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24. Februar 2019

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- Graz soll die gesündeste Stadt Europas werden - Trotz Kritik: Psychisch Kranke sollen ins Pflegeheim - Andritz: Radarfallen und dichtere Bustakte - Volksschule Liebenau will weitere erste Klasse - Cybersecurity Campus in Graz - Plabutscher Schlössl: Thomas Muster kommt, Bäume müssen gehen - DaVinzi: Künstler machen das VinziDorf bunter - Betroffener braucht Hilfe: Arzt hat keine Zeit für Tourette-Patienten - Die Süße Luise nimmt Abschied vom Lendplatz - Wartburg nach nur wenigen Monaten wieder geschlossen

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6 graz www.grazer.at 24. FEBRUAR 2019 K O M M E N T A R von Daniel Windisch ✏ daniel.windisch@grazer.at Pflegereform: Leben in Würde muss Ziel sein D ie türkis-blaue Bundesregierung hat sich einen großen Brocken vorgenommen: Mit dem „Masterplan Pflege“ soll die langfristige Absicherung des Pflegesystems gelingen. Wie das genau passieren soll, ist noch in weiten Zügen unklar. Es gibt – abseits einer zarten Erhöhung des Pflegegeldes – derzeit wenig Greifbares, was die Regierung umzusetzen gedenkt. In Studien und Gesprächen soll z. B. festgestellt werden, wie groß der Mangel an Pflegepersonal ist. Ansonsten gibt es etliche Absichtserklärungen – aber die Regierung hat sich ja selbst noch bis Jahresende Zeit gegeben, um konkrete Gesetze auszuarbeiten. Dass es Reformbedarf gibt, ist unbestritten. Denn die Zahl der Pflegebedürftigen nimmt zu, die Pflegekosten explodieren. Die Zahl der über 65-Jährigen wird in der Steiermark von aktuell 250.000 auf 354.000 im Jahr 2035 steigen. Schon jetzt gibt es in der Steiermark 140.000 Menschen, die zu Hause jemanden pflegen. Viele der Pflegenden fühlen sich überfordert und allein gelassen – das gilt übrigens auch für professionelle Pflegekräfte. Unterm Strich muss eine große Pflegereform daher ein Ziel haben: das Pflegesystem finanziell und rechtlich so auszustatten, dass allen Betroffenen – Pflegekräften, Patienten, Angehörigen – ein Leben in Würde möglich ist. GEPA GETTY MISSSTAND. Psychisch Kranke werden in Seniorenheimen betreut – obwohl sie dort nicht hingehören. Das Land reagiert nur zögerlich. Von Daniel Windisch daniel.windisch@grazer.at Fuchsteufelswild ist die Landtagsopposition in Gestalt der Grünen. Der Grund für ihren Zorn: In steirischen Pflege- und Seniorenheimen werden auch psychisch kranke Menschen untergebracht – obwohl das unter anderem bereits die Volksanwaltschaft scharf kritisiert hat. Die Volksanwälte forderten, dass die Betreuung psychisch Kranker gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention „in niederschwelligen und gemeindenahen Betreuungssettings zu erfolgen“ habe. Psychisch Kranke in Seniorenhei- T R E N D B A R O M E T E R Grazer im Rampenlicht 1. Andreas Gabalier 84 Der „Volks-Rock-’n‘-Roller“ sorgte gleich mehrfach für Wirbel – unter anderem, weil ihm die Stadt Graz das Goldene Ehrenzeichen verleihen will. Psychisch Kranke ins Pflegeheim men seien „Fehlplatzierungen“, die „rückgängig zu machen bzw. abzubauen“ seien. Als Reaktion auf die Kritik versprachen VP-Gesundheitslandesrat Christopher Drexler und SP-Soziallandesrätin Doris Kampus, dass die Landesregierung einen „Bedarfs- und Entwicklungsplan“ für eine bessere Betreuung psychisch Kranker ausarbeiten wird – „der Grazer“ berichtete im März 2018 darüber. Seither dürfte aber nicht allzu viel geschehen sein, wenn man sich die aktuelle schriftliche Beantwortung einer Landtagsanfrage der Grünen ansieht. Darin kündigt Drexler nämlich erneut an, dass die Landesregierung „einen Bedarfs- und Entwicklungsplan in Auftrag geben wird“. Grün-Abgeordnete Sandra Krautwaschl schäumt: „Einen Bedarfsplan hat Drexler schon vor einem Jahr im ,Grazer‘ angekündigt. Enttäuschend, dass die rotschwarze Regierung seit damals keinen einzigen Schritt weiterge- Trotz Kritik: kommen ist!“ Pflegeheime sollten nicht mehr durch „Psychiatriezuschläge“ bei der Aufnahme von insbesondere jungen Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen gefördert werden, fordert Krautwaschl. Das Geld solle stattdessen in den „Auf- und Ausbau von niederschwelligen, wohnortnahen und inklusiven Wohnformen“ fließen. AK für Pflegereformen Stichwort Pflege: Die Bundesregierung will heuer einen „Masterplan“ für den Pflegebereich vorlegen. Wie der steirische AK- Präsident Josef Pesserl diese Woche verkündete, will dabei auch die Arbeiterkammer ein Wörtchen mitreden. Pesserl will eine „nachhaltige und solidarische Finanzierung“ der Pflege, bessere Arbeitsbedingungen fürs Pflegepersonal, eine Erhöhung des Pflegegelds sowie für pflegende Angehörige das Recht auf Pflegekarenz mit Rückkehrmöglichkeit in den Beruf. Wer diese Woche wie oft in heimischen Medien vorkam 2. Siegfried Nagl, Bürgermeister 42 3. Juliane Bogner-Strauß, Frauenministerin 31 4. Zlatko Junuzovic, Fußballspieler 29 4. Mario Kunasek, Verteidigungsminister 29 derGrazer IMPRESSUM: „der Grazer“ – Unabhängige Wochenzeitung für Graz und Umgebung | Erscheinungsort: Graz | HERAUSGEBER UND MEDIENINHABER: Media 21 GmbH, Gadollaplatz 1, 8010 Graz; Tel. 0316/23 21 10 | GESCHÄFTSFÜHRUNG: Gerhard Goldbrich | ASSIS TENZ & MARKETING: Silvia Pfeifer (0664/80 666 6918) | CHEFREDAKTION/PROKURA: Tobit Schweighofer (DW 2618) | REDAKTION: Verena Leitold (0664/80 666 6691), Vojo Radkovic (0664/80 666 6694), Mag. Daniel Windisch (0664/80 666 6695), Valentina Gartner (0664/80 666 6890), Philipp Braunegger (0664/80 666 6600), Mag. Birgit Schweiger (Lektorat), Redaktion Fax-DW 2641, redaktion@grazer.at | ANZEIGENANNAHME: Fax 0 316/23 21 10 DW 2627, verkauf@grazer.at | VERKAUF: Michael Midzan (Verkaufsleitung, 0 664/80 666 6891), Selina Gartner (Verkaufsleitung, 0664/80 666 6848), Robert Heschl (0664/80 666 6897), Mag. Eva Semmler (0664/80 666 6895), Thomas Maier (0664/80 666 6690), Andreas Rupp (0664/80 666 6892) | OFFICE MANAGEMENT: Pia Ebert (0664/80 6666 490) | PRODUKTION: Burkhard Leitner, Verena I. Seidl, MA | HERSTELLUNG: Druckerei Carinthia, St. Veit/Glan | VERTEILUNG: redmail Logistik und Zustellservice GmbH (05/1795-0) | VERBREITETE AUFLAGE: 174.091 (Der Grazer, wö, ÖAK 2.HJ 2018). | OFFENLEGUNG: Die Informationen gemäß § 25 MedienG können unter www.grazer.at/gz/offenlegung-impressum abgerufen werden.

