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25. April

- Immer mehr Beschwerden über Lärm - 35 Jahre Tschernobyl: Ist Graz in Gefahr? - Vision vom Grünen Andritz - GU-Gemeinden sind in Bewegung - In den Urlaub mit der „Grazer“-App

20 viva graz

20 viva graz www.grazer.at 25. APRIL 2021 Valentina Gartner 20 valentina.gartner@grazer.at Schon 15 Minuten (Vor-)Lesen am Tag genügen, um von den positiven Effekten des Lesens zu profitieren.“ Appelliert Bildungslandesrätin Juliane Bogner-Strauß, die sich für mehr Lesekompetenz bei Kindern einsetzt. LAND STEIERMARK M. Perschler, E. Hörmann, P. Afschar, B. Werluschnig PREMIQAMED GROUP Neues Zentrum für Privatklinik ■ In der Privatklinik Graz Ragnitz wird der bestehende Schwerpunkt für Gynäkologie und Geburtshilfe mit einem Zentrum für operative Gynäkologie weiter ausgebaut, und damit wird die Kompetenz der Klinik im Bereich Frauengesundheit weiter gestärkt. Das breite Behandlungsspektrum im neuen Zentrum umfasst sowohl allgemeine als auch operative gynäkologische Behandlungen. Diverse Bakterien im Darm lassen uns trotz Sport zunehmen. OMNI BIOTIK Gewichtsfalle: Darm-Bakterien ■ Manche essen wenig und nehmen trotzdem zu, andere essen mehr und halten ihr Gewicht. Wenn auch sportliche Aktivitäten daran nichts Wesentliches ändern, dann handelt es sich womöglich um eine Beteiligung spezieller Bakterien der Darmflora. Neue wissenschaftliche Studien belegen, dass bei übergewichtigen Personen bestimmte Bakterien im Darm häufiger vorkommen als bei Normalgewichtigen. Mehr Infos dazu auf www.omni-biotic.com. AK-Expertin stellt klar: An Burnout sind Firmen schuld, nicht Mitarbeiter STRESS. Seit dem Rücktritt von Gesundheitsminister Anschober ist Burnout wieder in aller Munde. Seit Beginn der Pandemie ist die Gefahr laut AK-Expertin Margit Schuß um ganze 14 Prozent gestiegen. Schuld sind Arbeitsbedingungen. Von Verena Leitold verena.leitold@grazer.at Ich habe seit 14 Monaten quasi durchgearbeitet. Es hat in dieser Zeit keinen einzigen wirklich freien Tag mehr gegeben – und ich habe mich wohl überarbeitet“, gab der nunmehr ehemalige Gesundheitsminister Rudolf Anschober letzte Woche zu, als er seinen Rücktritt verkündete. Vor neun Jahren bereits hatte er ein schweres Burnout erlebt. Und auch, wenn er jetzt klarstellte, dass es sich (noch) nicht um ein solches handle, das Thema ist seither wieder in aller Munde. Und in Zeiten der Pandemie wird es auch immer brisanter. Seit Beginn der Krise leiden in Österreich 25 bis 50 Prozent der arbeitenden Bevölkerung unter psychischen Belastungen. 30 Prozent waren vor der Pandemie Burnout-gefährdet oder bereits krank. Jetzt sind es Studien zufolge 44 Prozent – eine Steigerung von 14 Prozent! „Die Arbeitswelt ist härter geworden, man vereinsamt im Homeoffice mehr. Privates und Berufliches ist schwer zu trennen. Viele haben das Gefühl, immer erreichbar sein zu müssen. Ganze Berufsgruppen arbeiten am Limit“, weiß Margit Schuß, Burnout-Expertin bei der Arbeiterkammer Steiermark, wo auch die erste Beratungsstelle in diese Richtung eingerichtet wurde. Seit Beginn der Pandemie gibt es dort um rund ein Drittel mehr Zulauf. Margit Schuß AK/GRAF-PUTZ, GETTY Bessere Bedingungen Wichtig ist es der Expertin zu betonen, dass nicht die Mitarbeiter schuld sind am Burnout, sondern dass die Firmen Arbeitsbedingungen schaffen müssen, die gar nicht in ein solches führen. „Es darf gar nicht erst zum Burnout kommen! Ein Arbeitsplatz muss so gestaltet werden, dass das nicht passiert! Arbeit darf nicht krank machen“, so Schuß. Prävention Vor allem auf die Präventionsarbeit wird viel Wert gelegt. Um Stress abzubauen, kann es etwa helfen, Bewegung an der frischen Luft zu machen und Sport zu treiben sowie auf eine gesunde Ernährung zu achten und regelmäßig Entspannung zu suchen. Außerdem sollte man die eigene Erreichbarkeit reduzieren und Grenzen zwischen Beruflichem und Privatem setzen.

