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24. März 2019

- Graz wächst: Rekordwerte bei Einwohner, Beschäftigung und Gründern - Öffis: 100 Euro Strafe trotz Familienpass - Grazer Studenten entscheiden über Bibliothek-Sessel - Aufregung um Giftfallen: Rattenköder direkt beim Spielplatz - Straßenverbindung in Liebenau und Jakomini sorgt für Ärger - Schlossberg: Wirbel um Auffahrt-Genehmigungen - Neues Gesundheitszentrum in Liebenau - Zahlreiche Vergehen: Ex-Stadtplanungschef Schöttli treibt sein Unwesen in der Schweiz weiter - Café Schmiedt wurde übernommen: Neuer Betreiber, aber noch alter Charakter - Schon zwei Opfer: Wirte mit dreistem Schmäh beraubt - Diagonale 2019

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2 graz www.grazer.at 24. MÄRZ 2019 E D I T O R I A L von Tobit Schweighofer ✏ tobit.schweighofer@grazer.at SchwarzRotBlau – jetzt wissen wir’s endlich genau D ie Gerüchteküche kann geschlossen werden! Nach Michael Schickhofer, der sich ja schon vor Monaten zum SP-Spitzenkandidaten ausrufen ließ, hat auch Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer bekanntgegeben, sich der Wahl zu stellen. Damit ist auch endgültig klar, dass weder Christopher Drexler noch Bürgermeister Siegfried Nagl (zumindest fürs Erste) in Schützenhöfers Fußspuren treten werden. Bleibt von den großen Parteien also nur noch die FPÖ beziehungsweise Mario Kunasek übrig, der sich noch immer nicht öffentlich zu seinem Antritt bekannt hat. Die (politisch) logische Konsequenz: Die Gerüchteküche brodelt schon wieder. Warum solle der Minister sich das antun, wenn er möglicherweise das Spitzenergebnis der letzten Landtagswahl nicht verbessern könne? Würde er dann noch nach Wien zurückgehen können? Wäre Klubchef Stefan Hermann da nicht der sicherere Kandidat? Undsoweiterundsofort. Dabei wäre die Antwort so einfach herauszufinden gewesen. Wir haben bei der FP nämlich nachgefragt, und dort wurde bestätigt: Mario Kunasek tritt an und wird dies am 18. Mai beim Parteitag in Graz öffentlich bekanntgeben. Damit können wir die Gerüchteküche endgültig schließen und uns auf einen spannenden Wahlkampf einstellen. Tobit Schweighofer, Chefredakteur SONNTAGSFRÜHSTÜCK MIT ... ... Literat Wolfgang Hohlbein Ein Der Frühstück Pater des ohne Stift Rein Frühstück, spricht dafür über mit ausgefüllte Erinnerungen Arbeitstage an den zu Nachtwächter-Job, Weihnachten, Konumzwang, steirischen Medienaffinität, Romanhelden Franz und Fuchs dem und Glück, erklärt keinen was Alltagstrott für ihn Weihnachten zu kennen. einem ist. Wie fantastisch fällt beim Fantasy-Literaten das Frühstück aus? Sie sagen es – es fällt aus. Ich frühstücke nie. Als klassischer Nachtmensch, der viel zu dieser Zeit arbeitet, stehe ich meist nicht vor 13 Uhr auf. Meine erste „Mahlzeit“ ist dann Kaffee – mit möglichst wenig Kaffee und ganz viel Milch. Irgendwann nachmittags wird dann mal was gegessen. Was kommt da auf den Tisch? Ich hab da keine Vorlieben – bin der Albtraum jedes Gourmet-Kochs! Wichtig ist nur eins bei dem, was ich esse: Es muss mal gelebt haben! Fleisch muss auf den Tisch, weshalb ich auch immer gern nach Österreich komme, weil meine Bedürfnisse hier erstklassig erfüllt werden. Sie bezeichnen sich als Nachtmensch. Weil ... ... ich eine gewisse Zeit als Nachtwächter in einem großen Firmenareal gearbeitet habe. Da hast du viel Zeit. Hin und wieder drehst du eine Kontroll-Runde, mehr ist da nicht. Für mich war das immer die ideale Zeit zum „richtigen“ Arbeiten – dem Schreiben. Hat die nächtliche Atmosphäre auch Ihren Schreibstil, das Mystisch-Fantastische bis hin zum Gruseligen, geprägt? Ich bin an sich kein melancholischer Typ. Aber mein Genre ist einfach das, was mich selbst begeistert. Das äußert sich zum Glück auch in meiner Art zu schreiben. Wie sieht diese aus? Ich muss richtig in der Geschichte „drin“ sein! Dann schreibe ich den halben Tag und den Großteil der Nacht. Der Typ Autor, der absolute Stille braucht, um sich konzentrieren zu können, bin ich aber nicht. Wenn ich schreibe, läuft ständig irgendwas im Fernsehen. Keine Filme, meist Naturdokus am Discovery Channel ... Also sind Sie auch nicht der Typ, der maximal sanfte Klassik-Musik als Inspiration braucht? Frühstück wird zum Spätstück: Nach durchgearbeiteten Nächten bringt sich Wolfgang Hohlbein mit viel Milchkaffee auf Touren für den neuen Tag. SCHERIAU Nicht wirklich. Musik hör ich meist nur im Auto. Meine Frau Heike und ich unterscheiden uns da massiv: Sie hört deutschen Schlager, ich antworte auf Helene Fischer und Co dann mit Heavy Metal wie Manowar. Mit denen arbeitete ich sogar mal für ein Vertonungs-Projekt einer Geschichte auf der Bühne! Was lesen Sie selbst? Fantastisches, was ich selbst schreibe. Ich bin großer Stephen King-Fan, vor allem sein Werk „Es“ begeistert mich. Und was wären Sie geworden, wenn nicht Autor? Nichts mit „Nine to five“-Arbeitszeiten! Die monotone Vorstellung, täglich morgens schon zu wissen, was ich wann und wie tue, ist furchtbar! Umso dankbarer bin ich für meine Arbeit. Sie haben einen interessanten Bezug zu Graz. Eines meiner Bücher entstand hier. Ich bin oft für Lesungen in der Gegend. Bei einer Graz-Lesung hieß der Sohn des Veranstalters Laurin. So nannte ich dann den Romanhelden des gleichnamigen Werks. Ein 2,5 Meter großer Hüne. Die Geschichte spielt zum Teil in der Steiermark. Ich mag die Region aber auch persönlich: Die Lebensqualität ist enorm hoch. Es ist ein Ort, an dem ich mir vorstellen könnte zu leben. Angenommen, Sie dürften nur mehr ein einziges Buch schreiben. Worum ginge es? Ich denke an ein großes biblisches Armageddon- Szenario. Der Untergang der Welt. Und, na ja, ich hoffe, dass meine Lebensgeschichte dann trotzdem noch nicht zum letzten Kapitel gekommen ist ... PHILIPP BRAUNEGGER Wolfgang Hohlbeins (geb. 17. 9. 1971, Weimar) Horror-, Science-Fiction- und Fantasybücher wurden rund 43 Millionen Mal verkauft. Er zählt zu den erfolgreichsten Autoren des deutschen Sprachraums. Werke u.a.: Das Druidentor, Märchenmond, Katzenwinter, Thor: Die Asgard-Saga.

2021