7 TAGE SONNTAG

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26. Juli 2020

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- Grazer Innenstadt wird zum Fleckerlteppich - EU-Bürger mit Hauptwohnsitz in Graz: Rumänen führen Liste an - Neues Design für Grazer Hauptplatz-Standln - Ragnitzbach: Holzbrücken sollen saniert werden - Kurios: Sechs Meter Radweg - Betreiber für zwei neue Standl stehen fest: Sie erweitern das Angebot am Lendplatz

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2 die seite zwei www.grazer.at 26. JULI 2020 E D I T O R I A L von Tobit Schweighofer ✏ tobit.schweighofer@grazer.at Bienen sind auch nur Menschen A uch wenn wir uns schon mehr oder weniger an die Corona- Beschränkungen gewöhnt haben, lästig sind sie nach wie vor. Aber da sind wir nicht die Einzigen: Auch die Bienen haben es derzeit nicht leicht. Ihre Seuche heißt nicht Corona, sondern „bösartige Faulbrut“. Das ist aber tatsächlich schon der größte Unterschied, wenn man sich die äußerst unterhaltsame Verordnung ansieht, die die Stadt dieser Tage erlassen hat. Genau wie bei uns wurde eine Schutzzone eingerichtet; alle Bienen, die sich innerhalb der Zone aufhalten, gelten als „verdächtig“. Das Verlassen dieser Zone ist den Bienenvölkern verboten. Hinein darf man nur mit einer Bewilligung, die von der Stadt ausgestellt wird. Weiters müssen die Adressen der betroffenen Bienenstöcke unverzüglich dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Bei Übertretungen der Verordnung setzt es saftige Geldstrafen. Wenn diese Verordnung eines zeigt, dann, dass wir alle in einem Boot sitzen, egal ob Mensch oder Tier. Viren, Pandemien und Seuchen heben alle Unterschiede auf und machen alle gleich. In diesem Sinne sollten wir unseren fleißigen, kleinen Kollegen aus ganzem Herzen alles Gute und ein herzliches „G’sund bleiben!“ wünschen. Tobit Schweighofer, Chefredakteur SONNTAGSFRÜHSTÜCK MIT... ... Konstantin Filippou Kaffee und Porridge in der Früh muss sein – auch wenn Konstantin Filippou in seinem neuen Lokal Arravané im Headquarter der Merkur- Versicherung ist. Der Sternekoch liebt es aber auch, das Frühstück zum Brunch auszudehnen. LUEF Der Sternekoch ist gerade Papa geworden und hat ein Lokal in Graz aufgesperrt. Er liebt es, lange zu brunchen, hasst aber Geschirrspüler-Ausräumen. Wer ist in Ihrer Familie sonntags für das Frühstück zuständig? Das bin ich. Ich liebe den Sonntag! Es ist einer der wenigen Tage, wo ich wirklich Zeit hab. Oft geht das Frühstück in Brunch über: Wir starten mit Kaffee und Porridge mit Kokos- oder Hafermilch. Dann gibt’s auch mal ein Glaserl Sekt und einen gebeizten Fisch, Ceviche oder Sardinen. Manchmal auch Spargel oder Schwammerl. Also lassen Sie sich richtig Zeit dafür? Ja! Als Gastronom hat man ja die Schwäche, dass man sich keine Zeit fürs Essen nimmt. Man isst im Stress, probiert schnell im Stehen. Ich liebe es, sonntags nichts zu tun und das Essen zu zelebrieren. Wir laden auch oft Freunde oder Familie ein. Also stehen Sie nicht nur beruflich in der Küche und kochen auch privat noch? Ja, gerne! Aber ich wasch nicht gern ab. Würd ich eine Küche erfinden, dann eine, in der es keinen Geschirrspüler braucht. Wie oft ich allein in der Corona-Zeit den Geschirrspüler ausgeräumt hab (schnaubt) ... Wie haben Sie den Lockdown sonst erlebt? Emotional war es sehr anstrengend. Als Selbstständiger ist man ja gewohnt, dass man etwas tun kann, wenn es schlecht läuft. Man hat zwei Hände, mit denen man arbeiten kann – das ging dieses Mal nicht. Aber es war auch schön. Wir sind am 6. Jänner nämlich Eltern geworden, und ich hätte mir die Zeit wahrscheinlich nicht so intensiv genommen. Und nach dem Lockdown haben Sie das erste Lokal in Ihrer Heimat Graz aufgemacht ... Ich liebe meine Heimatstadt und werde ihr immer sehr verbunden sein. Ich genieße gerade, dass ich Jugendfreunde wieder anrufen und auf einen Kaffee treffen kann und schneller bei meiner Mutter in Ligist bin. Früher hab ich sie schon mal um 2 Uhr in der Früh aus dem Bett geläutet, wenn ich gerade ein Stück Heimat gebraucht und bis Mitternacht gearbeitet hab. Geht es heuer auf Urlaub ins Ausland? Nein, ich bleibe in Österreich. Ich bin Vollblutösterreicher und Vollbluteuropäer. Ich will das Geld in kein anderes Land bringen. Wir haben so schöne Seen, es muss nicht immer Meer sein – leeren wir halt ein bisserl Salz rein! (lacht) Das Meer muss mit Ihren griechischen Wurzeln ja auch wichtig sein, oder? Das sind noch immer Kindheitserinnerungen. Und diese Seite spiegelt sich auch in meiner Küche wider. Ich bin froh, dass ich sie nicht erfinden muss. Ich koch so, wie ich bin, so, wie ich es spüre: österreichisch-mediterran. Welches ist das beste Gericht der Welt? Und nur eines! Was immer im Kühlschrank sein muss, sind Jahrgangssardinen, Butter und gutes Brot. Und die beste Musik? Da bin ich breit aufgestellt. Es muss mich überwältigen. Ich höre Klassik, Jazz oder Hiphop. VERENA LEITOLD Konstantin Filippou wurde am 30. August 1980 in Graz geboren. Bevor er 2013 sein erstes eigenes Restaurant in Wien eröffnete, arbeitete er etwa in London und San Sebastian. Er wurde von Guide Michelin mit zwei Sternen und von Gault Millau mit fünf Hauben bewertet. Kürzlich eröffnete er das Arravané im Hauptquartier der Merkur-Versicherung in Graz.

2021