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25. April 2022

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- ÖBB: Polizei-Streifen fahren jetzt in Zügen mit - Neos fordern Beratung für Verschwörungstheoretiker - Umbau der Sturzgasse und Co: Die Baustellen der Woche in Graz - Kurt Ostbahn verstorben: „Der Tod is' a groba Fehler"

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8 graz www.grazer.at 25. APRIL 2022 „Der Tod is‘ a groba Fehler“ TRAURIG. Die Nachricht vom Ableben von Willi Resetarits, besser bekannt als Kurt Ostbahn, hat Österreichs Musik-, Politik- und Sozialwelt wie ein Blitz getroffen. Er war ein Ausnahme-Mensch. Von Vojo Radkovic vojo.radkovic@grazer.at Die Nachricht vom Tod von Willi Resetarits hat mich wie ein Hammerschlag getroffen. Mitten ins Gesicht. Danach war lange nichts, einfach nur Stille, Ratlosigkeit. Wie konnte das sein? Ein Mann, der Kurt Ostbahn war, der stirbt nicht so einfach. Der ist wie ein Rolling Stone, der geht auch mit 74 weiterhin locker auf jede Bühne und rockt sie. Der stürzte nicht über Treppen daheim und ist dann tot. Und dennoch war das so. Willi Resetarits ist für die heimische Musikszene unersetzbar. Diese Rolle kann niemand anderer einnehmen. Willi Resetarits tot, ich kann es nicht fassen. Die Liste der heimischen Pop- und Rockmusiker, die leider schon viel zu früh gegangen sind, ist bereits ziemlich lang. Und Willi Resetarits hätte darauf noch lange nicht stehen dürfen. Was für ein großartiger Mensch er doch war. Verständnis für alles und jeden, ein Musiker mit Haltung und sozialem Gewissen. Auf der Bühne war Willi, ob er in die Figur von Kurt Ostbahn, den sein Freund Günter Brödl kreiert hat, schlüpfte oder mit dem Stubnblues und anderen Formationen Jazz oder Folk machte, immer wieder zauberte Willi den Konzertbesuchern ein Lächeln ins Gesicht. Ich weiß das, ich habe das zigmal miterlebt. Ich durfte ja sehr viele Konzerte mit Willi veranstalten. Das war immer eine große Freude. Legendär Ostbahn-Kurti-Openairs auf der Schloßberg-Kasemattenbühne. Wenn Willi als Kurt Ostbahn nach Graz kam, war das wie ein Musiker-Familienausflug. Ich wünschte mir immer, ich könnte da mitmachen. Eines Tages durfte ich und war dann rund zehn Jahre lang bei den jährlichen Krampus-Partys im Orpheum der Nick-O-Lowe. Ich durfte da zwei Songs singen. Das war aufregend und für kurze Zeit war ich Teil der Band. Jeder einzelne der Chefpartie war ein Volltreffer. Die Band hatte großen Anteil am Erfolg von Willi Resetarits. Ich erinnere mich auch, dass Willi irgendeinen Song aussuchte, z. B. „Should I Stay or should I go“ von The Clash. Die Band spielte das einmal mit mir durch und Willi sagte „passt scho“. Auch Schiffkowitz war immer wieder „Special Guest“. Sein „57er Chevy“ ist legendär. Als Willi seinen Kurt Ostbahn in die Pension schickte war‘s aus mit den Partys. Das Ende des Projektes war mit dem Tod von Günter Brödl vorgegeben. Er war Textschreiber und „Trainer“ von Kurt Ostbahn. Danach kam Willi immer wieder nach Graz, meist mit dem Stubnblues. Saugute Musik nur völlig anders. Die Band vertonte Texte von H.C. Artmann, grub alte Folksongs aus. Willi sorgte für Wiener Lieder, Blues und burgendländisch-kroatischen Folk. Konzerte mit dem Stubnblues waren zwei Stunden schöne Musik. Ich bewunderte Willi Resetarits auch für sein soziales Engagement. Ich denke nur an das Integrationshaus in Wien, an viele Benefiz-Auftritte, seinen Ein- satz für Flüchtlinge und seinen Kampf gegen die Ungerechtigkeit. Und da hatte er viel vor. Kurt Ostbahn war einfach ein guter Mensch. Die ersten Musikjahre waren mitunter turbulent. In letzter Zeit wurde es ruhiger. Willi ist etwas vom Gas runtergestiegen. Ich hörte lange Zeit nichts mehr von ihm. Einmal machte ich für die Zeitung „der Grazer“ ein Sonntagsfrühstücks-Interview. Das war der letzte Kontakt mit dem Menschen, der mein Leben auf weiten Strecken lang bereicherte hatte. Jetzt ist er tot. Österreich trauert vom Bundespräsidenten bis zu jedem einzelnen Ostbahnfan. Joachim Steinacher, Kurtologe und Kulturpromotor postete heute: „Lasst uns einfach ein bisschen wie Willi Resetarits werden und für alle wäre das Leben lebenswerter“. Das wäre es. Über den Tod redete Willi öfters, letztlich aber meinte er „Der Tod is a groba Fehler“. Was für einer! Willi Resetarits oder auch Kurt Ostbahn ist am Sonntag nach einem Unfall gestorben. Sein Vermächtnis ist sein musikalisches Lebenswerk. Im Bild: Kurt Ostbahn wie man ihn liebte. DIETMAR LIPKOVICH

