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27. Jänner 2021

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- Grazer Stadträtin präsentiert Modul-System: Grüne Meilen zum Zusammenbauen - Amazon-Ansiedelung in Graz sorgt für heftige Reaktionen - Neue Flughafen-Geschäftsführer präsentieren Bilanz 2020

4 graz www.grazer.at

4 graz www.grazer.at 27. JÄNNER 2021 Auf diesem Acker in Liebenau soll der Online- Riese Amazon sein Logistik-Zentrum hinstellen. KK Das sind die Pläne ■ Verteilerzentrum für Auslieferungen in den Großraum Graz, die Oststeiermark sowie das Burgenland Amazon-Verteilzentrum in Graz Teils heftige Reaktionen aus der Politik ■ zwei große Hallen, darunter eine Logistikhalle, die 150 Meter lang, 73 Meter breit und 14 Meter hoch ist ■ 8,2 Hektar Grundfläche ■ viergeschossige Parkgarage mit 960 Auto-Stellplätzen plus Parkplatz mit weiteren 280 Plätzen im Freien ■ Zu- und Abfahrt mit direkter und indirekter Anbindung an den Liebenauer Gürtel ■ gearbeitet wird im Schichtbetrieb von 0 bis 24 Uhr ZWIST. Die Nachricht, dass sich der Versand-Riese Amazon auf einem Acker in Liebenau ansiedeln möchte, sorgte diese Woche für Aufregung. Die Grazer Stadtpolitik ist sich in der Sache uneins: Die einen sehen‘s als Chance, die anderen sorgen sich um Verkehr und heimische Unternehmen. Von Verena Leitold verena.leitold@grazer.at Der Online-Gigant Amazon plant ein Verteilerzentrum für den Großraum Graz auf einem Acker in Liebenau nahe dem Süd-Gürtel. Das Bauvorhaben wurde Stadt und Land nun vorgelegt. Betrieb soll rund um die Uhr im Schichtbetrieb sein, im Logistik-Zentrum ist Platz für fast tausend Lieferwägen, außerdem ist ein Parkplatz für 1240 Mitarbeiter-Autos angedacht. Die Stadt soll eine Stellungnahme zu einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) abgeben, das Land anschließend über eine solche entscheiden. Die Meinungen der unterschiedlichen Parteien gehen dabei auseinander. Bürgermeister Siegfried Nagl betont, dass grundsätzlich jedes Unternehmen das Recht habe, sich in Graz anzusiedeln und dafür ein ordentliches Verfahren zu bekommen. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung sei wichtig, er gehe davon aus, dass das Land Steiermark bei einem Projekt dieser Größe auch eine durchführen werde. Aus Sicht von FPÖ Bürgermeister-Stellvertreter Mario Eustacchio ist es erfreulich, wenn Arbeitsplätze in solch schwierigen Zeiten in Graz geschaffen werden. „Auch wenn es natürlich wünschenswerter wäre, würden diese durch heimische Betriebe mit gerechten Löhnen und fairen Steuerabgaben entstehen. Zu guter Letzt ist die Grazer Stadtpolitik dafür verantwortlich, dieses Verteilerzentrum so verträglich wie möglich, in die Stadt zu integrieren.“ Die Neos rund um Sabine Reininghaus sehen das Großprojekt als Chance für den Wirtschaftsstandort Graz und weisen auf die vielen Arbeitsplätze hin, die dadurch geschaffen würden. Kritische Stimmen Besonders kritisch steht KPÖ- Stadträtin Elke Kahr dem Vorhaben gegenüber: „Die Stadt Graz muss mit allen Mitteln versuchen, Amazon draußen zu lassen. Gerade in Corona-Zeiten wäre das für die Grazer Geschäftswelt ein Drama“, findet sie und fragt sich: „Wo ist der Aufschrei der Grazer Unternehmer?“ Zunächst soll um eine Fristverlängerung für die Stellungnahme ersucht werden. Auch eine Verkehrsprüfung müsse erfolgen. Die Grünen fürchten dagegen einen Verkehrskollaps im Grazer Süden. „Wir sehen den Betrieb eines Verteilzentrums an diesem Standort, bei dem im kürzester Zeit mehr als 900 Fahrzeuge täglich in das Straßennetz der Stadt Graz eingeschleust werden sollen, als praktisch undurchführbar an. Daher fordern wir von den städtischen Verkehrs- abteilungen und der Abteilung für Stadtplanung, dass sie umgehend umfassende Gutachten mit realistischen Verkehrsrechnungen erstellen und diesem dem Land Steiermark sowie der Grazer Öffentlichkeit transparent zur Verfügung stellen,“ so der Klubobmann der Grazer Grünen Karl Dreisiebner. Dass eine Amazon-Ansiedelung in Graz in irgendeiner Form durch die Stadt gefördert bzw. unterstützt würde, ist für SP- Klubvorsitzenden Michael Ehmann ebenfalls „absolut denkunmöglich“. „Der heimische Handel, unsere EPU und KMU, viele Familienbetriebe stehen nicht zuletzt auch solcher Multis und Online-Giganten wegen unter einem enormen Druck, kämpfen ums Überleben!