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25. Oktober 2020

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- Zwischen Augartenbrücke und Hauptbrücke: 110 Kilo Müll am Murufer mitten in der Stadt gefunden - Fokus auf Sprache, Frauen und Religion: Integration wird in Graz neu gedacht - Nur mehr mit Voranmeldung ins Bezirksamt - Naturschutzpark mit Beobachtungsstellen: Stadt hat neue Ideen fürs Vogelschutzgebiet - Vogeldreck in der Innenstadt: Nächster Versuch, die Dohlen zu vertreiben - Neue Haltestelle für ein Jahr außer Betrieb - Fußgänger werden in Andritz auf die Fahrbahn gedrängt - Park in Wetzelsdorf gerettet - Zara-Auszug Ende Jänner ist jetzt fix - Ballersatz: Tunten-Dinner & Bauernbund-Frühlingsfest

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12 graz www.grazer.at 25. OKTOBER 2020 Handel setzt auf Regionales GLÜCKSPILZE. Die Grazer Pilzkiste zieht Austernpilze nachhaltig auf Kaffee satz und verkauft sie jetzt im großen Stil übers Spar-Regal. Die Aumühle muss aufgrund von behördlichen Auflagen schließen. KK Aumühle schließt nach 34 Jahren ■ Der Tierpark Aumühle in Fernitz steht nach 34 Jahren vor dem Aus. Die Behörden haben entschieden, dass es sich bei dem durchaus umstrittenen Kleinod nicht um einen Tierpark, sondern einen landwirtschaftlichen Betrieb handelt. Und für einen solchen sind etwa die Damwild- Gehege zu klein. Außerdem darf Inhaber Hubert Kohlhammer in einer Landwirtschaft keine Tickets verkaufen. In einem Tierpark wären sowohl die Gehege- Größen als auch die Eintrittsgelder in Ordnung. Als Termin für die Schließung ist der 1. Dezember angesetzt. Mitten in Graz baut das junge Unternehmen „Pilzkiste“ hochwertige Austernpilze an. Die Nährstoffe dafür kommen aus dem Kaffeesatz von Grazer Restaurants und Cafés, was die Delikatesse besonders nachhaltig macht. Verpackt wird das Gemüse in eigenen Papiersäckchen – die Kunden können selbst abwiegen. Zu finden ist die regionale Spezialität im Kühlregal in der Obst- und Gemüseabteilung von Spar. Eine erfolgreiche Zukunft aus dem Kaffeesatz herauszulesen – zumindest bei Austernpilzen ist das möglich. Die exquisite, gefragte Delikatesse liebt nämlich den Kaffee-Abfall als nährstoffreichen Boden. Über 13 Tonnen dieses Biomaterials fallen täglich alleine in Graz an – und wandern ungenutzt in den Müll. Diese Tatsache inspirierte drei junge Grazerinnen zur Gründung der „Pilzkiste“. Mercedes Springer, Jasmin Kabir und Nina Bercko ziehen Austernpilze auf einem Substrat aus Kaffeesatz und Bohnenhäutchen, die bei der Röstung anfallen. „Am Ende wandert auch der gebrauchte, mit Pilzen angereicherte Kaffeesatz wieder zurück in den Naturkreislauf: Er wird zu Dünger“, erzählt Jasmin Kabir über die Produktion. „Wir sind ein zu 100 Prozent österreichisches Familienunternehmen und stehen für Nachhaltigkeit und Regionalität“, sagt Romana Lepold, Einkaufsleiterin von Spar Steiermark. „Die Pilzkiste passte wunderbar in unser Konzept.“ Der Plan für eine Kooperation reifte. „Das war keine Hauruck-Aktion“, erinnert sich Kabir. „Wir haben alles genau überlegt, damit die Kooperation Hand und Fuß hat.“ Was ihr bei der Zusammenarbeit mit Spar besonders positiv auffällt, ist die große Wertschätzung für kleine, regionale Betriebe: „Spar ist uns von Anfang an auf Augenhöhe begegnet – unsere Kooperation ist besonders von Menschlichkeit und Respekt geprägt.“ „Die Partnerschaft mit derzeit 437 steirischen Produzenten ist uns seit jeher ein Anliegen“, erklärt der Geschäftsführer von Spar Steiermark Christoph Holzer. „Wann immer möglich, versuchen wir unseren Bedarf mit Produkten aus der Region zu decken. Wenn man sich die Zahlen ansieht, ist das ein wirklich relevanter Beitrag für die Landwirtschaft.“ Zu kaufen gibt es die Pilze übrigens in eigenen Papiersäcken (in die rund 200 Gramm Austernpilze passen) – eine nachhaltige wie attraktive Verpackungslösung. Neue Mieter im Roseggerhaus ■ Im Sommer 2021 soll der Online-Händler niceshops ins Roseggerhaus in der Annenstraße einziehen. Nachdem die Räumlichkeiten nach dem Auszug von Sewa nun fünf Jahre leergestanden sind, will man sich auf 2200 Quadratmetern und drei Etagen ausbreiten. Nina Bercko & Mercedes Springer (Pilzkiste) Romana Lepold (Einkaufsleiterin Spar Steiermark) und Jasmin Kabir (Pilzkiste, v. l.) freuen sich über die nachhaltige, regionale und nicht zuletzt erfolgreiche Kooperation. SPAR