24. FEBRUAR 2019 www.grazer.at graz 7 „Junior-Sportevent ausbauen!“ WAHL. Die neuen Grazer Kinderbürgermeister sind gewählt. Martina Kogler und Valentin Watzinger wollen sich nun für einen adaptierten Grazathlon-Junior, weniger Plastik und mehr Grün einsetzen. Von Philipp Braunegger philipp.braunegger@grazer.at 2019 wird nicht nur auf EU- Ebene gewählt, auch im Grazer Kinderparlament schritt man kürzlich zur Urne, galt es doch die neuen Kinderbürgermeister für die ab nun einjährige Legislaturperiode zu wählen. Martina Kogler (11 Jahre) und Valentin Watzinger (8) wurden bestimmt, die Agenden in den kommenden Monaten zu übernehmen bzw. die vom Kinderparlament an die „großen“ Politiker herangetragenen Projekte zu vermitteln. Und derer haben sich Martina Kogler und Valentin Watzinger schon so einige auf die parlamentarische Agenda geschrieben. „Was mir wichtig ist, ist, dass in Graz in den Geschäften weniger Plastik verwendet und verkauft wird“, sagt Kogler, ganz dem aktuellen Naturschutz-Idol Greta Thunberg nacheifernd. „Außerdem sollte Ethik als Schulfach Religion ersetzen. Und“, so die Schülerin, „ein ‚Grazathlon‘ speziell für Kinder wäre toll.“ Jugend- und Sportstadtrat Kurt Hohensinner nimmt den Ball auf: „Dazu haben wir letztes Jahr den Grazathlon-Junior konzipiert und umgesetzt.“ Über Adaptierungen kann gern verhandelt werden, denn „Aktivitäten, die Kinder für Sport und Bewegung begeistern, sehen wir immer positiv“. Koglers Bürgermeister-Kollege Watzinger unterstreicht bei seinen Zielen vor allem die „Klassiker“, die den Grazern aktuell über alle Altersstufen hinweg unter den Nägeln brennen: „Weniger Autos! Mehr Bäume!“ Dass Ziele des Kinderparlaments auch umgesetzt werden, beweist die Realisierung aus der letzten Periode: Piktogramm-Beschilderung an Spielplätzen mit Verhaltensregeln für Kinder und Erwachsene – Wahlsieger-Selfie! Hohensinner, Watzinger und Kogler (v. l.) nach absolviertem Votum im Rathaus. STADT GRAZ/FISCHER etwa nicht zu rauchen – sind nur ein Beispiel des Erfolgskonzepts des Kinderparlaments. Stadtchef Siegfried Nagl und Stellvertreter Mario Eustacchio erwarten wohl auch heuer beinharte Verhandlungen mit ihren jungen ambitionierten Amtskollegen.

2021