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23. Februar 2020

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- WK präsentiert Maßnahmenpaket gegen Leerstände: Hoffnung für den Grazer Innenstadthandel - Gemeinderatswahl in Graz-Umgebung: Kein Verschnaufen trotz Energieferien - Mehr Sicherheit: 160.000 Euro für Beleuchtung - Elisabethinen „erben“ Geriatrie - Graz wird zur Weltraum-Hauptstadt - Langschläferflohmarkt für den guten Zweck - Besitzer nicht greifbar: Haus in Lend verfällt langsam - GBG: Zusatzjobs für Teilzeitkräfte in der Stadthalle - Auf Google Maps ist immer Fasching in Graz - Bauernbundball 2020

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2 graz www.grazer.at 23. FEBRUAR 2020 E D I T O R I A L von Tobit Schweighofer ✏ tobit.schweighofer@grazer.at Rücken wir weiter zusammen D as grausame und tragischerweise tödliche Messerattentat auf die zweifache junge Grazer Mutter sitzt uns allen immer noch tief in den Knochen. Zusätzlich zu den ohnehin kaum fassbaren Tatsachen rund um den Mord verunsichert die Willkür, mit der die Tat begangen wurde: Es gab einfach keinen Grund, außer dass der Täter „irgendjemanden umbringen wollte“. Das befeuert das Unsicherheitsgefühl enorm und stellt eine Gesellschaft vor eine echte Härteprüfung. Halten wir es künftig aus, ohne zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen durch die Stadt zu gehen? Halten wir es aus, wenn unsere Kinder oder andere Menschen, die wir lieben, schutzlos durch die Stadt gehen? Reagieren wir auf diese unmenschliche Tat mit Hass und gegenseitigen Schuldzuweisungen, oder halten wir zusammen und lassen uns von solchen Emotionen nicht unterkriegen? Die ersten Anzeichen deuten an, dass wir eine enorm starke Gemeinschaft zu sein scheinen, denn die Anteilnahme ist enorm. Innerhalb kürzester Zeit wurde zum Beispiel ein namhaftes Benefizkonzert (siehe Seite 10) organisiert, das Musiker, Medien und viele andere Menschen sofort und kostenlos unterstützten. Wir scheinen nicht auseinanderzudriften, sondern zusammenzurücken. Halten wir weiter daran fest. Tobit Schweighofer, Chefredakteur SONNTAGSFRÜHSTÜCK MIT ... ... Jürgen Roth Im umgebauten „Café Roth“ in der CvH serviert Jürgen Roth ein leckeres, vielseitiges Prachtfrühstück, obwohl er morgens nur zum Red Bull greift. GUBISCH Der WKÖ-Vizepräsident tritt im Herbst seine Gastprofessur in Stanford an. Das Thema prägt er schon heute: Energielandschaft der Zukunft. Was kommt auf den Frühstückstisch? Red Bull. Davon trinke ich fünf bis sechs am Tag. Frühstück gibt es ansonsten keines. Machen Sie da keine Ausnahmen? Doch! Das Wochenende ist ausnahmslos für die Familie reserviert. Bei diesen Frühstücken muss ich mich dann um die Eier kümmern, egal in welcher Form. Die sind meine Spezialität. Ab Herbst sind Sie in Kalifornien. Eine große Frühstücksumstellung wird das nicht? Zum Glück gibt es Red Bull sogar in den entlegensten Ländern. Haben Sie gewusst, dass Österreich Zuckerwaren im Wert von 100 Millionen Euro nach Nigeria exportiert? Das kommt unter anderem daher. In den USA tut sich aber im Bereich des „healthy food“ und „whole food“ zurzeit sehr viel. Da gibt es eigene Orangen-Plantagen, die sich auf „organic“ spezialisiert haben. Das klingt, als ob Umweltbewusstsein auch schon in Amerika angekommen ist? Definitiv, vor allem Kalifornien ist ein Vorzeigeland in Sachen Klimaschutz. Allein, wenn man den Campus von Stanford heranzieht: Dieser wird energetisch von einer Warm-/Kaltwasser- Turbine versorgt. Das klingt nach einer guten Basis für die Professur kommendes Semester. Werden Sie die Familie vermissen? Schon, aber es ist eine enorme Chance, Österreich von seiner besten Seite zu zeigen und die europäische Perspektive zur Energielandschaft der Zukunft darzulegen. Und: Ich werde es nicht alleine machen. Vorträge werden auch Helmut List von der AVL, Voestalpine-Vorstand Franz Kainersdorfer, Thomas Gangl von der OMV und mehr halten. Sie haben sofort zugesagt, auf dem Campus kann man ja Nobelpreisträgern begegnen. Ich komme jedenfalls auch nach Hause. Sie haben in Florida studiert. Gibt es keinen Eastcoast-Westcoast-Konflikt? Nein, den gibt es nicht. Ich mag Florida, es ist ein schöner Spot, an dem man leben kann, aber nicht arbeiten. Meine Lieblingsstadt ist aber überhaupt New York. Ich mag den Lebensstil dort. Zurück nach Stanford – Sie werden über die zukünftige Energielandschaft referieren. Wie sieht sie denn aus? Derzeit wissen wir, wo wir hinwollen: zur CO 2 - freien Energiegewinnung. Der Weg dorthin funktioniert jedoch nicht ohne massive Einschnitte. Das Problem: Erneuerbare Energieträger erzeugen Strom nicht „on demand“ wie Heizöl, sondern mit hohen Schwankungen. Die Lösung liegt in der Verflüssigung in synthetischen Kraftstoff – der Prozess nennt sich power-to-liquid. Der nächste Schritt wäre dann eine faire Berechnung der CO 2 -Bilanz – und zwar von der Wiege bis zur Bahre. Die EU-Regulierung gehört in dieser Hinsicht überarbeitet. Auch Ihr Unternehmen hat also Zukunft? Wir verkaufen Produkte, die die Kunden haben wollen – ob Benzin, Heizöl oder synthetischen Flüssigkraftstoff. SVJETLANA WISIAK Jürgen Roth wurde am 22. April 1973 geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seit 2015 ist er der Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich. Seinen Vater, Rudi Roth, hat er als Eigentümer und Geschäftsführer von Tank Roth abgelöst. Kürzlich hat Roth, der in Graz lebt, für das kommende Wintersemester eine Gastprofessur an der kalifornischen Elite-Uni Stanford angenommen, wo er eine Vorlesungsreihe zur Energie-Landschaft in Europa halten wird.

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