zugepflastert mit Datenschutz-Mail-Erklärungen? Dass die Datenschutzverordnung 2018, kurz jetzt gar nicht liebevoll DSGVO genannt, eine Challenge werden wird, war zu erwarten. Diese Flut an Mails aber hat mich überrascht. Es ist so, als ob alle Versender von Newslettern und anderem Werbematerial auf einmal losgelassen wurden und ihre Mails auf die Reise schickten. Klingelingeling machts die ganze Zeit. Bei jeder Kleinigkeit muss man jetzt bestätigen, dass die persönlichen Daten verwendet werden dürfen. Als ich jetzt ein Testauto abholte, lag die DSGVO-Einwilligungserklärung schon unterschriftbereit vor mir. Die Daten müssen nach einiger Zeit wieder gelöscht und später offenbar erneut eingeholt werden. Viel Aufwand. Kleinere Firmen wird das ziemlich stressen. Der große Datenschutzmissbrauch wird aber so kaum verhindert. Dafür öffnet sich ein neues Feld für Rechtsanwälte. Der Wirbel wird sich legen und wir werden mit DSGVO leben müssen, auch wenn’s uns nicht gefällt. Pflege: Stadt stopft Millionen-Lücke Nach dem Ende des Regresses gehen wieder mehr Menschen ins Pflegeheim – das kostet die Stadt viel Geld. GELDMANGEL. Das Pflegeregress-Aus reißt große Löcher in die Stadtkassen. Jetzt brauchte die Stadt sogar einen millionenschweren Nachtragskredit. Von Daniel Windisch daniel.windisch@grazer.at Danke, lieber Bund“, wird dieser Tage so mancher Grazer Stadtpolitiker Richtung Wien grollen. Denn schön langsam zeichnet sich ab, welche Löcher die bundesweite Abschaffung des Pflegeregresses tatsächlich in die städtischen Kassen reißt. Rund drei Millionen Euro braucht die Stadt allein für heuer zusätzlich – doch diese Summe ist im Gemeinde- Budget nicht einkalkuliert. Also musste sich KP-Pflegestadtrat Robert Krotzer jetzt einen sogenannten Nachtragskredit in Höhe von fast 2,1 Millionen Euro vom Gemeinderat absegnen lassen und die Sparbücher seiner Abteilung „plündern“, um weitere knapp 900.000 Euro aufzutreiben. Doppelter Aderlass Das Ende des Pflegeregresses – also der Zugriff von Bund bzw. Ländern auf das Vermögen von Pflegebe- dürftigen bzw. deren Angehörigen – bedeutet für die Stadt gleich in zweierlei Hinsicht einen finanziellen Aderlass. Einerseits fallen die Einnahmen aus dem Regress weg, andererseits muss die Stadt mehr Geld für die Pflegeheime ausgeben – denn wenn mehr Menschen in Heime gehen, weil es ohne Regress finanziell wieder attraktiver wird, werden zusätzliche Pflegeplätze und auch -personal benötigt. Krotzer hofft, dass der Bund den Ländern (und damit in weiterer R. Krotzer will mit neuem Tarifmodell gegensteuern. STADT GRAZ/PACHERNEGG THINKSTOCK Folge auch den Gemeinden) bald die Einnahmenausfälle durch das Regress-Aus ersetzt. Nach monatelangem Hin und Her hatten sich Bund und Länder zuletzt darauf geeinigt, dass die Länder heuer 340 Millionen Euro bekommen sollen. Doch angesichts generell steigender Ausgaben im Pflegebereich will und muss Krotzer gegensteuern – mit einem neuen Tarifmodell, das ab Juli sowohl Pflegebedürftigen als auch der Stadt helfen soll. Das sieht kurz zusammengefasst so aus: Die Stadt zahlt mehr als bisher dazu, damit Betroffene sich zuhause von einem mobilen Pflegedienst betreuen lassen. Für Pflegebedürftige hat das den Vorteil, dass sie in einer vertrauten Umgebung bleiben können. Und die Stadt spart sich viel Geld – ein Pflegeheimplatz kostet die Stadt im Schnitt 10.897 Euro im Jahr, ein mobiler Dienst dagegen nur 1454 Euro. „Die Entlastung ist also eine doppelte: für die Menschen – und für das Budget der Stadt“, so Krotzer. derGrazer IMPRESSUM: „der Grazer“ – Unabhängige Wochenzeitung für Graz und Umgebung | Erscheinungsort: Graz | HERAUSGEBER UND MEDIENINHABER: Media 21 GmbH, Gadollaplatz 1, 8010 Graz; Tel. 0 316/23 21 10 | GESCHÄFTSFÜHRUNG: Gerhard Goldbrich | ASSISTENZ: Silvia Pfeifer (0 664/80 666 6918) | CHEFREDAKTION/PROKURA: Tobit Schweighofer (DW 2618) | REDAKTION: Verena Leitold (0 664/80 666 6691), Vojo Radkovic (0 664/80 666 6694), Mag. Daniel Windisch (0 664/80 666 66 95), Valentina Gartner (0664/80 666 6890), Philipp Braunegger (0664/80 666 6600), Bernhard Sax (Lektorat), Redaktion Fax-DW 2641, redaktion@grazer.at | ANZEIGENANNAHME: Fax 0 316/23 21 10 DW 2627, verkauf@ grazer.at | VERKAUF: Reinhard Hochegger (Verkaufsleitung, 0 664/80 666 6491), Robert Heschl (0 664/80 66 66 897), Michael Midzan (0 664/80 666 6891), Selina Gartner (0 664/80 666 68 48), Mag. Eva Semmler (0 664/80 666 6895), Theresina Jürgens, MA (0 664/80 666 6892) | OFFICE MANAGEMENT: Pia Ebert (0664/80 6666 490) | PRODUKTION: Burkhard Leitner | HERSTELLUNG: Druckerei Carinthia, St. Veit/Glan | VERTEILUNG: redmail Logistik und Zustellservice GmbH (05/1795-0) | VERBREITETE AUFLAGE: 174.516 (Der Grazer, wö, ÖAK 2.HJ 2017). | OFFENLEGUNG: Die Informationen gemäß § 25 MedienG können unter www.grazer.at/gz/offenlegung-impressum abgerufen werden.

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