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23. August 2020

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- In Gastgärten herrscht Gedränge, bei Konzerten gähnende Leere - Hochwasserschutz: Diese Grazer Bäche werden heuer noch sicherer - Angriffe auf marginale Gruppen häufen sich: Neue Dimension der Diskriminierung - Wasserbecken im Fischpark fehlt das Wasser - Ausbau der Vincke-Gründe gefährdet die Gämsen - Zwei neue Radweg-Teile für Graz - Brauhaus Graz-Eggenberg geschlossen - Stiwoll baut an der Nahwärmeversorgung - Andritzer Busbahnhof platzt aus allen Nähten

2 die seite zwei

2 die seite zwei www.grazer.at 23. AUGUST 2020 E D I T O R I A L von Tobit Schweighofer ✏ tobit.schweighofer@grazer.at So sind wir einfach nicht! S o etwas hat es in Graz seit vielen Jahren nicht gegeben: Innerhalb von nur 24 Stunden gab es gleich zwei Vandalenangriffe auf Minderheiten. Die Außenmauer der Synagoge wurde mit Parolen beschmiert, und die Scheiben des Vereinslokals der RosaLila PantherInnen wurden eingeschlagen. „Der Hass auf Minderheiten hat eine neue Dimension erreicht“, ist sich die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle Daniela Grabovac sicher (siehe auch Seiten 8/9). Doch woher kommt das? Hass ist die Rache des Feiglings dafür, dass er eingeschüchtert ist. Und wo ein Feigling den anderen trifft, ist Hass wie ein Strohfeuer – er breitet sich in Windeseile aus und verbrennt alle, die mit ihm in Berührung kommen. Der Hass gegen Menschen, die als Minderheit in einer dominanten Kultur leben, ist schon seit Jahrtausenden dokumentiert. Auch wenn sich unsere Gesellschaft natürlich weiterentwickelt hat, brauchen die größten Feiglinge unter uns scheinbar immer noch das Minderwertigkeits-Ventil des Hasses, um über die Runden zu kommen. Vielleicht haben sie die letzten Monate mit Pandemie und Klimakatastrophen noch feiger gemacht. Wir anderen sollten aber genau jetzt noch mutiger werden und in aller Deutlichkeit klarstellen: „So sind wir einfach nicht!“ Tobit Schweighofer, Chefredakteur SONNTAGSFRÜHSTÜCK MIT... ... Manfred „Cook“ Koch Die Konzertbranche ist monatelang stillgestanden – da rattert’s bei Egon7-Leader und Eventer Manfred Koch ununterbrochen. Während er neue Sicherheitskonzepte austüftelt, spielt er aber mit dem Corona- Kater und verdoppelt das Schrittpensum mit der Family. Der Musiker und Veranstalter hat während Corona zu kochen begonnen und eine Katze adoptiert. Kindern würde er gerne einen Schubser geben. Wir frühstücken in für die Konzertbranche unsicheren Zeiten. Braucht’s Kaffee, um wach zu bleiben, oder eher Tee zur Beruhigung? Tee trink ich nie, aber ich brauch auch keinen Kaffee zum Aufwachen. Ich steh grundsätzlich sehr früh auf. Und jetzt noch früher – ich bekomm zum ersten Mal in meinem Leben regelmäßigen Schlaf, weil ich immer vor Mitternacht ins Bett komm ... Und was gibt’s zum Frühstück? Seit Corona selbstgemachte Marmelade. Ich bin in der Zeit endlich meinem Namen gerecht geworden und hab angefangen zu kochen – mit dem Thermomix. Ich glaub, ich hab 40 Gläser Marmelade gemacht. Zum Frühstück gibt’s dazu dann frische Semmerl oder einen selbstgemachten Striezel. Aber mittlerweile mach ich auch Pizza und Brathendl selbst. Wie haben Sie Corona sonst erlebt? Die ersten zwei Monate waren ein Geschenk! Ich hab meine tägliche Schrittanzahl verdoppelt, weil wir so viel spazieren waren. Und wir haben uns auch ein Katzenbaby genommen. Mittlerweile meine männliche Unterstützung im Haushalt mit einer Frau, drei Töchtern und zwei Hündinnen. Ein Kater ist es aber auch erst seit dem ersten Tierarztbesuch (lacht). Aber beruflich ist alles stillgestanden ... Wir werden in diesem Jahr vielleicht auf 20 Konzerte kommen, sonst sind es 130! Nachdem sich im Mai noch immer nicht viel verändert hat, bin ich in Unruhe gefallen, hab die Live-is-Back-Tour mit Nena und Melissa Naschenweng auf die Beine gestellt. Das Wichtigste: Wir haben mit unserem Soloprojekt Glückskinder das erste Album fertig – dafür hätten wir unter normalen Umständen wahrscheinlich keine Zeit gehabt. Wenn Sie sich irgendeinen Musiker aussuchen könnten. Mit wem würden Sie gerne mal auf der Bühne stehen? Ich würde mit Sarah Connor, die ich ja auch veranstalten darf, gerne mal gemeinsam „Vincent“ singen und „Bed of Roses“ mit Jon Bon Jovi – er ist mein absoluter Lieblingssänger. Gibt es heuer Urlaub? Heuer und wahrscheinlich die nächsten Jahre daheim. Wir haben genau am 1. März unseren Garten fertig gemacht. Wäre Corona ein Monat früher gekommen, hätten wir kein fertiges Haus gehabt. So genieße ich es jeden Tag – nur das Zahlen wird jetzt halt wahrscheinlich ein bisserl länger dauern. Wenn Sie im Lotto gewinnen würden, was würden Sie mit dem Geld machen? Ich hab eigentlich alles! Die coolste Frau, die gleichzeitig mein härtester Geschäftspartner ist, die wunderbarsten Kinder dieser Welt, mein Traumhaus. Und alles, was ich mir wünschen würde, kann man nicht kaufen: etwa Gesundheit – und Corona kann man mit Geld auch nicht besiegen. Ich würde Kindern helfen, die eine Chance brauchen! Ich glaube, jeder braucht im Leben manchmal jemanden, der dir einen Schubser gibt. Ich wäre gerne so jemand für viele Kinder! VERENA LEITOLD Manfred Koch wurde am 24. Februar 1976 in Deutschlandsberg geboren. Seit 1999 ist er Trompeter und Bandleader der Kultcoverband Egon7. Mit seiner Frau Renate Koch-Pertl singt er außerdem als „Glückskinder”. Darüber hinaus veranstaltet er selbst große Konzerte. Für September sind die ersten Live-Termine geplant. LUEF

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