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26. Oktober 2019

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- Jeder Bezirk bekommt 10.000 Euro um den Bezirk schöner und sauberer zu machen: Was mit dem Geld passiert - Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer und Bürgermeister Siegfried Nagl im Gespräch - Neuer Marktstand vor dem Amtshaus - Kapistran-Pieller-Platz: Neugestaltung ist endlich im Gange - Krimi um rätselhafte Container in Geidorf - Weihnachtsbeleuchtung wird schon jetzt aufgehängt - Vietnamese Pho You eröffnet neu - Halloween Partys in Graz

2 die seite zwei

2 die seite zwei www.grazer.at 26. OKTOBER 2019 E D I T O R I A L von Tobit Schweighofer ✏ tobit.schweighofer@grazer.at Wird es so schlimm, wie es heute ist? G anz sicher konnte man sich nicht sein, wie ernst es unsere Stadtregierer meinten, als sie die 30 für die Plabutschgondel reservierten Millionen Euro gestrichen haben und damit eine noch nie dagewesene Klima-Offensive starten wollten. Jetzt weiß man: Es war ihnen durchaus ernst. Mit einem mächtigen 100 Millionen Euro schweren Paket, das sie gemeinsam mit dem Land für den Ausbau der Radinfrastruktur stemmten, bleibt keine Frage offen. Zumindest vorerst. So surreal toll dieses Vorhaben auch wirkt: Das echte Kunststück muss man noch vollbringen. Denn neben den Fahrrädern werden auch in Zukunft viele Autos in Graz unterwegs sein. Derzeit werden täglich 370.000 Wege mit dem Pkw zurückgelegt. Selbst wenn man diese Zahl um 20 Prozent reduzieren könnte (der Anteil des Fahrrads am innerstädtischen Verkehr soll sich – das ist das Ziel – bis 2030 verdoppeln, also um 19 Prozent auf etwa 38 Prozent anwachsen), wären die Autofahrer noch immer die klare Nummer eins auf den Grazer Straßen. Schon alleine deshalb darf der Fahrradausbau nicht zu stark auf die Kosten der Autofahrer gehen, denn sonst bleibt alles so schlimm, wie’s heute ist: mit hoffnungslos überlasteten Straßen, Staus und Verkehrsinfarkten. Tobit Schweighofer, Chefredakteur FEIERTAGSFRÜHSTÜCK MIT ... ... Max Zirngast Der Journalist nimmt die „Willkür“ der türkischen Justiz nicht allzu ernst. Er bezeichnet sich selbst eher als „Kollateralschaden“ des Systems. GUBISCH Nach drei Monaten türkischer Haft zurückgekehrt, tourt der südsteirische Journalist mit seinem Buch „Die Türkei am Scheideweg“. Hat es seit der Türkei schon ein Familien- Sonntagsfrühstück gegeben? Nein, noch nicht. Mein Onkel hat eine Bäckerei in der Südsteiermark, dort wurde ein Abendessen veranstaltet. Darüber hinaus bleibt wenig Zeit, sich mit Freunden und Familie zu treffen. Was gäbe es denn zum Frühstück? Zuerst einmal einen Kaffee, ein bis zwei Stunden lang zum Nachrichtenlesen, erst danach esse ich etwas. Na ja, ein türkisches Frühstück hat ja einen ganz anderen Charakter: mit Salaten, gebratenen Kartoffeln, Gemüse, Oliven, auch normalerweise etwas mit Ei, Käse – das esse ich natürlich nicht (Anm.: Zirngast ist Veganer). Das habe ich gerne. Es ist sehr ausgiebig, eigentlich ein Brunch. In Österreich esse ich gerne Schwarzbrot mit Aufstrichen, veganem Käse und Gemüse dazu. Die Türkei ist also kein dunkles Kapitel? Nein, überhaupt nicht – auch das Gefängnis nicht. Es passiert einfach. Ich will es nicht herunterspielen, es ist nicht angenehm, aber man kann es aushalten. Ich bin nicht schlecht behandelt worden. Als europäischer Ausländer mit europäischem Nachnamen genoss ich ein Privileg, das andere nicht haben – wie Österreicher, die etwa türkische Wurzeln haben. Trotzdem bleibt keine seelische Spur? Die bleibt nur, wenn man sich dagegenstemmt. Die Anwälte haben mir geraten, nicht an die Welt draußen zu denken – an der könne ich nichts verändern – und mich stattdessen auf mich zu konzentrieren. Deshalb versucht man, fit zu sein, sich nicht gehen zu lassen. Das merken am Ende auch die einzigen Bezugspersonen: die Wärter. Ihre Beziehung hat diese Zeit überlebt? Meine Freundin war sogar selbst schon dreimal kurz in Polizeigewahrsam. Wir haben dann über Briefe kommuniziert – obwohl sie gelesen wurden. Sie ist jetzt auch hier in Graz. Wo Sie jetzt auch herziehen? Ja, vorerst. Danach werde ich schauen, wo ich mein Masterstudium fertig machen kann. Das wird dann vermutlich Wien werden. Themenwechsel: Fachliteratur und Zeitungen oder Romane? Romane auf jeden Fall! Ich habe ja auch eine Vorliebe für Krimis. Sie mag ich aber vor allem auch, weil sie dieses Spezifikum haben, dass sie eine Lokalität sehr detailliert beschreiben. Deshalb ist es auch eine Form von Reiseliteratur. Abschließend: Vermissen Sie türkischen Kaffee oder Tee? Ich trinke ja lieber Filterkaffee ... SVJETLANA WISIAK Max Zirngast wurde 1989 in St. Nikolai im Sausal geboren. Zuletzt zog er in die Türkei, wo er auch für kritische Medien schrieb. Im September 2018 wurde er von der türkischen Polizei mit dem Vorwurf einer Beteiligung an der Organisation „TKP/K“ überraschend festgenommen. Über drei Monate später kam er auf freien Fuß, knapp ein Jahr später durfte er wieder nach Österreich einreisen. Mit seinem Buch „Die Türkei am Scheideweg“ war er beim KPÖ Bildungsverein zu Gast.

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