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24. Februar 2019

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- Graz soll die gesündeste Stadt Europas werden - Trotz Kritik: Psychisch Kranke sollen ins Pflegeheim - Andritz: Radarfallen und dichtere Bustakte - Volksschule Liebenau will weitere erste Klasse - Cybersecurity Campus in Graz - Plabutscher Schlössl: Thomas Muster kommt, Bäume müssen gehen - DaVinzi: Künstler machen das VinziDorf bunter - Betroffener braucht Hilfe: Arzt hat keine Zeit für Tourette-Patienten - Die Süße Luise nimmt Abschied vom Lendplatz - Wartburg nach nur wenigen Monaten wieder geschlossen

2 die seite zwei

2 die seite zwei www.grazer.at 24. FEBRUAR 2019 E D I T O R I A L von Tobit Schweighofer ✏ tobit.schweighofer@grazer.at Faul, fauler, Kompromiss E in Kompromiss ist ja sprichwörtlich nur dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind. Ein Paradebeispiel dafür ist die sehr „österreichische“ Lösung in Sachen Karfreitag, der bei uns jetzt zum halben Feiertag aufgewertet oder degradiert wurde, je nachdem. Im Bemühen, es allen rechtzumachen, hat die Regierung es schließlich geschafft, alle gegen die Entscheidung aufzubringen: Die evangelische Kirche startet eine Petition für einen freien Karfreitag, die Opposition sowieso und auch der Handel steigt (vielleicht sogar erfolgreich) auf die Barrikaden. Nicht zuletzt ist der Karfreitag für den Lebensmittelhandel der zweitstärkste Einkaufstag des Jahres nach dem 23. Dezember. Und wieder einmal zeigt es sich: Entscheidungen sind nicht dazu da, um nicht getroffen zu werden. Wenn wir in Graz dem Wiener Beispiel folgen würden, könnten wir die umstrittene Plabutschgondel einfach nur in eine Richtung bauen, die für die Augartenbucht zu fällenden Bäume nur in der Mitte durchsägen, und zu den Olympischen Spielen hätten wir einfach nur die Hälfte der Nationen eingeladen. So gesehen kann man halbwegs froh sein, dass manchmal doch klare Entscheidungen getroffen werden. Denn nur diese werden (sofern sinnvoll) die Halbwertszeit eines gewählten Politikers erhöhen. Tobit Schweighofer, Chefredakteur SONNTAGSFRÜHSTÜCK MIT ... ... Roman Mählich Sturms Trainer startet heute in die Bundesliga-Rückrunde. Hier spricht Mählich über Freizeit, den „zweiten Bildungsweg“ und ein Kult-Schupferl für David Beckham. Werden Sie an freien Tagen flott oder erst „all-mählich“ wach ...? Nomen est omen gilt in meinem Fall nicht. Ich bin bald 50, da kommt schon die senile Bettflucht durch. Im Ernst: Ich bin kein Morgenmuffel und schnell ausgeschlafen. Geht’s beim Frühstück auch flott zu? Kommt drauf an. Wenn ich bei meiner Familie daheim in Wien bin, sitzen wir natürlich länger zusammen. Da gibt’s dann die ganze Palette, von Käse über Ei bis zum Laugenweckerl. Werktags bin ich anspruchsloser, da reicht mir etwas Butter aufs Brot zum Kaffee. Was ich weitestgehend versuche zu vermeiden, ist Industriezucker. Umso süßer schmeckt dann ein freier Tag. ... den es aber kaum gibt. Denn: Wie definiert man einen freien Tag? Wenn’s in den Urlaub geht oder kein Trainings- und Matchalltag ansteht, gehöre ich ganz der Familie. Aber auch da haben wir meist ein dichtes Programm. Meine Kinder Sofia, Juliana und Felix halten uns auf Trab. Eine persönliche Auszeit sind etwa die Stunden, wenn wir brunchen gehen oder Freunde treffen. Hauptsache: zusammen sein. Sind Sie inzwischen schon mehr Steirer als Wiener? Immerhin spielten sie acht Jahre hier. Die Steirer sind manchmal lockerer. In erster Linie sehe ich mich aber als Europäer. Sie wurden schon mit 17 Profi. Was wäre denn aus Roman Mählich sonst geworden? Frag ich mich auch oft (lacht)! Ich hatte das Glück, meinen frühen Traum vom Fußballer wahrzumachen, es ist tatsächlich von klein auf mein Ziel gewesen. Gut, als ich ganz klein war, stand auch die Alternative Pilot im Raum. Ihren Kicker-Ehrgeiz zeigten Sie auch in Sachen Ausbildung? Ja, ich bin vom Gedanken, dass man auch als Sportler ein gewisses Bildungs-Portfolio aufweisen sollte, nie Roman Mählich frühstückt in Trainings- und Match-Zeiten ausgewogen. Grün wie die Petersilie am Teller ist auch das Outfit des heutigen Gegners Mattersburg. Der genauso geknackt werden soll wie das Weckerl. SCHERIAU abgekommen. Vor sieben Jahren habe ich daher die HAK-Matura nachgemacht. Nicht die einzige Lernphase der letzten Jahre ... ... weil ich, als ich den Job als Fußball-Experte beim ORF angenommen habe, auch medientechnisch geschult werden wollte. Ich hab mir daher einen Mediencoach zugelegt. Ich bin immer ich selbst geblieben und hab mich nie verstellt. Also: wenig Lernstoff! Ihre Diskussionen mit Herbert Prohaska sind TV- Kult. Ein wunderbarer Mensch. Als er erfuhr, dass ich zu Sturm gehe, meinte er: „Hoffentlich wird er nicht bald wieder mein TV-Kollege. Dann wissen wir, dass er den Trainerjob gut macht.“ Schauen Sie selbst auch viel fern? Selten. Musik ist eher meins. Ich bin ein Fan vom Nino aus Wien und Bilderbuch. Selbst hab ich auch mal versucht zu musizieren. Die Gitarren-Phase war aber eher kurz ... Wie der Winter heuer in Graz. Sind Sie klimatisch auch ein so hitziger Typ wie einst manchmal als Kicker? Sagen wir so: Es ist mein Traum, irgendwann im Winter immer da zu sein, wo’s warm ist. Sprichwörtlich heiß geworden sind Sie einst, als David Beckham sie präpotent behandelte. Wie oft werden Sie auf die Kult-Szene angeredet? Er hat sich damals beim Spiel gegen Manchester United „von oben herab“ benommen. Mein Stesserl gegen ihn zeigte meine Leidenschaft für Sturm. Sagen wir so: Ich werd auf die Szene sicher öfter angeredet als er ... PHILIPP BRAUNEGGER Roman Mählich (geb. 17. 9. 1971, Wr. Neustadt) ist seit letzten Herbst Sturm-Trainer. Bei den Blackys war er von 1995 bis 2003 als Spieler aktiv. Weitere Stationen als Spieler: u.a. FC Tirol, Austria Wien, Schwadorf. Als Trainer: u.a. Parndorf, Wr. Neustadt. Mählich bestritt 20 Länderspiele.

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