25. APRIL 2021 www.grazer.at graz viva 21 ➜ IN GETTY (2) Kopf/Hals-Karzinom: Ausruhen Seine psychische Gesundheit sollte man schützen. Hin und wieder Pausen zu machen ist wichtig. Auspowern Auspowern im Sport: Ja bitte! Auspowern im Beruf: Bitte mit Vorsicht! Man sollte wissen, wann genug ist. Grazer App für Krebspatienten TOLL. Ein Grazer Forschungsteam entwickelt App zur elektronischen Erfassung der Beschwerden von Patienten mit Kopf/Hals-Karzinom. Das Vorzeigeprojekt hat den MSD Join4Care Award gewonnen. OUT ➜ Von V. Gartner und T. Schweighofer redaktion@grazer.at In Österreich werden jedes Jahr etwas mehr als 1000 Kopf- und Halstumore diagnostiziert. Während viele bösartige Tumorarten in den letzten Jahren rückläufig waren, nehmen bösartige Tumore des Rachens zu. Manche Patienten bekommen ein Karzinom in der Kopf- oder Halsregion ohne ersichtlichen Grund. Um es den Patienten so angenehm wie möglich zu gestalten, entwickelt Prisca Pondorfer- Schäfer aus der Abteilung für allgemeine HNO, Universitäts- klinikum Graz, aktuell die App „ONKO-STATS“ zur elektronischen Erfassung von Beschwer- den. Ziel ist es, Patienten mit Kopf/Hals-Karzinom zukünftig besser unterstützen zu können, denn die Beschwerden müssen nicht zwingend verbalisiert werden. Das bringt eine große Erleichterung für Kopf/Hals- Karzinom-Patienten mit sich, die aufgrund von Nebenwirkungen durch Bestrahlung und Che- motherapie oftmals Schmerzen beim Sprechen haben. Patient im Fokus Das Projekt hat den MSD Join- 4Care Award, der mit 30.000 Euro dotiert ist, gewonnen und sich so in der österreichwei- ten Ausschreibung erfolgreich durchgesetzt. Das Motto des diesjährigen Join4Care Awards lautete „Patient im Fokus“. Der Award wurde von unabhängigen und renommierten Exper- ten aus dem Gesundheitswesen vergeben. Aus 15 eingereichten Projekten haben die Experten das Gewinnerprojekt aus den drei Finalisten prämiert. Das Projekt „Standardisierte elektronische Erfassung der Beschwer- den und der Lebensqualität von Patienten mit Kopf/Hals-Karzinom unter laufender Radio- chemotherapie“ aus Graz durfte sich schlussendlich über den Gewinn freuen. Mit dem Preisgeld werden, über die App-Entwicklung hinaus, insgesamt vier Ambulanz- Wartezimmerplätze in Graz mit Tablets ausgerüstet. Ebenso ist damit der IT-Support der ersten zwei Jahre gewährleistet. „Wir sind überwältigt und stolz, dass unser Projekt unter so vielen innovativen Projekten gewonnen hat, und bedanken uns herzlich bei allen, die uns unterstützt und motiviert haben. Wir freuen uns, mit diesem Projekt die Betreuung von onkologischen HNO-Patienten weiter verbessern zu können“, freut sich Pondorfer-Schäfer sichtlich über den Gewinn. Das Grazer Forschungsteam gewann mit seiner App zur Erfassung der Beschwerden von Hals/Kopf-Karzinom-Patienten den MSD Join4Care Award. KK

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