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24. Jänner 2021

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- Weitere Anschuldigungen bei Corona-Massentests: Sexuelle Belästigung auch in Premstätten - Straßentafeln, Fußgängerleitsystem, Rad-Highway, Rasengleise: „Bitte warten“ bei vielen Großprojekten - Amazon soll nach Graz kommen: Wo bleibt der Aufschrei? - Studierende werden in der Corona-Krise vergessen: Grazerin schreibt offenen Brief - Zweiter Eissalon in der Grazer Innenstadt - Neue Pizzeria in Graz - Annenpassage könnte Club für die Jugend werden - Runder Tisch der Industrie: Mit der Lehre zu den Jobs der Zukunft

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2 die seite zwei www.grazer.at 24. JÄNNER 2021 E D I T O R I A L von Tobit Schweighofer ✏ tobit.schweighofer@grazer.at Politisches Kleingeld ist teuer erkauft S eit dem Ausbruch der Pandemie gibt es im Grazer Rathaus den unausgesprochenen Schulterschluss, an einem Strang zu ziehen und kein politisches Kleingeld zu wechseln. Dafür ist das Thema Corona viel zu ernst. Damit scheint es jetzt aber vorbei zu sein. In einem doch außergewöhnlichen Schlagabtausch gaben einander Verkehrsstadträtin Elke Kahr und die Holding über Presseaussendungen die Post mit. Kahr forderte, die Holding solle Gratis-FFP2-Masken in den Öffis austeilen. Die Holding sagte ab: dies widerspreche den Beförderungslinien. Jetzt will die KP-Chefin die Masken selbst verschenken. Umso erstaunlicher ist der Konflikt, da die Verkehrsstadträtin ja quasi als Kapitän im selben Team wie die Verkehrsabteilung der Holding spielt, sich also öffentlich mit ihren eigenen Leuten anlegt. Man kann nur hoffen, dass sie ihr Versprechen einlösen kann, denn allein am Montag werden 100.000 Grazer mit den Öffis fahren und eine Gratismaske wollen. Sollten sie diese nicht bekommen, steht zu befürchten, dass wir viele Leute ohne FFP2-Maske in den Öffis sehen werden. Auch wenn die nächste Gemeinderatswahl nicht mehr weit ist, hier ein frommer Wunsch an die Politik: Bitte haltet die paar Wochen Corona noch aus und setzt unsere Gesundheit für ein paar Beliebtheitspunkte nicht aufs Spiel. Danke. Tobit Schweighofer, Chefredakteur SONNTAGSFRÜHSTÜCK MIT ... Frühstück im Holzblockhaus kann nur gemütlich sein. Nach dem Frühstück geht es meist in den angrenzenden Wald auf einen Spaziergang. ELISABETH NINAUS ... Filmer Alfred Ninaus Im Frühstück geht es um Waldspaziergänge, die Liebe zur Natur, selber Brotbacken, Leidenschaft Film, Corona und Filmpläne 2021. Sonntagsfrühstück in welchem Film-Set? Drehort daheim: Auf den Tisch kommt einmal guter Kaffee und Brot mit Butter, selbstgemachtes Brot. Meine Frau Elisabeth ist Ernährungswissenschaftlerin und Kindergartenpädagogin, da wird auf gute Ernährung geschaut. Und daher wird hin und wieder auch selbst Brot gebacken. Aber das wird ja nicht alles gewesen sein ... Zum gesunden Frühstück kommt noch Budwig-Leinöl-Topfenaufstrich, frisch gepresster Saft und immer ein weiches Ei. Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen, da hatten wir selbst Hühner und ich holte die Eier fürs Frühstück aus dem Nest. Dazu Honig, Marmelade, Schinken, Speck aus der Region. Klingt alles nach viel Gemütlichkeit. Wir wohnen in Eggersdorf bei Graz direkt an einen urigen Wald grenzend in einem Holzblockhaus. Nach dem Frühstück machen wir meist einen stundenlangen Waldspaziergang, das macht den Kopf frei. Meine Frau ist auf einem Bergbauernhof aufgewachsen in 900 Metern Seehöhe. Daher unsere Liebe zur Natur. Andere leben für die Musik, Sie für den Film. Ich habe in Hartberg Fotograf gelernt, und danach bin ich durch die Filmschule des Lebens gegangen. Erst war ich in der Berufsschule in Graz-St. Peter, dann kam ich zur Schönbrunn Film Wien und durfte mit großartigen Kamera-Legenden wie Viktor Korger arbeiten, er hat u. a. die alten Serien wie „Hotel Sacher – Portier“ gemacht und die Serie „Der alte Richter“, die gerade auf ORF III gelaufen ist. Ein großer Lehrmeister, ebenso wie Siegfried Hold (z. B. Karl Mays Old Shatterhand). Beim Franz Antel-Film „Mein Freund, der Lipizzaner“ war ich Aufnahmeleiter. Mit Hold machte ich auch die fünfteilige erfolgreiche Serie „Österreichische Eisenstraße“. Da wird’s Fortsetzungen geben. Woher kam die Leidenschaft für den Film? Ich war von Kind an jedes Wochenende im Kino. Wenn andere Jugendliche in die berüchtigte Hartberger Disco „Tornado“ gingen, bin ich ins Kino gegangen oder nach Wien gefahren, um mir das Funkhaus von innen zeigen zu lassen. Schon in der Lehrzeit zum Fotografen wollte ich nur zum Film. Ich lernte das Handwerk von der Pike auf, war Kamera-Assi, Kameramann, Regisseur, Produzent und vor kurzem habe ich meine vor mehr als 30 Jahren gegründete Filmfirma „RANFilm“ an meine Kinder Matthias (25) und Stefanie (33) übergeben. Die Kinder sind sozusagen jetzt meine Chefs. Sie betreuen die internationalen Projekte (aktuell Universum über den Hudson River, Universum „Wild Hollywood“ über die Filmmetropole), und ich kümmere mich um heimische Projekte. Corona hat uns den Drehplan ordentlich durcheinandergebracht. Vieles wurde verschoben. Aktuell lief die Fernsehserie „Bergdörfer“. Österreichs und Südtirols Bergdörfer haben wir etwa in der Steiermark, Kärnten und Salzburg gedreht. 2021 wird die „Schlösserstraße“ fortgesetzt, ich mache ein Universum über die Basilika Mariazell, zwei Spielfilme sind für dieses Jahr bereits in der Drehbuchentwicklung. Ich habe diese Projekte bei der Österreichischen Filmförderung eingebracht. „Lauf, Hase, lauf“ war der Durchbruch? Der Film, den ich in Graz in einer Barackensiedlung in der Triester Straße drehte, war einer der Wegbereiter für das neue österreichische Kino. Ich habe den Film vor allem auch in Schulen gezeigt, ich bin rund 500 Schulen abgefahren und habe den Film mit meinem 16-mm-Projektor vorgeführt. Ihr definitiver Lieblings-Kinofilm? Steven Spielbergs „Schindlers Liste“. Ein Kunstwerk. VOJO RADKOVIC Alfred Ninaus, 1952 in Wien geboren. Filmproduzent und Regisseur, wuchs am Bauernhof bei Hartberg, in Graz und in Wien auf. Mit 18 Jahren führte Ninaus erst mals beim Kinofilm „Christina“ Regie. „Lauf, Hase, lauf“ (1979), Titel nach einem Song von Wilfried, brachte internationale Festival-Teilnahmen. Ninaus dreht Dokus auch für Universum und Spielfilme.

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