7 TAGE SONNTAG

Aufrufe
vor 8 Monaten

24. Mai 2020

- Forderungskatalog für 150.000 Vergessene: Hilferuf der Veranstalter - Wanderweg im Bezirk Ries wird erweitert - Stadthalle: Setting für Shows in Corona-Zeiten - Jochen-Rindt-Platz: So wird er aussehen - Langes Warten auf Negativ-Tests - Corona-Maßnahmen treffen besonders Kinderbetreuung

8 graz www.grazer.at

8 graz www.grazer.at 24. MAI 2020 Das ist die erste Visualisierung des Jochen-Rindt-Platzes in Reininghaus, der ein urbaner Platz zum Verweilen und Flanieren sein soll. VISUALISIERUNG: PIXLAB STUDIOS Jochen-Rindt-Platz: So sieht er aus EHRENPLATZ. Es wird ein schöner, urbaner, freundlicher Ort, der Jochen- Rindt-Platz, der nächstes Jahr eröffnet wird. Von Vojo Radkovic vojo.radkovic@grazer.at Vor 50 Jahren, am 5. September 1970, erlitt der Grazer Formel-1-Pilot Jochen Rindt beim Training zum Grand Prix in Monza mit seinem Lotus einen tödlichen Unfall. Ebenso vor 50 Jahren, am 4. Oktober 1970, wurde der Grazer posthum zum Formel-1-Weltmeister gekürt, bislang einzigartig in der Formel-1-Geschichte. Graz gedenkt in diesem Jahr Jochen Rindt und errichtet an der Wetzelsdorfer Straße zwischen Esplanade und Domenicodell’Allio-Allee im Reininghausviertel einen Jochen-Rindt-Platz. Auf unserem exklusiven Foto oben ist die erste Visualisierung des Platzes zu sehen. Bernd Inninger, Leiter des Stadtplanungsamtes: „Es wird ein großzügig angelegter Platz mit vielen Bäumen, die im Sommer angenehmen Schatten spenden. Es wird im Zuge der Straßenbahnverlängerung nach Reininghaus auch eine Jochen- Rindt-Haltestelle geben mit Mobilitäts-Hotspot samt E-Car-Sharing, E- Autoverleih etc. Es ist geplant, eine umweltfreundliche Anlage für Wasserfontänen zu installieren. Es wird ausreichend Gastronomie sowie Handelsgeschäfte geben, dafür ist die ÖWG zuständig. Auch ist daran gedacht, ein Kunstobjekt zu entwerfen, welches Jochen Rindt am Platz sichtbar macht. Die Arbeiten ha- ben in Baustellen-Teilbereichen schon begonnen, und es ist davon auszugehen, dass der Platz im nächsten Jahr feierlich eröffnet werden kann.“ Der Grazer Jochen Rindt war einer der erfolgreichsten österreichischen Profisportler. Gerade vor 50 Jahren, im Jahr 1970, gewann der Grazer fünf Rennen, bevor er zum Grand Prix nach Italien fuhr, wo im Training eine Bremswelle im Lotus brach und Rindt tödlich verunglückte. Jochen Rindt war auch der „Popstar“ unter den Rennfahrern und in Graz vor allem an den Wochenenden, wie sich Red-Bull-Motorchef Helmut Marko gerne erinnert, gern gesehener Partygast. In diesem Jahr gedenkt Graz Jochen Rindt mit einer Reihe von Veranstaltungen. Jochen Rindt Rindt-Gedenkjahr ■■Festakt mit der symbolischen Enthüllung einer Jochen- Rindt-Platz-Tafel. Erinnerungen von Wegbegleitern von Jochen Rindt. Goldene Bucheintragung von Nina Rindt und weiteren Familienmitgliedern. (Der Termin für den Festakt steht aufgrund der Corona-Krise noch nicht fest.) ■■Ausstellung: „Die Grazer Jahre“ im StadtMuseum mit zwei originalen Rindt-Fahrzeugen und weiteren Objekten. (Start der Ausstellung coronabedingt noch nicht fixiert.) ■■Jochen-Rindt-Straßenbahn: Beklebung einer Straßenbahn, Gestaltung der Jochen-Rindt- Haltestelle. ■■Pflege des Ehrengrabes: Ständige Pflege des Grabes am Zentralfriedhof durch das Kulturamt der Stadt Graz.

24. MAI 2020 www.grazer.at graz 9 Lieb statt bissig ist die kunterbunte Stein-Schlange – und sie wächst. KK (2) Gegen diese Schlange zog Corona den Kürzeren SCHÖN. Straßgangs Stein-Schlange begeistert und steht in Corona-Zeiten für Zusammenhalt. Von Philipp Braunegger philipp.braunegger@grazer.at Schlangen sind bisweilen ja eher nicht unbedingt dafür bekannt, für Freude und Hoffnung zu sorgen. In der Bibel wird ihnen Falschheit und Verführkunst nachgesagt, viele Menschen haben solche Phobien, dass die einzigen Schlangen, die sie in ihre Nähe lassen, aus Gummi sind und im „Haribo“- Packerl wohnen. Doch diese Schlange ist anders: Sie besteht aus hunderten kleinen und großen Steinen und gibt und vor allem gab den Grazern Hoffnung während der Corona-Zeiten. Im Bereich der Kreuzung Ankerstraße/Martinhofstraße in Straßgang ist der Ausgangspunkt, markiert mit einem Zettel: Eltern, Kinder und Spaziergänger sind aufgerufen, einen Stein zur Stein-Schlange dazuzulegen. „Ob wir es bis zum Ende der Straße schaffen“, wird gefragt. Die Corona-Phase hat es möglich gemacht (immerhin war es zwischenzeitlich ja nur erlaubt, spazieren zu gehen, wenn es darum ging, sich im Freien in der Freizeit zu bewegen), dass der Aufruf zum wahren Renner wurde und auch vielfach über Facebook und Co verbreitet wurde. Initiatorin der „Corona-Schlange“ ist Manuela Rainer. Sie lebt mit ihrer Familie in der Gegend, wo sich die Schlange sprichwörtlich breitgemacht hat. „Wir gehen täglich spazieren, und ich hab meine Kinder gefragt, was sie davon halten, wenn ich die Leute dazu aufrufe, zu den Steinen weitere dazuzulegen.“ Gesehen hat Rainer die ersten Corona-Schlangen in Deutschland, wo sie sich vor allem in den östlichen Städten wie Fulda zum Hoffnung gebenden Element und Zeichen von Zusammenarbeit etablierten. Bis heute wächst die Schlange, zig vielförmige Steine mit aufmunternden Botschaften, Logos von Vereinen und Clubs zieren sie, schillernd in allen Farben, die man sich vorstellen kann. Und auch jetzt, nachdem die erste Corona-Phase überbrückt ist, wächst die Schlange weiter, immer wieder finden sich neue Steine entlang der Straße, die dem Kehlberg zugrunde liegt. Rainer freut sich, dass ihre Idee so eingeschlagen hat: „Gut 60 Meter ist sie schon lang.“ Und dabei wird es sicher nicht bleiben.

2021