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22. April 2018

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- Nachbarschafts-Terror: „Wir werden verfolgt, verspottet und terrorisiert!“ - Raumordnungsgesetz: Rätselraten ums steirische Bauland - Die ältesten Bäume der Stadt - Sommerhit: Prost mit Rost - Neu in Graz: Running Curry aus Sri Lanka

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6 graz www.grazer.at 22. APRIL 2018 KOMMENTAR Der Nachbar, das reizbare Wesen Von Tobit Schweighofer tobit.schweighofer@grazer.at W enn sich zwei streiten, freut sich der dritte, und das ist dann halt oft einmal der Anwalt. Besonders viele Streithanseln – so zumindest der Eindruck – wohnen lustigerweise direkt nebeneinander. So nah und doch so fern werden wir in der Redaktion mit Regelmäßigkeit über Reibereien solcher Art informiert. Da wird einander aufgelauert, sich über jeden noch so kleinen Fauxpas beschwert, kleine Beschwerdezettel an Nachbarstüren gepickt undsoweiterundsofort. Und wenn so ein Nachbar einen besonders schlechten Tag hat, ruft er halt den Anwalt an, weil er „einfach keine Lust mehr hat“, sich weiter zu ärgern. Hier schreiten wir jetzt mit unserer Serie „Hallo Nachbar“ (siehe Seite 4) ein und möchten Ihnen, liebe Leser, dieses ganze Martyrium ersparen. Sollte Ihnen Ihr Nachbar also ein Dorn im Aug sein – tun Sie all das oben Beschriebene bitte nicht, sondern melden Sie sich bei uns. Wir kümmern uns darum, machen Ihren Fall bekannt, kontaktieren professionelle Unterstützung und freuen uns am Ende hoffentlich mit Ihnen über eine friedliche Lösung. In diesem Sinne: Auf gute Nachbarschaft! Rätselraten ums steirische Bauland Grünen-Klubchef Lambert Schönleitner (kl. Bild) kritisiert, dass das Land keinerlei Überblick darüber hat, wie viel Bauland in der Steiermark noch nicht erschlossen ist bzw. in den letzten Jahren bebaut wurde. THINKSTOCK, GRÜNE PLANLOS. Seit langem bastelt das Land an einem Raumordnungsgesetz. Dabei weiß man nicht einmal, wie viel Bauland in der Steiermark überhaupt existiert. Von Daniel Windisch daniel.windisch@grazer.at Um wie viel sind die Shoppingcenter-Flächen im Steirerland in den letzten Jahren gewachsen? Wie viel des steirischen Bodens ist durch Verbauung versiegelt? Wie viele Hektar Land wurden in der jüngeren Vergangenheit in Bauland umgewidmet und wie viel davon tatsächlich bebaut? Wie viel unerschlossenes Bauland gibt es noch in der Steiermark? Diese Fragen richtete Grünen- Landtagsklubobmann Lambert Schönleitner per schriftlicher Anfrage an den zuständigen SP- Landesrat Anton Lang. Dessen Antwort fällt nun ebenso überraschend wie ernüchternd aus: „Diesbezüglich liegen keine Daten vor“, teilt Lang mit, dass dem Land schlicht und ergreifend der Überblick fehlt ... Ruf nach neuen Regeln „Kein Wunder, dass in der Steiermark bei der so wichtigen Frage der Raumordnung nichts weitergeht und dass der zuständige Unterausschuss zuletzt 2015 getagt hat, wenn die Landesregierung nicht einmal die Basisdaten hat“, poltert Schönleitner. Er fordert, dass die Steiermark ein neues Raumordnungsgesetz bekommt und nennt Salzburg als Vorbild: Das dortige, von der schwarzgrünen Regierungskoalition beschlossene Gesetz „setzt Maßnahmen gegen die Spekulation mit Immobilien, stoppt die fortschreitende Zersiedelung und macht die vielen gewidmeten Baulandflächen frei“, so Schönleitner. „Für Verbraucher- und Fachmärkte gibt es klare Regeln und strenge Kriterien, wo sie in welcher Größe möglich sind.“ Im Büro von Landesrat Lang hat man Verständnis für die Kritik, verweist aber auf laufende Verhandlungen: „Wir arbeiten intensiv an einem neuen Raumordnungsgesetz“, teilt das Büro mit. Es seien jedoch „viele Interessengruppen“ involviert, die alle zu berücksichtigen seien – deshalb könne man auch nicht sagen, wann das neue Gesetz spruchreif sei. Bauland-Datenbank Schönleitner und Co ist das zu wenig: Sie wollen nicht nur per Landtagsantrag Dampf machen, um rascher zu einem neuen Gesetz zu kommen – gefordert wird auch die Einrichtung einer zentralen Datenbank oder eines Katasters, der einen Überblick über sämtliche steirischen Baulandflächen ermöglicht. derGrazer IMPRESSUM: „der Grazer“ – Unabhängige Wochenzeitung für Graz und Umgebung | Erscheinungsort: Graz | HERAUSGEBER UND MEDIENINHABER: Media 21 GmbH, Gadollaplatz 1, 8010 Graz; Tel. 0 316/23 21 10 | GESCHÄFTSFÜHRUNG: Gerhard Goldbrich | ASSIS TENZ: Silvia Pfeifer (0 664/80 666 6918) | CHEFREDAKTION/PROKURA: Tobit Schweighofer (DW 2618) | REDAKTION: Verena Leitold (0 664/80 666 6691), Vojo Radkovic (0 664/80 666 6694), Mag. Daniel Windisch (0 664/80 666 66 95), Valentina Gartner (0664/80 666 6890), Philipp Braunegger (0664/80 666 6600), Bernhard Sax/Mag. Birgit Schweiger (Lektorat), Redaktion Fax-DW 2641, redaktion@grazer.at | ANZEIGENANNAHME: Fax 0 316/23 21 10 DW 2627, verkauf@grazer.at | VERKAUF: Reinhard Hochegger (Verkaufsleitung, 0 664/80 666 6491), Robert Heschl (0 664/80 66 66 897), Michael Midzan (0 664/80 666 6891), Selina Gartner (0 664/80 666 68 48), Mag. Eva Semmler (0 664/80 666 6895), Theresina Jürgens, MA (0 664/80 666 6892) | PRODUKTION: Burkhard Leitner | HERSTELLUNG: Druckerei Carinthia, St. Veit/Glan | VERTEILUNG: redmail Logistik und Zustellservice GmbH (05/1795-0) | VERBREITETE AUFLAGE: 174.516 (Der Grazer, wö, ÖAK 2.HJ 2017). | OFFENLEGUNG: Die Informationen gemäß § 25 MedienG können unter www.grazer.at/gz/offenlegung-impressum abgerufen werden.