“ Außerdem weist er darauf hin, dass die Arbeitsbedingungen bei Amazon immer wieder heftig kritisiert werden. derGrazer IMPRESSUM:„der Grazer“ – Unabhängige Wochenzeitung für Graz und Umgebung | Erscheinungsort: Graz |HERAUSGEBER, HERSTELLER & MEDIENINHABER:Media 21 GmbH, Gadollaplatz 1, 8010 Graz; Tel. 0 316/23 21 10 |GESCHÄFTSFÜHRUNG:Gerhard Goldbrich | ASSISTENZ:Jasmin Strobl (664/80 666 6695) | CHEFREDAKTION/PROKURA: Tobit Schweighofer (DW 2618) | REDAKTION: Verena Leitold (0664/80 666 6691), Vojo Radkovic (0664/80 666 6694), Valentina Gartner (0664/80 666 6890), Philipp Braunegger (0664/80 666 6600), Fabian Kleindienst (0664/80 666 6538), Julian Bernögger (0664/80 666 6690), Nina Wiesmüller (0664/80 666 6918), Redaktion Fax-DW 2641, redaktion@grazer.at |ANZEIGENANNAHME: Fax 0 316/23 21 10 DW 2627, verkauf@grazer.at |VERKAUF: Michael Midzan (Verkaufsleitung, 0664/80 666 6891), Selina Gartner (Verkaufsleitung, 0664/80 666 6848), Robert Heschl (0664/80 666 6897), Mag. 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27. JÄNNER 2021 www.grazer.at graz 5 C H R O N I K Blaulicht Report Herrengasse: Alarm in Bank ausgelöst ■ Einen hektischen Start in ihren Arbeitstag hatten die Mitarbeiter einer Bankfiliale in der Grazer Herrengasse. Denn heute Mittwochmorgen ging plötzlich der Alarm los. Sofort waren zahlreiche Einsatzkräfte der Polizei vor Ort, um die Bank zu sichern und dem Alarm nachzugehen. Rund eine Stunde später hatte sich die Situation geklärt und schließlich stand fest: Es handelte sich wohl lediglich um einen Fehlalarm. Der genaue Grund für das Auslösen des Alarmsystem wird derzeit noch untersucht, einen kriminellen Hintergrund schließt man bei der Polizei derzeit aber aus, informierte Polizeisprecher Fritz Grundnig. In dieser Bank in der Herrengasse ging heute, Mittwoch, der Alarm los, die Polizei rückte sofort an. Die Ursache ist derzeit noch unklar. GOOGLE STREET VIEW Auf Zebrastreifen: Kind (9) angefahren ■ Mittwochmorgen kam es außerdem im Grazer Bezirk Jakomini zu einem Verkehrsunfall. Ein 49-jähriger Autolenker überfuhr ein neunjähriges Kind mit einem Kastenwagen. Als es zur Kollision kam, wollte der Bub gerade auf einem Schutzweg die Fahrbahn überqueren. Doch ein Grazer, der an der Kreuzung Schönaugürtel/Neuholdaugas- se rechts in die Neuholdaugasse einbog, fuhr dem Kind mit seinem Wagen über den linken Fuß. Der Schüler erlitt bei dem Unfall schwere Verletzungen und musste anschließend vom Rettungsdienst in das LKH Graz eingeliefert werden. Betrunken war der Unfalllenker nicht: Ein Alkoholtest, der in weiterer Folge bei dem Mann durchgeführt wurde, lieferte ein negatives Ergebnis, er hatte den Buben auf dem Zebrastreifen wohl einfach übersehen. JB Ferialjobs an der Uni für Schüler ■ Die Karl-Franzens-Universität Graz bietet auch heuer in den Sommerferien wieder 40 Ferialarbeitsplätze für Schüler an. Bewerben können sich Jugendliche ab 15 Jahren. In den Monaten Juli und August können Interessierte in Bereichen wie Naturwissenschaften, Recht, IT oder Sprachen spannende Erfahrungen sammeln. Alle Infos gibt es unter: jobs.uni-graz.at Die Universität Graz bietet Schülern spannende Arbeitsplätze KK

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