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22. September 2019

- Erste Bilder vom Eingang zum neuen Stadtteil Reininghaus - Ehrenamtliche in Graz gesucht - Verseucht: Häuser in St. Peter sind ohne Wasser - Jetzt wird endlich geholfen: 17 Monate warten auf barrierefreies Bad im Gemeindebau - 13 Millionen Euro für den Ausbau der Volksschule Neuhart - Graz testet zwei neue Straßenbahngarnituren - Neue Chefs für das Gasthaus Mohrenwirt - Aufsteirern 2019

2 die seite zwei

2 die seite zwei www.grazer.at 22. SEPTEMBER 2019 E D I T O R I A L von Tobit Schweighofer ✏ tobit.schweighofer@grazer.at Betrüger setzen auf Politiker und Journalisten J ournalisten und Politikern sagt man ja ein besonders schlechtes und unglaubwürdiges Image nach. Diese Woche geschah aber etwas, das diese Behauptungen zumindest anzweifeln lässt. Ein Betrüger wollte über Facebook eine Dame ausnehmen und musste dafür ein vertrauenswürdiges Profil erstellen. Und welches hat er dafür ausgewählt und gefälscht? Jenes von unserem obersten Stadtpolitiker Bürgermeister Siegfried Nagl! Und noch überraschender: Die nichts Böses ahnende Dame hat dem falschen Nagl tatsächlich Geld überwiesen. So viel Vertrauensvorschuss muss man einmal haben. Aber auch Journalisten scheinen sich als vertrauenswürdige Ratgeber zu eignen, die Betrüger gerne benutzen. TV-Moderator Armin Wolf zum Beispiel ruft in Facebook zu fragwürdigen Kryptowährungs-Spekulationsgeschäften auf. Das ist natürlich auch nur ein Schwindel, Wolf hat sich auch öffentlich schon mehrfach davon distanziert. Aber immerhin: Zumindest Betrügern scheinen Politiker und Journalisten vertrauenswürdig genug zu sein, um mit ihnen zu „werben“. Dennoch sollten wir (ganz besonders in Vorwahlzeiten) dringend zuschauen, dass sich vielleicht noch andere Menschen an unserer Glaubwürdigkeit erfreuen. Tobit Schweighofer, Chefredakteur SONNTAGSFRÜHSTÜCK MIT ... ... Manfred Baumann welche Köstlichkeit steht da im „Fokus“? Auf jeden Fall Vegetarisches! Viel Gemüse und Obst, frisches Gebäck – und daheim eher wenig. Meine Frau Nelly und ich lieben es dafür, in guten Lokalen einen Brunch zu genießen. Als Vegetarier liegt Ihnen Tierschutz am Herzen? In jeder Hinsicht. Ich arbeite viel mit Schimpansen- Forscherin Jane Goodall und PETA, fotografierte auch schon Mustangs in freier Wildbahn und schätze die Freundschaft zu tierschützenden Promis wie Franka Potente oder Jack Black. So bekam ich Einblick in Problematiken wie Massentierhaltung und Tiertransporte. Dieser massenhafte Tierprodukt-Konsum ist der falsche Weg. So etwas regt mich auf. Und was entspannt Sie? Nelly und ich gehen regelmäßig ins Fitnessstudio. Oder wir genießen die Freizeit daheim. Wir pendeln quasi zwischen unseren Arbeitswelten Wien, wo wir direkt nebenan oft durch den Augarten spazieren, und Venice Beach in Florida. Und ich spiele gern XBox! Etwa „FIFA“ – online gegen die Wiener Ex-Kicker Helge Payer oder Michael Wagner. Als Rapidler von klein auf spiele ich immer mit den Grünweißen. Für mehr Furore als Rapid am Rasen sorgen Sie an der Kamera. Warum wollen so viele Prominente mit Ihnen arbeiten? Ich denke, dank der familiären Atmosphäre, die in unserem Studio herrscht. Bevor ich mit jemandem wie den Schauspielern Roger Moore, Jack Nicholson, Bruce Willis oder Topmodel Toni Garrn arbeite, erkläre ich ihnen meinen Zugang und gehe genau auf ihre Bedürfnisse ein. Zwischen Fotograf und Model muss eine Beziehung entstehen. Und Vertrauen. Sie machen aber auch Shootings mit ganz „normalen“ Menschen, etwa kürzlich in der ShoppingCity Seiersberg. Weil eben jedes Gesicht eine Geschichte erzählt, die man bildlich rauskitzeln kann. Dabei ist es unerheb- Bei vegetarischem Frühstück spricht der Star-Fotograf über Tierliebe, Sozial- Engagement Der Pater des und Stift Schönheit Rein spricht – die über ein ausgefüllte jeder hat. Arbeitstage Und das nicht zu Weihnachten, nur außen. Konumzwang, mit Medienaffinität, dem Promi-Fotografen Franz Fuchs – lich, und ob erklärt man Topmodel, was für Hollywood-Größe, ihn Weihnachten Sportstar Frühstück ist. Er hat die Superstars öfter vor der Linse als unsereins das Frühstückssemmerl. Baumann frühstückt mit dem „Grazer“ sehr gesundheitsbewusst. Und im Sinne des Tierschutzes ohne Fleisch. LUEF oder das Mädchen von nebenan vor sich hat. Ich mach da keinen Unterschied und finde es schön, wenn ich aufgeregte Kunden beruhigen kann, um sie nach dem Shooting so darzustellen, wie sie sich vielleicht noch nie sahen. In Graz haben Sie 2017 bei den Special Olympics beeinträchtigte Sportler abgelichtet. Woher kommt dieses Engagement? Das Projekt in Graz, wo ich sowieso immer wieder gerne bin, als Fan der Steiermark, war eine Herzensangelegenheit. Ich habe eine geistig behinderte Schwester. Dank ihr lerne ich viel über ihre „Welt“. Was zum Beispiel? Menschen wie meine Schwester haben ganz feine Sensoren. Mit denen können sie nach kurzer Zeit mit einem Menschen einschätzen, ob es sich dabei um einen ehrlichen oder um einen oberflächlichen Menschen handelt, der es unehrlich mit ihnen meint. Dazu kommt die Gabe, sich stets über den gegenwärtigen Moment zu freuen. Was kann es in einer hektischen, dauergetriebenen Welt denn Schöneres geben? Für jemanden, der sich viel mit „schönen“ Menschen befasst – was ist Schönheit? Es gibt zwei Arten davon: jene, die auf Business und Commercials aufgebaut ist, also aufgrund vermeintlich perfekter Körperverhältnisse geschäftlich vermarktet wird. Und es gibt die innere Schönheit. Das ist beileibe keine Floskel - jeder hat sie in sich! In meinen Bildern versuche ich sie hervorzuheben. So kann man nicht nur einen Blick aufs Gesicht festhalten. Sondern auch einen auf die Seele. PHILIPP BRAUNEGGER Manfred Baumann (geb. am 1. März 1968, Wien) zählt zu den weltweit erfolgreichsten Fotografen der Porträt-, Landschafts- und Aktfotografie. Er arbeitet regelmäßig mit Top-Schauspielern, Sportlern und Models, wobei seine Bildbände, Kalender und Co zu Erfolgsprojekten wurden.

2021