22. APRIL 2018 www.grazer.at graz 7 Gegen den Amtsschimmel KURIOS. Antragsteller auf Wohnunterstützung bzw. Mietzinsbeihilfe werden derzeit zwischen Land und Stadt hin- und hergeschickt. SP-Chef Michael Ehmann und Landesrätin Doris Kampus wollen dies ändern. Von Tobit Schweighofer tobit.schweighofer@grazer.at Dass sich der vielzitierte Amtsschimmel zwischen Paragrafen bisweilen vergaloppiert, kann passieren. Erfreulich ist, wenn die Politik von sich aus zur Reparatur ansetzt. So geschehen jetzt in einer Stadt-Land-Achse der Parteikollegen Landesrätin Doris Kampus und Grazer SP-Chef Michael Ehmann in Sachen Wohnunterstützung des Landes bzw. Mietzinszuzahlung der Stadt. „Nachdem die Anspruchsvoraussetzungen ident sind und die eine wie die andere als Einkommensanteil jeweils eingerechnet wird, führt das zur eigenartigen Situation, dass die Betroffenen jeweils hin- und hergeschickt werden müssten“, PACHERNEGG, KK erklärt Ehmann. „Einmal zum Da-Einrechnen, dann zum Dort- Einrechnen, was jeweils den Anteil des einen reduziert und jenen des anderen erhöht – bis am Ende vieler Tage und Berechnungen einer, entweder Land oder eher Stadt, für das Ganze allein aufkommen müsste.“ Etwas drastischer ausgedrückt: Die Parteikollegen Michael Ehmann ... Man könnte rein theoretisch den Amtsschimmel so lange wiehern lassen und Antragsteller im Kreis schicken, bis Letztere nicht mehr ein noch aus wissen; denn immer wieder muss neu berechnet werden, sobald Mietzinsbeihilfe oder Wohnunterstützung zugesagt sind – denn dann ändert sich für den jeweils anderen Part ... und Doris Kampus sind sich einig. die Gewichtung. Bei Kampus lief Ehmann offene Türen ein – die SP-Landesrätin zeigt sich bereit, gemeinsam mit der Stadt einen Ausweg zu suchen. Jetzt ist FP-Wohnungsreferent Mario Eustacchio gefordert. Ehmann: „Da hat sich in der Praxis eine Lücke gezeigt, die im Vorfeld weder beim Gesetzes- noch Verordnungsentwurf zu erkennen war. Wenn alle guten Willens sind, sollte es aber wirklich ein Einfaches sein, das mit ein paar Federstrichen – im Sinne Verwaltungsvereinfachung und Entbürokratisierung wie auch zur Hebung der Rechtssicherheit der Betroffenen – zu bereinigen Es geht nicht um ,mehr Geld‘, es geht um eine ,einfachere‘ Regelung, die Zeit, Nerven und Aufwand sparen hilft!“

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