25. OKTOBER 2020 www.grazer.at graz 13 Graz Regional www.grazer.at „Es gibt fast kein Lebensmittel, das es bei uns nicht gibt!“ Landesrat Johann Seitinger genießt die Erzeugnisse der steirischen Landwirtschaft, im Konsumverhalten sieht er hingegen noch viel Luft nach oben. SCHERIAU IM GESPRÄCH. Zum Start unserer Regionalitäts-Serie spricht Agrarlandesrat Johann Seitinger über die wenigen guten Seiten von Corona, prangert Lebensmittelverschwendung an und lobt die Grazer. Von Tobit Schweighofer tobit.schweighofer@grazer.at Herr Landesrat, wie wirkt sich Corona auf unsere Landwirtschaft und das Konsumverhalten aus? Noch nie zuvor waren Regionalität und Qualität so heiße Thema wie jetzt. Corona hat zwar wenige positive Seiten, aber es gibt sie. Wenn eine Bedrohung auf den Menschen zukommt, versucht er sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Aber der Frust der Menschen wird doch spürbar größer? Natürlich läuft die Corona- Krise schon über einen längeren Zeitraum, das hat es ja in den letzten Jahrzehnten noch nie gegeben. Da haben viele auch darüber nachgedacht, was wirklich wichtig im Leben ist. Ob ich tatsächlich um 19,90 Euro in London einen Kaffee trinken muss, stelle ich einmal in Frage. Vielleicht ist es vernünftiger, auf Regionalität zu achten, die im Nor- malfall immer mit einer hohen Qualität verbunden ist. Alles, was weit transportiert wird, verliert an Geschmack und auch an Transparenz. Genau auf diese Überlegungen setzen wir. Auch wenn gute Lebensmittel teurer sind? Das ist momentan gar nicht so das Thema bei vielen Menschen. Inzwischen trauen sich Direktvermarkter durchaus auch einen fairen Preis für die gute Arbeit und hohe Qualität zu verlangen. Und das völlig zu Recht. Umso wichtiger sind strenge Kontrollen, damit wirklich überall Bio drin ist, wo Bio draufsteht. Betrügereien kommen leider auch in diesem Bereich vor, aber sehr selten. Wer sich so etwas traut, muss ordentlich bestraft werden. Denn derjenige verletzt das Vertrauen der Menschen in Bioprodukte zutiefst. Das tut uns und den vielen, die mit Leidenschaft und seriös arbeiten, enorm weh und ist alles andere als ein Kavaliersdelikt! Wie stehen denn die Grazer in Sachen regionales Einkaufen im Vergleich da? Wir haben in Graz den mit Abstand größten Anteil an Regionalität in ganz Österreich. Weil die Steiermark das vielfältigste Agrarland ist. Es gibt kaum ein Lebensmittel, das bei uns nicht wächst oder angebaut wird. Man spürt das auch. Wir haben einen wahren Boom bei den Bauernmärkten, Direktvermarktern und den Bauernecken im Lebensmittelhandel und den Lagerhäusern. Trotzdem ist gerade jetzt viel Kreativität gefordert. Wie läuft denn zum Beispiel der regionale Onlinehandel? Wir müssen eine Vermarktungsstrategie der Bauern und Internetplattformen aufbauen, die die Produktion wahrheitsgetreu wiedergeben. Mit Bildern vom Hof, wie die Produkte hergestellt werden, und eine hohe Transparenz darstellen. Das muss unser Ziel sein, wir arbeiten auch daran und wollen mit dem Projekt „Sterz“ eine derartige Plattform entwickeln. Das wird ein enormer Wettbewerbsvorteil zu den billigen anonymen Produkten aus aller Welt sein. Das wirkt sich natürlich auch nachhaltig auf die Umwelt aus. Ja, sehr! Wenn man ein argentinisches Steak kauft statt ein heimisches Produkt, verursacht man den fünffachen CO 2 -Ausstoß, mit Spargel aus Peru sogar den zehnfachen. Müssen wir uns vom Leben im Überfluss verabschieden? Ein Drittel der Lebensmittel wird weggeworfen, alleine damit könnte man drei Milliarden Menschen versorgen, und eine Milliarde Hungernde gibt’s. Da gibt es dringenden Handlungsbedarf, das ist abseits jeder Ethik und Moral. Alleine in der Steiermark werden im Jahr Lebensmittel im Wert von 200 Millionen Euro weggeworfen. Das komplette Agrarbudget des Landes beträgt gerade einmal 60 Millionen.

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