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22. August 2021

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- Gemeinderatswahl: Politiker im Umwelt-Check - Die Grazer Standl-Wahl ist eröffnet! - Sonntagsfrühstück mit Starfotograf Steve McCurry - Grazer haben ein „Herz für Hunde“ - Kick-Off für den Tag des Sports

2 die seite zwei

2 die seite zwei www.grazer.at 22. AUGUST 2021 E D I T O R I A L von Tobit Schweighofer ✏ tobit.schweighofer@grazer.at Es sind fast immer die kleinen Dinge M eistens fällt einem das ja gar nicht auf. Aber meistens sind es die kleinen Dinge, die dafür verantwortlich sind, ob man sich gerade wohlfühlt oder eben nicht. Das Grazer Lebensgefühl ist ebenfalls genau solchen Schwankungen unterworfen. Neben der tollen Innenstadt, dem mediterranen Flair und der geschäftigen Gemütlichkeit spielen die Kulinarik und die regionale Verbundenheit hier eine große Rolle. Und all diese Qualitäten vermitteln die Grazer Märkte und Standln, die nicht ohne Grund wie Pilze aus dem Boden schießen. In allen Ecken der Stadt werden Standln nicht nur gewünscht, sondern auch eifrig besucht. Nicht zuletzt deshalb wollen wir diesen geheimen „Stimmungsmachern“, die diese Stadt so sehr ausmachen, ein Forum bieten und rufen zur ersten großen Grazer Standl- Wahl auf (siehe Seite 19)! Egal ob beim Würstelstand, am Bauernmarkt oder zu gehobener Standlküche: Statten Sie Ihrem Lieblings-Standler doch gleich morgen einen Besuch ab und geben Sie Ihre Stimme ab und genießen Sie die Atmosphäre. Denn egal wer gewinnt, am Ende sind wir alle Sieger und können unsere einzigartige Grazer Standlkultur in der ganzen Stadt in vollen Zügen genießen. Tobit Schweighofer, Chefredakteur SONNTAGSFRÜHSTÜCK MIT ... Normalerweise ernährt sich Steve McCurry gesünder als bei unserem Frühstück direkt in der Ausstellung seiner Werke auf der Grazer Messe – zu sehen übrigens noch bis 19. September.WIESNER ... Starfotograf Steve McCurry Bei seinem 1. Graz-Besuch sprach der weltbekannte Fotograf mit uns über ein Treffen mit Osama bin Laden, Amerika-Klischees und mehr. Was gibt’s normalerweise zum Frühstück? Müsli und Früchte, ein paar Nüsse, Smoothies mit Gemüse und ein bisschen Kaffee – sehr gesund. Sie haben so viele Orte auf der Welt gesehen. Welcher war der beeindruckendste? Ich würde sagen Tibet. Ich liebe die Kultur, die Landschaft, die buddhistische Atmosphäre, die Menschen. Zum ersten Mal war ich in den späten 80ern dort. Seither hat sich einiges verändert, die Kultur hat sich angepasst – aber das ist die Welt, in der wir leben. Wie ist es Ihnen in der Pandemie gegangen, als man nicht reisen konnte? Ich habe die Zeit daheim mit meiner Familie und meiner Tochter genossen. Es war ein Wechsel im Tempo – plötzlich hatte ich Zeit zu lesen und mich um mein Archiv zu kümmern. Das war neu für mich, eine Pause und Möglichkeit, mal etwas anderes zu tun. Fotografieren Sie ununterbrochen? Wer macht die Urlaubsfotos in Ihrer Familie? Die mache ich. Ich fotografiere tatsächlich immer und überall – jeden Tag. Wie entscheiden Sie, was Sie fotografieren? Das kommt ganz darauf an, was mir ins Auge fällt – das kann alles sein. Fotos von meiner Familie mache ich zum Beispiel täglich. Wie macht man ein richtig gutes Foto? Es muss etwas Emotionales sein, das man fotografiert. Ein gutes Foto bleibt in Erinnerung, hat Bedeutung. Es lässt einen etwa lachen oder weinen oder macht einen glücklich. Sie haben auch Bilder in vielen Kriegen gemacht. Wie gehen Sie mit Gefahr und Risiko um? Das mache ich inzwischen nicht mehr, das war eine andere Zeit. Man versucht nicht darüber nachzudenken, vorsichtig zu sein – aber manchmal muss man im Leben auch ein Risiko eingehen. Sie haben sogar Osama bin Laden getroffen ... Stimmt, ich habe auch viele Taliban getroffen. Aber in dem Moment selbst kann man gar nichts tun, man darf nicht daran denken, dass diese Menschen Mörder sind, man muss sich smart verhalten. Welche Klischees über Amerikaner sind wahr, welche nicht? Vielleicht, dass wir Waffen lieben. Ich hatte, wollte und brauchte nie eine, aber viele Amerikaner sind da anders. Und welches nicht stimmt ... Ich weiß nicht, welches gibt es denn noch? Dass Amerikaner oberflächlich sind vielleicht? Das stimmt! Dass sie sich ungesund ernähren ... Das stimmt auch! Wir sind nicht besonders interessiert an Ernährung. Das sollte unterrichtet werden! Nichts ist wichtiger, als was wir in unsere Körper stecken! Aber uns ist das egal, wir interessieren uns nur für Körper, wenn wir am Sonntag vor dem Fernseher liegen und Sport schauen! Haben Sie auch solche Hobbys? Nein, eigentlich nicht. Ich schaue Filme, höre Musik und lese Bücher – gerne zum Beispiel von meinem Freund Paul Theroux. VERENA LEITOLD Steve McCurry wurde am 23. April 1950 im amerikanischen Philadelphia geboren. Er ist einer der bekanntesten Fotografen der Welt – mit seinem Bild eines „Afghanischen Mädchens“ wurde er zur Ikone. Aktuell sind seine Werke auf Initiative des Atelier Jungwirth in der Grazer Messe zu sehen.

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