25. APRIL 2022 www.grazer.at graz 9 Christoph Strasser Sportler des Wochenendes Was diese Woche im Sport passiert ■ Dienstag: Unter dem Titel „Stadt in Bewegung“ wird ein Buch zur Grazer Sportgeschichte präsentiert. Strasser gewann mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 31,8 km/h. HAUSDORFER Extremsportler Christoph Strasser hat sich den Sieg beim Race Across Italy mit überlegener Rekordzeit gesichert. Der Grazer Extremradler Christoph Strasser hat schon zig-fach mit unmenschlichen Erfolgen überrascht. Zwischen 2011 und 2019 gewann er gleich sechs Mal das legendäre Race Across America. Im Vorjahr gelang es ihm, als erster Mensch mit einem herkömmlichen Fahrrad tausend Kilometer in weniger als 24 Stunden zu fahren. Nebenbei stellte er nach Angaben seines Teams auch elf weitere Weltrekorde über die Kilometer- und Meilendistanzen 100, 200, 300, 500 sowie über die Zeiten sechs, 12 und 24 Stunden auf. An diesem Wochenende stelle sich Strasser der nächsten Herausforderung: dem Race Across Italy. Das klare Michael Gregoritsch Der Grazer Angreifer traf für den FC Augsburg per Elfmeter zum 2:0 beim VfL Bochum. Damit haben die Bayern den Klassenerhalt so gut wie fix in der Tasche, Gregoritsch hält bei acht Saisontreffern. Ziel: den Rekord von Ralph „Dizzy“ Diseviscourt aus Luxemburg mit 26:23 Stunden aus dem Jahr 2019 zu unterbieten. Das gelang mit Bravour! Strasser pulverisierte die alte Bestzeit um fast zwei Stunden und rollte nach 775 gefahrenen Kilometern, 10.500 Höhenmetern und 24 Stunden und 28 Minuten ins Ziel. „Es lief lange Zeit richtig gut, aber die letzten Stunden des Rennens waren ein Kampf. Es hat geregnet und ich bekam auch gröbere Knieschmerzen. Aber ich freue mich riesig über diesen Sieg mit neuem Streckenrekord. Jetzt freuen wir uns alle auf einen guten Espresso“, jubelte der 39-Jährige im Ziel. Weiters positiv aufgefallen sind: Sebastian Ofner Toller Erfolg für Grazer das Tennis-Ass. Im erst dritten Turnier seit seinem Comeback konnte der 25-Jährige gleich einen Titel abräumen. Er gewann im Challenger-Finale von Prag mit 6:0 6:4 gegen Dalibor Svrcina. ■ Mittwoch: Der SK Sturm bittet zum absoluten Spitzenspiel nach Liebenau. Um 18:30 Uhr geht‘s für die Blackies gegen Red Bull Salzburg um den zweiten Tabellenplatz. Die Bullen, die bereits als Meister feststehen, gelten dennoch als Favoriten. Die Grazer haben nämlich mit einer Reihe an Ausfällen zu kämpfen: Neben den Langzeitverletzten sind Gregory Wüthrich, Jon Gorenc Stankovic und Rasmus Höjlund gesperrt, Otar Kiteishvili und Anderson Niangbo fallen voraussichtlich aus. Mit einem Sieg könnten die Blackies aber den zweiten Platz und damit die Qualifikation für die Championsleague einzementieren. Eine ordentliche „Watsch’n“ kassierte die HSG Graz im ersten HLA-Viertelfinalspiel der „best-of-three“-Serie auswärts bei den Fivers Margareten. Die Mannschaft von Trainer Rene Kramer verlor 21:37 (10:22). Das zweite Spiel der Serie findet am Mittwoch (18.30 Uhr) im Sportpark statt. Die Grazer müssen gewinnen, wollen sie nicht früh aus dem Play-off ausscheiden. In der Aula der Alten Universität wird das Abschlussfest zum Sportjahr 2021 gefeiert. Dabei werden auch verdiente Funktioniere ausgezeichnet. ■ Freitag: Die UVC Holding Graz Damen mussten am Sonntag eine 0:3 Niederlage im ersten Spiel um Platz 3 gegen den VC Tirol hinnehmen. Am Freitag kommt es im Raiffeisen Sportpark um 19 Uhr zum letzten Heimspiel der Uhrturmchicks und möchte man in der Serie in die Verlängerung gehen, muss ein Sieg her. Teammanager Frederick Laure: „Heuer war die Saison ein wenig verhext. Neben vielen Covid- Fällen und Krankheiten mussten wir sehr oft improvisieren, aber die Damen haben das Zeug am Freitag zu gewinnen.“ ■ Samstag: Der UBSC empfängt St. Pölten im Viertelfinale der Österreichischen Basketballbundesliga um 17:30 Uhr im Raiffeisen Sportpark. Mittwoch, 18:30 Uhr: Sturm vs. Red Bull Die Kicker vom SK Sturm (im Bild links Manprit Sarkaria) nehmen es am Mittwoch in Liebenau mit dem Meister Red Bull Salzburg auf. GEPA

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