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25. Dezember 2020

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-Rekordsummen bei GrazGutscheinen: Grazer helfen den Händlern mit acht Millionen Euro - Jahresrückblick 2020: Bezirke setzten trotz Corona viele Projekte um - Grazer Stadthasen in Gefahr - Über 70 Christbaum-Sammelstellen in Graz - Gastro-Zulieferer machen Ernst: Anwaltsbrief aus Graz an Kurz und Co - AHS Reininghaus in Planung - Eggenberg: Haltestelle wird sicher gemacht - Neuer Park in der Dreierschützengasse

2 die seite zwei

2 die seite zwei www.grazer.at 25. DEZEMBER 2020 E D I T O R I A L von Tobit Schweighofer ✏ tobit.schweighofer@grazer.at Der ewige Kreislauf ist vorbei D as Leben besteht ja aus Wiederholungen. Alle Jahre wieder kommt das Weihnachtsfest, ebenso wie Frühling, Sommer, Herbst und Winter, und wie wir schmerzhaft gelernt haben, kommt auch der Lockdown alle paar Wochen wieder. Wiederholung bringt Stabilität und ein Gefühl der Sicherheit mit sich, das liegt in unserer Natur. Doch gerade die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester birgt auch das Geheimnis des Neuanfangs in sich. Die Verheißung der Weiterentwicklung, des Entdeckens und des Abenteuers. Auch das liegt in unserer Natur. Das hat durchaus archaische Züge, die eine enorme Kraft entwickeln können. Nicht ohne Grund üben Neujahrsvorsätze einen starken Reiz auf uns aus. Natürlich verpufft dieser nur zu oft relativ bald. Vielleicht schaffen wir es ja heuer angesichts der außergewöhnlichen Situation, den Schwung des Neubeginns tief hinein ins Jahr 2021 mitzunehmen und den ärgerlichen Kreislauf der Lockdowns langfristig zu durchbrechen. Glaubt man den Experten, braucht es wohl nur noch ein kollektives Zusammenreißen, und dann sollten wir es geschafft haben. Das ist zu machen und sollte der Neujahrsvorsatz Nummer eins für uns alle sein. In diesem Sinn wünsche ich Ihnen und uns allen ein schönes neues Jahr! Tobit Schweighofer, Chefredakteur Anatoli Akerman beim Frühstück in seinem Grazer Zuhause. Ab 11. Februar gastiert er im Grazer Orpheum. KK FEIERTAGSFRÜHSTÜCK MIT ... ... Star-Clown Anatoli Akerman Er war Star bei Circus Roncalli und Cirque du Soleil, filmte mit Tim Burton, wird bei Cirque Noël performen und hat Familie in Graz: Anatoli Akerman im Frühstück. Ein entspanntes Frühstück im neuen Domizil in Graz, was kommt da auf den Tisch? Eine große Tasse Kaffee, dann Tee, Eier, Avocados, Lachs auf Toast, frischer Saft, wir haben eine große Maschine dafür. Obst, vor allem Beeren, manchmal Bacon, und mein absoluter Österreich-Favorit sind Topfen-Datscherl. Herrlich. Unter der Woche gibt’s Kaffee, Tee, Müsli, Croissants und Topfen-Datscherl. Coronabedingt gibt es keinen Cirque Noël, stattdessen „Zirkusgeschichten in Graz“ ab 11. Februar im Orpheum. Was wird da geboten? Es ist eine Theater-Performance, ein Mix aus Comedy und Emotionen, sehr lustig, es gibt auch ernstere Momente. Eine Art Theater-Zirkus mit viel Fantasy und Melancholie. Man kann herzlich lachen, um dann wieder still innezuhalten. Das Stück heißt „KuKu“. Wie und wo ist das Programm entstanden? Es war in Las Vegas. Ich war engagiert beim Cirque du Soleil. Ich habe das Stück in Vorstellungspausen kreiert und bei einem Meeting aller Clowns präsentiert. Dann war ich mit Soleil in Japan in Tokio und habe das Stück und die Charaktere immer weiter entwickelt. Jetzt kann ich mein Stück auch bei Cirque Noël präsentieren und ich freue mich darauf. Wollten Sie schon als Kind Clown werden? Ich war sechs Jahre alt, als mein Onkel, der ein beliebter Pantomime in der Ukraine war, mich zu seinen Auftritten mitnahm und mich auch trainierte. Ich durfte stets backstage und erlebte viele magische Momente. Ich liebte Zirkusse, da aber nur die Clowns. Ich hatte aber nicht die Absicht, unbedingt Circus Clown zu werden, sondern einfach ein Performer. Als Physical Comedian spiele ich mit meiner Körpersprache, manchmal als Akrobat, ich jongliere, steppe und trommle. Wie war dann der weitere Zirkus-Weg? Ich ging mit den Eltern nach Israel. Ich wollte performen, gewann ein Clown-Festival in Java. Danach fuhr ich mit Freunden von Israel mit dem Auto nach Deutschland (!), trat in Berlin bei Straßenfestivals auf, durfte in Hamburg im alten Hansa Varieté spielen und nahm an einer Audition vom Cirque du Soleil teil. Es klappte, ich wurde nach Kanada, Montreal, eingeladen, und dort wurde ein Jahr lang das Programm von Soleil kreiert. Nach Las Vegas kam Japan. Beim Circus Roncalli war ich zuletzt, und das schon das sechste Jahr. Dann kam Corona und stoppte die Tour. Dazwischen war Tim Burton und „Dumbo“. Ich liebe London, und ich durfte für „Dumbo“ acht Monate in London drehen. Ein Wahnsinn, und das mit einem Regisseur wie Tim Burton. Es war aufregend, ich wohnte in einem großen Apartment mit Fitnesscenter und Swimmingpool. Als man anrief, konnte ich gar nicht glauben, dass Tim Burton mich haben wollte. Der Film hat mir übrigens sehr gut gefallen. Graz ist jetzt erster „Heimathafen“ geworden. Meine Verlobte und ich haben in Graz unsere Tochter Lucy inmitten der Corona-Krise bekommen, und ich lebe jetzt auch in Graz, wie eine normale Familie, etwas, was ich früher nicht kannte. Und ich liebe es. Erstmals Weihnachten und Neujahr in Graz.Eigentlich feiere ich Chanukka, das jüdische Weihnachtsfest. Aber X-mas, wie es hier gefeiert wird, gefällt mir sehr gut, und Silvester bleiben wir auch daheim, man darf ja sowieso kaum irgendwo hingehen. Und was soll das neue Jahr bringen? Vielleicht klappt es mit der Impfung, und ich kann bald wieder on the road sein. VOJO RADKOVIC Anatoli Akerman ist einer der feinsinnigsten Clowns der Welt. Er wurde in der Ukraine geboren, zog 1990 nach Israel, wo er in Java das Internationale Clown-Festival gewann. Von 2003 bis 2012 entwickelte er eigene Clown-Charaktere für Cirque du Soleil in Las Vegas und Tokio, drehte mit Tim Burton ein Dumbo-Remake und tourte sechs Jahre mit dem Circus Roncalli.

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